Die alte Straßenlaterne – ein Märchen von Hans Christian Andersen
Sonntag, Februar 15th, 2009Hast du schon die Geschichte von der alten Straßenlaterne gehört? Sie ist gar nicht so außerordentlich lustig, aber man kann sie immerhin einmal anhören.
Es war eine brave alte Straßenlaterne, die viele, viele Jahre ihren Dienst versehen hatte, jetzt aber in den Ruhestand versetzt werden sollte. Es war der letzte Abend, den sie auf dem Pfahle saß und die Straße beleuchtete. Es war ihr zumute, wie einer alten Balletttänzerin, die zum letzten Male tanzt und weiß, dass sie morgen in ihrer Bodenkammer sitzt. Die Laterne hatte große Angst vor dem nächsten Tage, denn sie wußte, dass sie zum ersten Male auf dem Rathaus erscheinen und von Bürgermeister und Rat besichtigt werden sollte, ob sie noch brauchbar sei oder nicht. Da sollte nun beschlossen werden, ob sie auf eine der Brücken geschickt werden sollte, um dort zu leuchten, oder auf das Land in eine Fabrik. Vielleicht ging sie geradewegs zu einem Eisengießer, um umgegossen zu werden; da konnte ja alles aus ihr werden. Aber es schmerzte sie, dass sie nicht wusste, ob sie dann wohl die Erinnerung daran behalten würde, dass sie früher eine Straßenlaterne gewesen war.
Wie es ihr auch gehen mochte, soviel ist gewiss, sie würde vom Wächter und seiner Frau, die sie wie zu ihrer Familie gehörig betrachteten, getrennt werden. Sie wurde Laterne, als er Wächter wurde. Die Frau wollte damals hoch hinaus. Nur wenn sie abends an der Laterne vorbeiging, sah sie sie an, am Tage aber niemals. Jetzt aber, in den letzten Jahren, wo sie alle drei, der Wächter, die Frau und die Laterne, alt geworden waren, hatte die Frau auch sie gepflegt, geputzt und Öl eingegossen. Ehrlich waren die beiden Eheleute, niemals hatten sie die Laterne um einen Tropfen betrogen. Es war ihr letzter Abend auf der Straße, und morgen sollte sie aufs Rathaus, das waren trübe Gedanken für die Laterne, und so kann man sich wohl denken, wie sie brannte.
Aber es gingen auch andere Gedanken durch sie hindurch. Da war so vieles, was sie gesehen hatte, vielleicht ebensoviel wie Bürgermeister und Rat, aber sie sagte es nicht, denn sie war eine brave alte Laterne, die niemandem etwas zuleide tun mochte, am allerwenigsten ihrer Obrigkeit. Sie erinnerte sich an so vieles, und es war, als sagte ihr ein Gefühl: »Ja, man wird sich auch meiner erinnern! Da war damals der hübsche junge Mann – ja, es ist nun viele Jahre her -, er hatte einen Brief auf rosarotem Papier, so fein und mit Goldrand, der von einer Damenhand so zierlich geschrieben war. Der junge Mann las ihn zweimal, und er küsste ihn, und er sah zu mir hinauf mit seinen Augen, die sagten: ›Ich bin der glücklichste Mensch!‹ Ja nur er und ich wussten, was in dem ersten Brief seiner Geliebten stand. -

Ich erinnere mich auch an zwei andere Augen, es ist seltsam, wie die Gedanken springen können! Hier in der Straße war ein prächtiges Leichenbegräbnis; die junge schöne Frau lag im Sarge auf dem samtenen Leichenwagen, auf dem so viele Blumen und Kränze waren, so viele Fackeln leuchteten, dass ich gar nicht zu sehen war. Der ganze Bürgersteig war voll von Menschen, die alle dem Leichenzuge folgten, aber als die Fackeln außer Sicht waren und ich mich umsah, stand jemand an meinem Pfahl und weinte; niemals vergesse ich die beiden traurigen Augen, die zu mir aufblickten!«
So gingen viele Gedanken durch die alte Straßenlaterne, die heute Abend zum letzten Mal leuchtete. Die Schildwache, die abgelöst wird, kennt doch ihren Nachfolger und kann ihm ein paar Worte sagen, aber die Laterne kannte den ihrigen nicht, und sie hätte doch den einen oder anderen Wink, über Wind und Wetter geben können, wie weit der Mond auf den Bürgersteig ging und von welcher Seite der Wind blies.
