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Archive for the ‘Zhuangzi’ Category

Die Salbe – eine altchinesische Fabel

Montag, Juli 20th, 2009

pixelio.de - Die Salbe

Im Staate Song lebte ein Mann, dessen Familie sich seit Generationen durch das Seidenwaschen den Lebensunterhalt verdient hatte. Sie verstand es auch, eine vorzügliche Salbe für aufgesprungene Hände zu bereiten. Ein Fremder, der von dieser Medizin gehört hatte, bot hundert Silberstücke für das Rezept.

"Seit Generationen waschen wir Seide", beriet sich die Familie, "aber unser Auskommen war stets kärglich. Nun bietet man uns hundert Silberstücke für unser Rezept. Das sollten wir annehmen."

Nachdem der Fremde das Rezept erworben hatte, bot er es dem König des Staates Wu an, der ihn daraufhin sogleich zum General beförderte. Inzwischen war nämlich der Staat Wu vom Nachbarstaat Yue überfallen worden. Der Armee des Generals, der das Heilmittel besaß, gelang es, mitten im Winter die Feinde aus Yue in einer Seeschlacht völlig zu vernichten. Dafür wurde er geadelt und mit Ländereien belehnt.

Die gleiche Salbe - doch der ein wurde ein Lehnsherr, der andere blieb ein Wäscher. Es kommt ganz darauf an, wie man die Dinge nutzt.

(Zhuangzi)

Verwendetes Bild ist von:
© Claudia Hautumm/PIXELIO
www.pixelio.de

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Der Frosch im Brunnen – eine altchinesische Fabel von Zhuangzi

Montag, November 17th, 2008

Ein Frosch lebte in einem flachen Brunnen.

"Sieh an, wie gut es mir geht!" sagte er zu einer Riesenschildkröte, die in der Östlichen See wohnte. "Wenn mir froh zumute ist, springe ich auf den Brunnenrand. Bin ich müde, lege ich mich in einer Spalte des Brunnens schlafen. Manchmal tummle ich mich im Wasser und stecke den Kopf hinaus oder spaziere knöcheltief durch den weichen Schlamm. Keine Krabbe, keine Kaulquappe kann sich mit mir vergleichen! Ich bin Herr des Wassers und gebiete dem ganzen Brunnen. Warum hast du dich nicht schon früher einmal sehen lassen und dich hier erholt?"

Ehe die Schildkröte aus der Östlichen See ihren linken Fuß in den Brunnen gesetzt hatte, blieb sie mit dem rechten schon irgendwo stecken. So hielt sie inne und wich erst einmal einige Schritte zurück, bevor sie zu sprechen begann:

"Kennst du das Meer? Es ist über tausend Meilen breit und zehntausend Fuß tief. In neun von zehn Jahren hat es früher Überschwemmungen gegeben, aber der Wasserspiegel des Meeres ist nicht gestiegen. Später gab es in sieben von acht Jahren große Dürre, aber das Wasser des Meeres ist nicht weniger geworden. Duch alle Zeiten blieb es gleich. Deshalb, mein Freund, bin ich glücklich, Bewohner der weiten See zu sein."

pixelio.de Der Frosch im Brunnen

Da war der Frosch vor Staunen starr.

Verwendetes Bild ist von:
© Detlef Linek/PIXELIO
www.pixelio.de

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Schönheit ist unnachahmbar – eine altchinesische Fabel von Zhuangzi

Dienstag, Oktober 21st, 2008

pixelio.de Schönheit ist unnachahmbarWenn Xi Shi, die berühmte Schönheit, an Sodbrennen litt, sah man sie oftmals die Stirn kraus ziehen.

 Ein hässliches Mädchen aus dem gleichen Dorf bemerkte, wie gut ihr das stand, und so legte auch sie die Hände vor die Brust und runzelte die Stirn, wann immer jemand vorüberging.

Doch wenn die Reichen sie erblickten, schlossen sie die Türen, und niemand hatte Lust hinauszugehen. Auch die Armen machten einen großen Bogen um das Mädchen.

