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Die Kirche zu Zellerfeld – eine Sage aus Niedersachsen

pixelio.de - Die Kirche zu ZellerfeldVor alten Zeiten ist einmal bei einem großen Brande auch die Zellerfelder Kirche mit abgebrannt, und man hat kein Geld gehabt, um sie wieder aufzubauen. Da hat eine Henn mit ihren Küchlein an der Stelle, wo jetzt die Kirche steht, einen großen Schatz aufgescharrt. Von diesem Gelde ist die Kirche erbaut, und zum Wahrzeichen hat man über den vier Kirchtürmen die Henne in Stein abgebildet, die noch jetzt zu sehen ist.

Aber es ist in der Kirche gar nicht zu bleiben gewesen. Denn wenn die Kirche ausgegangen ist – während der Predigt -, hat der Teufel einen solchen Lärm mit Poltern und Schreien und Brüllen veranstaltet, dass niemand es aushalten konnte. Da waren nun schon viele Versuche gemacht, ihn zu vertreiben, aber alle vergebens, bis endlich ein fremder Mann sich eingefunden, der gab sich für einen Teufelsbanner aus. Und den nahm man zu Hilfe. Der forderte den Teufel vor und beschwor ihn, dass er die Kirche verlassen musste.

Unter großem Lärm ist da der Satan da unten aus der Kirche nach der Seite des Marktes zu durch die Mauer hinausgebrochen. Das Loch, durch welches er hinausgefahren ist, hat man oftmals zumauern wollen, allein am andern Morgen war der Stein immer wieder herausgehoben, und bis auf diesen Tag ist die Öffnung zu sehen.

Früher hat auf dem Zellerfelder Gottesacker auch eine Kirche gestanden. Wenn nun ein Bergmann umkommen sollte, so war die Nacht vorher die Kirche ganz erleuchtet, und wenn einer den Mut hatte, dass er hineintrat, so hat er den Bergmann, der umkommen sollte, vor dem Altar im Sarg gesehen.

Einmal kommt eine Frau, sieht auch die Kirche hell, und weil sie eine mutige Frau ist, tritt sie in die Kirche. Da ist’s ganz hell, wie von tausend Lichtern, obgleich nirgends eins zu sehen ist. Aber vor dem Altar steht ein Sarg, und in dem Sarg liegt ihr eigener Mann und ist tot. Wie sie das gesehen hat, geht sie gleich nach Hause und bittet ihren Mann, doch morgen nicht anzufahren. Aber der Bergmann hat doch umkommen müssen, obgleich er nicht angefahren ist. Denn als er sich am andern Tag zum Schlafen auf die Ofenbank legte, ist von dem Gesims ein Glätteisen herabgefallen, ihm gerade auf den Kopf und hat ihn auf der Stelle getötet.

pixelio.de - Die Kirche zu Zellerfeld

(Hermann Harrys)

Verwendete Bilder sind von:
© SueSchi/PIXELIO (Bild 1)
© Pixel-Kings (PP)/PIXELIO (Bild 2)
www.pixelio.de

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