Der Mann, dem Geld lieber war als das Leben – eine altchinesische Fabel von Liu Zongyuan
Mittwoch, Oktober 8th, 2008In Yongzhou gab es viele gute Schwimmer. Eines Tages schwoll plötzlich der Fluss an. Der Gefahr nicht achtend, nahmen mehrere Männer ein Boot und versuchten, ans andere Ufer zu gelangen. Jedoch mitten im Strom kenterten sie. Nun begannen alle, schnell an Land zu schwimmen. Nur einer schien kaum vorwärts zu kommen, obwohl er seine Arme kräftig bewegte.
"Du bist doch ein besserer Schwimmer als wir alle. Wie kommt es, dass du zurückbleibst?" riefen seine Gefährten. "Ich trage tausend Münzen bei mir", antwortete der Angeredete. "Wirf sie doch weg!" drängten die Freunde.
Er antwortete nicht, sondern schüttelte nur den Kopf, obgleich es ihm schwerfiel, sich über Wasser zu halten.
Die anderen erreichten das Ufer und riefen zu ihm hinaus: "Weg mit den Geldstücken, du Narr! Was nützt dir das Geld, wenn du ertrinkst?" Der Mann schüttelte aber immer noch den Kopf.
Kurz darauf ging er unter.

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