Archive for the ‘Brüder Grimm’ Category
Dienstag, Dezember 13th, 2011

Zu Coburg saßen am Weihnachtsabend mehrere Mädchen zusammen, waren neugierig und wollten ihren künftigen Liebhaber erkunden. Nun hatten sie tags vorher neunerlei Holz geschnitten, und als die Mitternacht kam, machten sie ein Feuer im Gemach und die erste zog ihre Kleider ab, warf ihr Hemd vor die Stubentür und sprach bei dem Feuer sitzend:
"Hier sitz ich splitterfasernackt und bloß,
wenn doch mein Liebster käme
und würfe mir mein Hemde in den Schoß!"
Hernach wurde ihr das Hemd wieder hereingeworfen und sie merkte auf das Gesicht dessen, der es tat; dies kam mit dem überein, der sie nachdem freite.
Die andern Mädchen kleideten sich auch aus, allein sie fehlten darin, dass sie ihre Hemden zusammen in einen Klump gewickelt hinauswarfen. Da konnten sich die Geister nicht finden, sondern huben an zu lärmen und zu poltern, dermaßen, dass den Mädchen grauste. Flugs gossen sie das Feuer aus und krochen zu Bett bis frühe, da lagen ihre Hemden vor der Türe in viel tausend kleine Fetzen zerrissen.
(Jacob Grimm, 1785-1863 & Wilhelm Grimm, 1786-1859)
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© Angelina Ströbel/www.pixelio.de
Tags: Bayern, Brauch, Brüder Grimm, Coburg, Heimatsagen, Hemd, Liebe, Sagen, Vorhersage, Weihnachten, Wunsch, Zukunft
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Dienstag, Dezember 13th, 2011

Bei der Bruchhauser Papiermühle ist ein Erdfall, bei dessen tiefster Stelle ein Brunnen ist. Nun geht die Sage, dass in der Weihnachtsnacht grade um zwölf Uhr dort die Hirten von Bethlehem mit ihren Schafen vorüberziehen und die Glocken der Schäfchen in dem Brunnen läuteten. Und viele Leute aus Bruchhausen versichern, das Läuten in der Weihnachtsnacht gehört zu haben.
Auch behaupten die Leute, dass in der Weihnachtsnacht um zwölf Uhr aller Hopfen, wenn auch noch ein so tiefer Schnee liegt, grün ist, und es hat mir jemand erzählt, dass er den Tag vor Weihnachten den Hopfen ganz trocken gesehen, darauf in der Nacht ganz grün; und hat ihn mit nach Haus genommen, worauf er in der Stube im Wasser noch mehrere Tage grün gewesen; aber im Garten war er noch wie zuvor.
(Jacob Grimm, 1785-1863 & Wilhelm Grimm, 1786-1859)
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© Dieter Schütz/www.pixelio.de
Tags: Bethlehem, Bruchhausen, Brüder Grimm, Brunnen, Christnacht, Glocken, Heimatsagen, Hirten, Hopfen, Sagen, Weihnachten
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Samstag, August 13th, 2011
In der Mitte der Sachsenhäuser Brücke sind zwei Bogen oben zum Teil nur mit Holz zugelegt, damit dies in Kriegszeiten weggenommen und die Verbindung leicht, ohne etwas zu sprengen, gehemmt werden kann. Davon gibt es folgende Sage:
Der Baumeister hatte sich verbindlich gemacht, die Brücke bis zu einer bestimmten Zeit zu vollenden. Als diese herannahte, sah er, dass es unmöglich war, und wie nur noch zwei Tage übrig waren, rief er in der Angst den Teufel an und bat um seinen Beistand. Der Teufel erschien und erbot sich, die Brücke in der letzten Nacht fertig zu bauen, wenn ihm der Baumeister dafür das erste lebendige Wesen, das darüber ging, überliefern wollte.
Der Vertrag wurde geschlossen, und der Teufel baute in der letzten Nacht, ohne dass ein Menschenauge in der Finsternis sehen konnte, wie es zuging, die Brücke ganz richtig fertig. Als nun der erste Morgen anbrach, kam der Baumeister und trieb einen Hahn über die Brücke vor sich her und überlieferte ihn dem Teufel.
Dieser aber hatte eine menschliche Seele gewollt, und wie er sich also betrogen sah, packte er zornig den Hahn, zerriss ihn und warf ihn durch die Brücke, wovon die zwei Löcher entstanden sind, die bis auf den heutigen Tag nicht können zugemauert werden, weil alles in der Nacht wieder zusammenfällt, was tags daran gearbeitet ist. Ein goldner Hahn auf einer Eisenstange steht aber noch jetzt zum Wahrzeichen auf der Brücke.
(Jacob Grimm, 1785-1863 & Wilhelm Grimm, 1786-1859)
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Wikipedia (Sachsenhausen zu Anfang des 17. Jahrhunderts. Aquarell von Peter Becker, 1889 – gemeinfrei)
Tags: Alte Brücke, Baumeister, Brücke, Brüder Grimm, Frankfurt am Main, Hahn, Heimatsagen, Hessen, List, Sachsenhäuser Brücke, Sagen, Teufel
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Dienstag, Mai 24th, 2011