Auf der Rinnsteinbrücke standen drei, die sich der Laterne vorgestellt hatten, weil sie glaubten, dass sie es sei, die das Amt vergäbe. Der eine von ihnen war ein Heringskopf, der leuchtete im Dunkeln, und darum meinte er, dass es ja eine große Ölersparnis sein könnte, wenn er auf den Pfahl käme. Der zweite war ein Stück faules Holz, das auch leuchtete und immer noch mehr als ein Klippfisch, wie es selbst sagte, außerdem sei es das letzte Stück eines Baumes, der einst die Zierde des Waldes gewesen war. Der dritte war ein Johanniswürmchen; woher das gekommen, begriff die Laterne nicht, das Würmchen war aber da und es leuchtete auch. Das faule Holz und der Heringskopf leisteten aber einen Eid darauf, dass es nur zu bestimmten Zeiten leuchte und daher niemals in Betracht kommen könne.
Die alte Laterne sagte, dass keiner von ihnen genügend leuchte, um eine Straßenlaterne zu sein. Aber das glaubte keiner von ihnen, und als sie hörten, dass die Laterne nicht selbst das Amt zu vergeben hatte, sagten sie, dass dieses sehr erfreulich sei, denn sie wäre auch viel zu hinfällig, um die Wahl treffen zu können.
Im selben Augenblick kam der Wind um die Straßenecke und sauste durch das Luftloch der alten Laterne und sagte zu ihr: »Was muss ich hören! Du willst morgen fort? Ist es wirklich der letzte Abend, an dem ich dich hier treffe? Ja, dann sollst du noch ein Geschenk bekommen; ich blase jetzt in deinen Hirnkasten, so dass du dich nicht nur klar und deutlich an das erinnern kannst, was Du gehört und gesehen hast, sondern auch so einen klaren Kopf bekommst, dass du sogar das siehst, was in deiner Gegenwart erzählt oder gelesen wird.« »Ja, das ist überaus viel!« sagte die alte Laterne. »Vielen Dank! Wenn ich nur nicht umgegossen werde!«
»Das geschieht noch nicht!« sagte der Wind, »Jetzt blase ich dir das Gedächtnis auf, und wenn du noch mehr Geschenke bekommst als dieses, kannst du einen ganz vergnüglichen Lebensabend haben.« »Wenn ich nur nicht umgegossen werde!« sagte die Laterne. »Oder kannst Du mir auch dann das Gedächtnis sichern?« »Alte Laterne, sei vernünftig!« sagte der Wind, und dann blies er.
Im selben Augenblick kam der Mond hervor. »Was schenken Sie?« fragte der Wind.

»Ich schenke nichts!« sagte der Mond. »Ich bin ja im Abnehmen, und die Laternen haben nie für mich geleuchtet, aber ich habe für die Laternen geleuchtet.« Und so ging der Mond wieder hinter die Wolken zurück, denn er wollte nicht belästigt werden. Da fiel gerade in das Luftloch ein Wassertropfen, der wie eine Traufe war; aber der Tropfen sagte, er komme aus den grauen Wolken und sei auch ein Geschenk und vielleicht das allerbeste. »Ich dringe in dich hinein, so dass du die Fähigkeit bekommst, in einer Nacht, wenn Du es wünschst, in Rost überzugehen, ganz zusammenzufallen und zu Staub zu werden.« Doch das schien der Laterne ein schlechtes Geschenk zu sein, und dem Wind erschien es ebenso. »Habt Ihr nichts Besseres? Habt Ihr nichts Besseres?« blies er, so laut er konnte. Da fiel eine glänzende Sternschnuppe, die in einem langen Streifen leuchtete.