Eines hatte das arme Ding nicht bedacht: dass die krause Stirn nur dann ein Gesicht ziert, wenn es auch wirklich schön ist.

Verwendetes Bild ist von:
© MaryLove/PIXELIO
www.pixelio.de

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Der Drachentöter – eine altchinesische Fabel von Zhuangzi

Montag, Oktober 20th, 2008

Es lebte einmal ein Mann namens Zhu Pingman, der bei Zhi Liyi in die Lehre ging, um die Kunst des Drachentötens zu erlernen. Drei Jahre dauerte die Ausbildung, und sie kostete ihn sein ganzes Vermögen.

Einen Drachen aber bekam er nie zu Gesicht, und so vermochte er seine Kunst nicht anzuwenden.

pixelio.de Der Drachentöter

Verwendetes Bild ist von: © Domino/PIXELIO
www.pixelio.de

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Drei Kastanien oder vier – eine altchinesische Fabel von Zhuangzi

Sonntag, Oktober 19th, 2008

pixelio.de Drei Kastanien oder vier

Im Staate Song lebte einmal ein Affenzüchter, der seine Affen über alles liebte und auch von ihnen sehr geliebt wurde. Eher sparte er am Essen für seine Familie, als dass er seinen Affen weniger Futter gab. Seine Lage aber verschlechterte sich, und schließlich musste er die Futterration der Affen herabsetzen.

Um jedoch keinen Aufruhr zu erwecken, erklärte er ihnen: "Wenn ich euch von jetzt an jeden Morgen drei Kastanien und abends vier gebe, seid ihr dann zufrieden?" Wütend sprangen die Affen auf.

"Nun gut, da will ich euch morgens vier und abends drei Kastanien geben", sagte er. "Nun solltet ihr aber wirklich zufrieden sein." Freudig und mit tiefer Befriedigung setzten sich die Affen wieder auf ihr Hinterteil.

Verwendetes Bild ist von: Fotograf unbekannt, Bearbeitung: nafas/PIXELIO
www.pixelio.de

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Die Wachtel und der Vogel Rock – eine altchinesische Fabel von Zhuangzi

Sonntag, Oktober 19th, 2008

Es lebte einmal ein Riesenvogel namens Rock. Sein Rücken war so hoch wie der Berg Tai, und wenn er seine Flügel ausbreitete, dann waren sie weit wie die Wolken, die den Himmel bedecken. Sobald er sich in die Lüfte erhob, begann ein ungeheurer Sturm, und wenn er hoch über den Wolken unter dem tiefblauen Himmel dahinschwebte, legte er mit einem einzigen Flügelschlag tausend Meilen zurück. Einmal flog er vom Norden zum Südlichen Meer.

"Was hat er nur?" wunderte sich eine Wachtel und konnte das Lachen nicht verbergen. "Ich hüpfe hier im Gebüsch herum, und das genügt mir völlig. Wo er bloß hin will!"

Wenn der Horizont verschieden ist, sind es auch die Gedanken  

  pixelio.de Die Wachtel und der Vogel Rock

Verwendetes Bild ist von:
© Manfred Walker – manwalk/PIXELIO
www.pixelio.de

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Tödliche Gastfreundschaft – eine Fabel von Zhuangzi

Mittwoch, September 17th, 2008

Zhuangzi, auch unter Dschuang Dsi bekannt, lebte ca. 365 – 290 v. Chr. und war ein chinesischer Philosoph und Dichter

 

In der Umgebung der Hauptstadt des Staates Lu ließ sich einmal eine Seemöwe zur Erde nieder. Der Fürst von Lu ließ es sich nicht nehmen, die Möwe zu begrüßen und ihr zu Ehren ein großes Fest im Tempel zu veranstalten. Köstliche Musik ertönte, großartige Opfer wurden dargebracht, aber der Vogel saß da wie betäubt.

Ganz elend schaute er drein und mochte weder einen Bissen Fleisch noch einen Schluck Wein zu sich nehmen. Nach drei Tagen war er tot.

Der Fürst von Lu hatte seinem Gast geboten, was er selbst liebte, aber nicht daran gedacht, was eine Seemöwe mag.

Tödliche Gastfreundschaft

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