Die Stadt Spangenberg in Hessen erhält ihr Trinkwasser durch einen Bach, welcher die gute Quelle des gegenüberliegenden Berges herbeileitet. Von der Entstehung dieses Bachs wird folgendes erzählt:
Ein Jüngling und ein Mädchen in der Stadt liebten sich herzlich, aber die Eltern wollten lange nicht zu ihrer Verheiratung einwilligen. Endlich gaben sie nach unter der Bedingung, dass die Hochzeit erst dann solle gefeiert werden, wenn die zwei Liebenden die gute, frische Quelle von dem gegenüberliegenden Berge ganz allein herübergeleitet hätten; dadurch würde die Stadt Trinkwasser erhalten, woran sie bisher Mangel gelitten. Da fingen beide an, den Bach zu graben, und arbeiteten ohne Unterlass.
So haben sie vierzig Jahre gegraben; als sie aber fertig waren, starben sie beide in demselben Augenblick.
(Jacob Grimm, 1785-1863 & Wilhelm Grimm, 1786-1859)
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Wikipedia (Burg und Stadt Spangenberg -Matthäus Merian – 1655 – gemeinfrei)
Tags: Bedingung, Brüder Grimm, Heimatsagen, Hessen, Liebe, Liebenbach, Liebespaar, Sagen, Spangenberg, Tod, Wasser, Ziel
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Dienstag, Januar 4th, 2011