»Was ist das?« rief der Heringskopf. »Fiel da nicht ein Stern herunter? Ich glaube, der ging in die Laterne! Na, freilich, wenn selbst so Hochstehende sich um das Amt bewerben, da können wir gute Nacht sagen und nach Hause gehen.« Und das taten er und die anderen auch.

Aber die alte Laterne leuchtete mit einem Mal so wunderbar hell. »Das war ein herrliches Geschenk!« sagte sie. »Die hellen Sterne, über die ich mich immer so sehr gefreut habe und die so herrlich leuchteten, wie ich es niemals gekonnt habe, obwohl es mein ganzes Sinnen und Trachten war, die haben mir armen alten Laterne Beachtung geschenkt und mir einen von ihnen mit einem Geschenk gesandt, das in der Fähigkeit besteht, dass alles, dessen ich mich entsinne und das ich recht deutlich sehe, auch von denen gesehen werden kann, die ich gern habe! Und das ist erst das wahre Vergnügen, denn wenn man es nicht mit anderen teilen kann, so ist es nur die halbe Freude!«
»Das ist sehr vornehm gedacht!« sagte der Wind, »aber du weißt wohl nicht, dass Wachslichter dazu gehören. Wenn in dir nicht eins angesteckt wird, kann kein anderer etwas durch sich sehen. Das haben die Sterne nicht bedacht, sie glauben nun, dass alles, was da leuchtet, zumindest ein Wachslicht in sich hat. Aber nun bin ich müde!« sagte der Wind, »nun will ich mich legen!« Und dann legte er sich.
Am nächsten Tage – ja, den nächsten Tag können wir überspringen; – am nächsten Abend lag dann die Laterne im Lehnstuhl, und wo? – Bei dem alten Wächter. Er hatte sich vom Bürgermeister und Rat ausgebeten, für seine langen treuen Dienste die alte Laterne behalten zu dürfen. Sie lachten ihn aus, als er darum bat, und dann gaben sie sie ihm, und nun lag die sie im Lehnstuhl dicht an dem warmen Ofen, und es war gerade, als sei sie dadurch größer geworden, sie füllte fast den ganzen Stuhl aus.
Und die alten Leute saßen bei ihrem Abendbrot und warfen freundlich Blicke auf die alte Laterne, der sie gern einen Platz am Tisch gegönnt hätten. Es war freilich nur ein Keller, in dem sie wohnten, zwei Ellen tief in der Erde. Man musste über eine gepflasterte Diele, um in die Stube hineinzukommen, aber warm war es hier, denn vor die Tür waren Tuchleisten genagelt. Reinlich und hübsch sah es hier aus. Vorhänge hingen um die Bettstellen und vor den kleinen Fenstern, wo oben auf dem Fensterbrett zwei wunderliche Blumentöpfe standen, die Matrose Christian ihnen aus Ost- und Westindien mit nach Hause gebracht hatte.
Es waren zwei Elefanten aus Ton, denen der Rücken fehlte; statt dessen spross aus der Erde, mit der sie gefüllt waren, in dem einen der schönste Schnittlauch - das war der Küchengarten der alten Leute -, in dem anderen eine große blühende Geranie - das war der Blumengarten. An der Wand hing ein großes buntes Bild: der Kongress zu Wien, da hatten sie alle Könige und Kaiser auf einmal! – Eine Bornholmer Uhr mit schweren Bleigewichten ging »Tick! Tack!« und immer zu geschwind, aber das sei besser, als wenn sie zu langsam gehe, sagten die alten Leute. Sie aßen ihr Abendbrot, und die alte Straßenlaterne lag, wie gesagt, im Lehnstuhl dicht bei dem warmen Ofen. Es schien der Laterne, als sei die ganze Welt um und um gedreht. Aber als der alte Wächter sie ansah und davon sprach, was sie beide zusammen erlebt hatten in Wind und Wetter, in den hellen kurzen Sommernächten und wenn der Schnee fegte, so dass es gut war, in den Keller zu kommen, da war für die alte Laterne wieder alles in Ordnung. Sie sah alles so deutlich, als ob es noch sei, ja, der Wind hatte freilich gut in ihr aufgeleuchtet.
Sie waren sehr fleißig und rege, die alten Leute, keine Stunde wurde verträumt. Sonntag nachmittag kam das eine oder andere Buch hervor, am liebsten eine Reisebeschreibung, und der alte Mann las vor von Afrika, von den großen Wäldern und den Elefanten, die dort wild herumlaufen, und die alte Frau hörte gespannt zu und blickte verstohlen nach den Tonelefanten, die Blumentöpfe waren.
»Ich kann es mir beinahe vorstellen!« sagte sie. Und die Laterne wünschte sehnlichst, dass ein Wachslicht da sei und in ihr angebrannt werden könnte, dann hätte die alte Frau alles ganz genau sehen können, wie es die Laterne sah, die hohen Bäume, die dicht ineinander verschlungenen Zweige, die nackten schwarzen Menschen zu Pferde und Scharen von Elefanten, die mit ihren breiten Füßen Rohr und Gebüsche zertraten.
»Was helfen nun alle meine Fähigkeiten, wenn kein Wachslicht da ist!« seufzte die Laterne. »Sie haben nur Öl und Talglicht, und das genügt nicht!«
Eines Tages gelangte ein ganzer Haufen Wachslichtstückchen hinunter in den Keller, die größten Stücke wurden verbrannt, die kleinen benutzte die alte Frau, um ihren Zwirn zu wachsen, wenn sie nähte. Wachslichter war da, aber es fiel ihnen nicht ein, ein kleines Stück in die Laterne zu stecken.

»Da stehe ich nun mit meinen seltenen Fähigkeiten«, sagte die Laterne. »Ich habe alles in mir, aber ich kann es nicht mit ihnen teilen! Sie wissen nicht, dass ich die weißen Wände in die schönsten Tapeten verwandeln kann, in reiche Wälder, in alles, was sie sich nur wünschen können! – Sie wissen es nicht!«
Die Laterne stand im übrigen geputzt und nett in einem Winkel, wo sie immer in die Augen fiel. Die Leuten sagten freilich, sie sei ein Gerümpel, aber darum kümmerten sich die Alten nicht, sie hatten die Laterne lieb.
Eines Tages – es war des alten Wächters Geburtstag - kam die alte Frau zur Laterne, schmunzelte und sagte: »Ich will heute seinetwegen illuminieren!« Und die Laterne knarrte mit der Blechhaube und dachte: »Nun geht ihnen doch ein Licht auf!« Aber es kam Öl hinein und kein Wachslicht. Sie brannte den ganzen Abend hindurch, wusste aber nun, dass die Gabe, die die Sterne geschenkt hatten, die beste Gabe von allen, ein toter Schatz für dieses Leben bleiben würde.
Da träumte sie – und wenn man solche Fähigkeiten hat, kann man träumen – dass die alten Leute gestorben wären und sie selbst zum Eisengießer gekommen sei, um umgegossen zu werden. Sie war ebenso ängstlich wie damals, als sie auf das Rathaus musste, um vom Bürgermeister und Rat besichtigt zu werden. Aber obwohl sie hätte in Rost und Staub zerfallen können, wenn sie es nur gewünscht hätte, tat sie es doch nicht, und so kam sie in den Schmelzofen und wurde zu dem schönsten eisernen Leuchter, den man sich nur wünschen konnte, um ein Wachslicht hineinzustecken. Er hatte die Form eines Engels, der einen Strauß trägt, und mitten in den Strauß wurde das Wachslicht gesteckt.
Der Leuchter bekam seinen Platz auf einem grünen Schreibtisch, und das Zimmer war höchst gemütlich. Es standen dort viele Bücher, es hingen dort herrliche Bilder, es war bei einem Dichter, und alles, was er dachte oder schrieb, das rollte sich rings um ihn auf, und die Stube wurde zu dichten dunklen Wäldern, zu sonnigen Wiesen, wo der Storch einherstolzierte, und zum Schiffsdeck auf dem wogenden Meere! -
»Welche Fähigkeiten habe ich doch!« sagte die alte Laterne, als sie erwachte. »Fast könnte ich mich danach sehnen, umgeschmolzen zu werden, doch nein, das darf nicht geschehen, solange die alten Leute leben! Sie lieben mich meiner Person wegen! Ich bin ja wie ihr eigenes Kind, und sie haben mich geputzt und mir Öl gegeben, und ich habe es eben so gut wie der ‘Kongress’, der doch so etwas Vornehmes ist!«
Und seit dieser Zeit hatte sie mehr innere Ruhe, und das hatte die alte brave Straßenlaterne verdient.