Im Dreißigjährigen Krieg befand sich unweit der Stadt Soest in Westfalen ein altes Gemäuer, von dem die Sage ging, dass darin eine eiserne Truhe voll Geldes wäre, welche ein schwarzer Hund hütete samt einer verfluchten Jungfrau. Nach der Erzählung der Großeltern werde einstens ein fremder Edelmann ins Land kommen, die Jungfrau erlösen und mit einem feurigen Schlüssel den Kasten eröffnen.
Mehrere fahrende Schüler und Teufelsbanner hätten sich bei Mannsgedenken dahin begeben, um zu graben, wären aber so seltsam empfangen und abgewiesen worden, dass es seithero niemand weiter gelüstet; besonders nach ihrer Eröffnung, dass der Schatz keinem zuteil werden könne, der nur ein einziges Mal Weibermilch getrunken.
Vor kurzer Zeit noch wäre ein Mägdlein aus ihrem Dorf nebst etlichen Geißen an den Ort zu weiden gewesen, und als deren eine sich in das Gemäuer verlaufen, nachgefolgt. Da sei eine Jungfrau inwendig im Hof gewesen und habe es angeredet: was es da zu schaffen? Auch nach erhaltenem Bescheid, auf ein Körblein Kirschen weisend, weiter gesagt: "So gehe und nimm dort von dem, was du vor dir siehest, mitsamt deiner Geiß, komm aber nicht wieder noch sieh dich um, damit dir nichts Arges geschehe!" Darauf habe das erschrockene Kind sieben Kirschen ertappet und sei in Angst aus der Mauer gekommen; die Kirschen seien aber sogleich zu Geld geworden.
(Jacob Grimm, 1785-1863 & Wilhelm Grimm, 1786-1859/1816)
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© Renate Franke/www.pixelio.de
Tags: Brüder Grimm, Dreißigjähriger Krieg, Heimatsagen, Hund, Jungfrau, Kirschen, Nordrhein-Westfalen, Sagen, Schatz, Soest, verwunschen
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Donnerstag, Oktober 28th, 2010
Der Lichtenberg ist ein Bergschloss, das man späterhin aus den uralten Trümmern wieder erneuert hat, und in allen Dörfern, die in seiner Nähe liegen, lebt noch die Sage fort, dass es hier vor alten Zeiten Riesen gegeben habe. Unter den Steinen befinden sich manche, die keine Menschenkraft den jähen Berg hinauf hätte tragen können.
Ein Riese schleppte einen über achtzig Zentner schweren Block auf seiner Schulter herbei, aber er zerbrach ihn unterwegs und blieb eine Stunde vor Lichtenberg auf der Höhe liegen; er wird noch heutzutage Riesenstein genannt. Im Schloss wird ein Knochen, anderthalb Schuh im Umfang haltend und mit einem andern, einen halben Schuh dicken, einen Fuß langen Bein verwachsen, aufbewahrt; auch soll daselbst vor fünfundzwanzig Jahren noch eine ungeheure Bettlade außer den Knochen zu sehen gewesen sein.
Es wird auch wiederum erzählt, dass die Riesenfrau einmal weiter als gewöhnlich von dem Lichtenberg weggegangen sei und einen Bauer getroffen habe, der mit Ochsen seinen Acker pflügte. Das hatte sie noch nie gesehn, nahm also Bauer, Pflug und Ochsen zusammen in ihrer Schürze und brachte es ihrem Mann aufs Schloss mit den Worten: "Sieh einmal Mann, was ich für schöne Tierchen gefunden habe."
(Jacob Grimm, 1785-1863 & Wilhelm Grimm, 1786-1859/1816)
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Wikipedia (Schloss Lichtenberg im Odenwald – Wilhelm Trübner – 1900 – Quelle: http://www.zeno.org – Zenodot Verlagsgesellschaft mbH – gemeinfrei)
Tags: Brüder Grimm, Heimatsagen, Hessen, Lichtenberg, Riesen, Riesenstein, Riesin, Sagen, Schloss, Stein
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Dienstag, Oktober 26th, 2010
Nah an dem zum gräflich Erbachischen Amt Reichenberg gehörigen Dorf Oberkainsbach, unweit dem Odenwald, liegen auf einem Berg die Trümmer des alten Schlosses Schnellerts. Gegenüber, eine Stunde davon, in der Rodsteiner Mark, lebten ehemals die Herrn von Rodenstein, deren männlicher Stamm erloschen ist. Noch sind die Ruinen ihres alten Raubschlosses zu sehen.
Der letzte Besitzer desselben hat sich besonders durch seine Macht, durch die Menge seiner Knechte und des erlangten Reichtums berühmt gemacht; von ihm geht folgende Sage.
Wenn ein Krieg bevorsteht, so zieht er von seinem gewöhnlichen Aufenthaltsort Schnellerts bei grauender Nacht aus, begleitet von seinem Hausgesind und schmetternden Trompeten. Er zieht durch Hecken und Gesträuche, durch die Hofreite und Scheune Simon Daum’s zu Oberkainsbach bis nach dem Rodenstein, flüchtet gleichsam als wolle er das Seinige in Sicherheit bringen. Man hat das Knarren der Wagen und ein ho! ho!-Schreien, die Pferde anzutreiben, ja selbst die einzelnen Worte gehört, die einherziehendem Kriegsvolk vom Anführer zugerufen werden und womit ihm befohlen wird.
Zeigen sich Hoffnungen zum Frieden, dann kehrt er in gleichem Zug vom Rodenstein nach dem Schnellerts zurück, doch in ruhiger Stille und man kann dann gewiss sein, dass der Frieden wirklich abgeschlossen wird. Ehe Napoleon im Frühjahr 1815 landete, war bestimmt die Sage, der Rodensteiner sei wieder in die Kriegburg ausgezogen.
(Jacob Grimm, 1785-1863 & Wilhelm Grimm, 1786-1859)
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© Heinz Ober (Burgruine Rodenstein)
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Tags: Ankündigung, Brüder Grimm, Burg, Burgruine, Erbach, Frieden, Heimatsagen, Hessen, Krieg, Napoleon, Ober-Kainsbach, Oberkainsbach, Odenwald, Rodenstein, Rodensteiner, Rückkehr, Sagen, Schnellerts, Zug
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Donnerstag, März 11th, 2010

Es war einmal ein König, der wohnte auf dem Fürstenberg. Er hatte aber nur eine Tochter, die war wunderschön. Da ließ der Vater ein Gesetz ausgehen, dass derjenige, der sie heiraten wollte, der sollte sie, ohne zu rasten, den Berg herauftragen. Das hatten nun schon viele probiert, aber keiner gekonnt.
Da kam aber einmal ein sehr schöner Prinz, den hatte die Prinzessin auch sehr lieb. Da nahm er sie auf den Arm und wollte sie herauftragen. In der Mitte da konnte er fast gar nicht mehr. Aber sie munterte ihn immer auf. Da sie nun beinahe oben waren, verließen ihn alle Kräfte, und er wollte sie schon hinsetzen, da bat sie: "Ach, nur noch einen Schritt, dann sind wir da!"
Da nahm er seine letzten Kräfte zusammen und setzte sie oben auf den Berg, er aber sank tot zu ihren Füßen. Da wurde sie unendlich betrübt, und da der Prinz auf dem Fürstenberg begraben wurde, blieb sie auf dem Grabe sitzen und von ihren Tränen wurde ein Teich, der noch dort zu sehen ist. Und noch oft hört man sie auf der Stelle weinen.
(Jacob Grimm, 1785-1863 & Wilhelm Grimm, 1786-1859)
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© Achim Lückemeyer/www.pixelio.de
Tags: Bedingung, Brüder Grimm, Fürstenberg, Heimatsagen, Liebe, Nordrhein-Westfalen, Sagen, Tod, Treue
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Donnerstag, Februar 11th, 2010
Es ist mal eine Frau gewesen, die hat auch einen Verbund mit dem Teufel gemacht. Aber nachher hat es sie gereut. Da ist sie zum Pastorn gegangen; der hat ihr auferlegt, sie sollte sieben Jahr nacheinander eine Wallfahrt nach Werl tun zur Ehre Gottes und nie die Unwahrheit sagen, sondern immer an den lieben Gott denken.
Wenn sie dann das letzte Mal hinging, dürfe sie sich beileibe nich umsehn und auch nicht umkehren, wenn sie was vergessen hätte. Nun geht sie sechs Jahr nacheinander hin, und wie sie das siebte Jahr ihre Wallfahrt antritt, freute sie sich aus Herzens Grund auf den Weg, dass sie nun bald erlöst wäre. Auf einmal fallen ihr ihre Handschuh ein, die sie auf dem Tisch liegen gelassen hatte; sie dreht um, auf dem Fleck steht nun der Teufel vor ihr und zerbricht ihr auch gleich den Hals.
Wie nun aufs andere Jahr die Leute wieder nach Werl gegangen, kroch eine Kröte vor ihnen auf dem Weg, die stießen sie zurück und gingen weiter. Das nächste Jahr ging’s wieder so und so sechs Jahre; im siebten war ein frommer Geistlicher mit auf der Wallfahrt. Wie der sah, dass die Leute sie gerade zurückstoßen wollten, untersagte er es ihnen.
"Lasst sie auch ihren Weg gehn, sie stört niemand." Da sahen sie vor ihren Augen, wie die Kröte bis nach Werl in die Kirche kroch und sich vor den Hochaltar setzte. Da drehte sich der Priester vor dem Altare um und kam mit unserm lieben Herrn die Stufen herunter, um die heilige Kommunion auszuteilen.
Wie er nun die Kröte gerade vor sich sitzen sah, befragte er sie, was ihr Begehren wär. Da sagte sie, dass sie dieselbe Frau sei, die vor sieben Jahren auf der Wallfahrt verschwunden. Nun wär ihr auferlegt, sie solle nicht eher zur Ruhe eingehen, bis sie als Kröte ihre Wallfahrt beendigt, jetzt solle er sie mit dem hochwürdigen Gut zum Tode einsegnen, dann wäre sie erlöst.
Als das nun der Priester getan und auch allen die Kommunion ausgeteilt hatte, bückte er sich zur Kröte herunter. Da sah er, dass sie tot war.
Sie wurde zu Werl auf dem Kirchhof begraben.

(Jacob Grimm, 1785-1863 & Wilhelm Grimm, 1786-1859)
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© Sandra Krumme/PIXELIO (Bild 1 – Wallfahrtsbasilika Werl)
© kasina/PIXELIO (Bild 2)
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Tags: Brüder Grimm, Erlösung, Friedhof, Heimatsagen, Kirche, Kröte, Nordrhein-Westfalen, Sagen, Teufel, Tod, Wallfahrt, Werl
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Dienstag, Februar 9th, 2010

Zu Hersfeld dienten zwei Mädchen in einem Hause, die pflegten jeden Abend, ehe sie zu Bette schlafen gingen, eine Zeitlang in der Stube stillzusitzen. Den Hausherrn nahm das endlich Wunder, er blieb daher einmal auf, verbarg sich im Zimmer und wollte die Sache ablauern.
Wie die Mägde nun sich beim Tisch allein sitzen sahen, hob die eine an und sagte: "Geist, tue dich entzücken und tue jenen Knecht drücken!" Darauf stieg ihr und der andern Magd gleichsam ein schwarzer Rauch aus dem Halse und kroch zum Fenster hinaus; die Mägde fielen zugleich in tiefen Schlaf.
Da ging der Hausvater zu der einen, rief sie mit Namen und schüttelte sie, aber vergebens, sie blieb unbeweglich. Endlich ging er davon und ließ sie; des Morgens darauf war die Magd tot, die er gerüttelt hatte, die andere aber, die er nicht angerührt, blieb lebendig.
(Jacob Grimm, 1785-1863 & Wilhelm Grimm, 1786-1859)
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© Slicer/www.pixelio.de
Tags: Bad Hersfeld, Brüder Grimm, Geist, Heimatsagen, Hersfeld, Hessen, Hexen, Rauch, Sagen
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