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War es nun Winter, und Schnee lag ringsherum blendend weiß, dann kam oft ein Hase gesprungen und setzte gerade über das Bäumchen fort. Oh, das war empörend! Aber zwei Winter verstrichen, und im dritten war der Baum schon so hoch, dass der Hase um ihn herumlaufen musste. Oh, wachsen, wachsen, groß und alt werden, das ist doch das einzig Schöne in der Welt! dachte der Baum. Im Spätherbst erschienen regelmäßig Holzhauer und fällten einiger der größten Bäume.
"Und dann?" 
Es war so gräßlich kalt; es schneite, und es begann dunkler Abend zu werden; es war auch der letzte Abend des Jahres, Silvesterabend. In dieser Kälte und in diesem Dunkel ging auf der Straße ein kleines, armes Mädchen mit bloßem Kopf und nackten Füßen; ja, sie hatte ja freilich Pantoffeln angehabt, als sie von zu Hause kam, aber was konnte das helfen? Es waren sehr große Pantoffeln, die ihre Mutter bisher benutzt hatte, so groß waren sie. Und die verlor die Kleine, als sie über die Straße weg eilte, weil zwei Wagen schrecklich schnell vorbeifuhren; der eine Pantoffel war nicht wieder zu finden, und mit dem andern lief ein Junge fort; er sagte, daß er ihn als Wiege benützen könne, wenn er selbst einmal Kinder bekäme.


"Großmutter!" 
Der Bürgermeister stand am offenen Fenster; er war in feinem Manschettenhemd, mit Brustnadel in der Hemdkrause, und außerordentlich glattrasiert, eigenhändige Arbeit; doch hatte er sich einen kleinen Schnitte beigebracht, aber darauf klebte ein Stückchen Zeitung.
Und der Knabe ging; die Mütze behielt er in der Hand, und der Wind blies durch sein gelbes Haar, dass lange Büschel in die Höhe standen. Er bog um die Straßenecke in die kleine Gasse ein, die nach dem Fluss führt, wo die Mutter im Wasser an der Waschbank stand und mit dem Schlegel die schwere Wäsche schlug. Das Wasser strömte stark, denn die Schleusen der Mühle waren aufgezogen, das Bettlaken trieb mit dem Strom und war nahe daran, die Bank umzureißen. Die Waschfrau musste sich dagegenstemmen.
Ich küsste den Ring, dass mir die Lippen bluteten, und darauf gab ich ihn meiner Herrin und sagte ihr, dass ich in der nächsten Woche mit dem Handschuhmacher aufgeboten würde. Da nahm mich meine Herrin in die Arme und küsste mich – sie sagte nicht, dass ich nichts tauge, aber damals war ich vielleicht auch besser, obwohl ich noch nicht so viel vom Unglück der Welt gespürt hatte. Zu Lichtmess war die Hochzeit; und im ersten Jahre ging es gut, wir hatten einen Gesellen und einen Lehrjungen, und du, Maren, dientest bei uns."
Auf den Kirchhof trug man sie, auf den Kirchhof der Armen, Maren pflanzte einen kleinen Rosenstock auf das Grab, der Knabe stand neben ihr..jpg)
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“Schwarze Schnecken werden wohl da sein, denke ich”,


"Sehen Sie mich an!" 


), und das geschah, weil er so schrecklich mit dem prahlte, was niemals wahr gewesen ist. Und daran wollen wir denken, damit wir es nicht genauso machen; denn wir können freilich niemals wissen, ob wir nicht auch einmal in den Lumpensack kommen und zu weißem Papier werden und unsere ganze Geschichte, selbst die allergeheimste, gedruckt bekommen und ebenso umherlaufen und sie erzählen müssen wie der Halskragen.