Google
Märchen-Suche
Google

Archive for the ‘Lehrgedichte’ Category

Der Adler und der Uhu – ein Lehrgedicht

Sonntag, August 2nd, 2009

pixelio.de - Der Adler und der Uhu

König Adler hatt’ einmal
einen Uhu zum Minister.
"Lieber Alter", fragt’ er ihn,
"welcher Meinung ist Er:
Dulden wir die Nachtigall,
die nichts kann, als singen?"

"Jeden, welcher sonst nichts kann,
rat’ ich umzubringen!"

Diesem Blutrat, ausgeführt,
folgte dumpfes Ächzen
und im Lande hörte man
nur noch Raben krächzen!

(Johann Wilhelm Ludwig Gleim, 1719-1803)

Verwendetes Bild ist von:
© knipseline/PIXELIO
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der Schwan und die Ente – ein Lehrgedicht

Montag, Juli 20th, 2009

pixelio.de - Der Schwan und die Ente

Ein edler Schwan, so weiß wie Schnee,
bereiste seinen Strom, die Spree,
mit ausgespannetem Gefieder.
Ein’ Ente schwamm ihm nach: "Gevatter! Vetter Schwan!",
fing sie sogleich zu schnattern an,
"singt Ihr denn keine Lieder?
Ihr schweigt, ich weiß in Wahrheit nicht warum?
Seid Ihr denn etwa stumm?"

"Frau Ent‘", antwortete der Schwan,
"weil wie die Nachtigall ich doch nicht singen kann,
so schweig ich lieber
und wund’re mich darüber,
dass Ihr mit Eurem Schnatterton
nicht schweigt! Bekommt Ihr Lohn?
Ihr singt, ich weiß in Wahrheit nicht warum?
Seid Ihr denn etwa dumm?"

"Was?", sprach die Ente, "dumm wär ich?
Bekümm’re dich um dich!"

Sie schnatterte viel Schimpf,
der Schwan sprach nicht ein Wort
und setzte seine Reise fort!

(Johann Wilhelm Ludwig Gleim, 1719-1803)

Verwendetes Bild ist von:
© Alisha/PIXELIO
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der Hengst und eine Wespe – ein Lehrgedicht

Samstag, Juli 4th, 2009

pixelio.de - Der Hengst und eine Wespe

Eine kleine Wespe stach
einen Hengst. Er schlug nach ihr
und die kleine Wespe sprach:
"Hengstchen, schlag doch nicht nach mir!
Sieh, ich sitz an sicherm Orte,
Hengstchen, sieh! Du triffst mich nicht!"

Hengstchen gab ihr gute Worte
und die kleine Wespe spricht:
"Sanftmut findet doch Gehör!
Sieh, nun stech ich dich nicht mehr!"

(Johann Wilhelm Ludwig Gleim, 1719-1803)

Verwendetes Bild ist von:
© Jessica Konrad/PIXELIO
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Das Kutschpferd – ein Lehrgedicht

Samstag, Juli 4th, 2009

pixelio.de - Das Kutschpferd

Ein Kutschpferd sah den Gaul den Pflug im Acker ziehn
und wieherte mit Stolz auf ihn.
"Wann", sprach es und fing an, die Schenkel schön zu heben,
"wann kannst du dir ein solches Ansehen geben?
Und wann bewundert dich die Welt?"

"Schweig", rief der Gaul, "und lass mich ruhig pflügen,
denn baute nicht mein Fleiß das Feld,
wo würdest du den Hafer kriegen,
der deiner Schenkel Stolz erhält?"

Die ihr die Niedern so verachtet,
vornehme Müßiggänger, wisst,
dass selbst der Stolz, mit dem ihr sie betrachtet,
dass euer Vorzug selbst, aus dem ihr sie verachtet,
auf ihren Fleiß gegründet ist.
Ist der, der sich und euch durch seine Hand ernährt,
nichts Bessers als Verachtung wert?
Gesetzt, du hättest bessre Sitten,
so ist der Vorzug doch nicht dein.
Denn stammtest du aus ihren Hütten,
so hättest du auch ihre Sitten.
Und was du bist, und mehr, das würden sie auch sein,
wenn sie wie du erzogen wären.
Dich kann die Welt sehr leicht, ihn aber nicht entbehren.

(Christian Fürchtegott Gellert, 1715-1769)

verwendetes Bild ist von:
© Christoph Ehleben/PIXELIO
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der Fuchs und die Elster – ein Lehrgedicht

Freitag, Juli 3rd, 2009

Zur Elster sprach der Fuchs: "O, wenn ich fragen mag,
was sprichst du doch den ganzen Tag?
Du sprichst wohl von besondern Dingen?"

"Die Wahrheit", rief sie, "breit ich aus.
Was keines weiß herauszubringen,
bring ich durch meinen Fleiß heraus,
vom Adler bis zur Fledermaus."

Dürft’ ich", versetzt der Fuchs, "mit Bitten dich beschweren:
so wünscht’ ich mir, etwas von deiner Kunst zu hören."

So wie ein weiser Arzt, der auf der Bühne steht
und seine Künste rühmt, bald vor-, bald rückwärts geht,
ein seidnes Schnupftuch nimmt, sich räuspert, und dann spricht,
so lief die Elster auch den Ast bald auf, bald nieder,
und strich an einem Zweig den Schnabel hin und wider
und macht ein sehr gelehrt Gesicht.
Drauf fängt sie ernsthaft an und spricht:
"Ich diene gern mit meinen Gaben,
denn ich behalte nichts für mich.
Nicht wahr, Sie denken doch, dass sie vier Füße haben?
Allein, Herr Fuchs, sie irren sich.
Nur zugehört! Sie werden’s finden,
denn ich beweis es gleich mit Gründen.
Ihr Fuß bewegt sich, wenn er geht,
und er bewegt sich nicht, solang er stille steht.
Doch merken Sie, was ich itzt sagen werde,
denn dieses ist noch nicht ganz.
Sooft Ihr Fuß nur geht, so geht er auf der Erde.
Betrachten Sie nun Ihren Schwanz.
Sie sehen, wenn Ihr Fuß sich reget,
dass auch Ihr Schwanz sich mitbeweget,
itzt ist Ihr Fuß bald hier, bald dort,
und so geht auch Ihr Schwanz mit auf der Erde fort,
sooft Sie nach den Hühnern reisen.
Daraus zieh ich nunmehr den Schluss,
Ihr Schwanz, das sei Ihr fünfter Fuß.
Und dies, Herr Fuchs, war zu beweisen."

pixelio.de - Der Fuchs und die Elster

Ja, dieses hat uns noch gefehlt!
Wie freu ich mich, dass es bei Tieren
auch große Geister gibt, die alles demonstrieren!
Mir hat’s der Fuchs für ganz gewiss erzählt.
"Je minder sie verstehn", sprach dieses schlaue Vieh,
"um desto mehr beweisen sie."

(Christian Fürchtegott Gellert, 1715-1769)

Verwendetes Bild ist von:
© buntgemischtes/PIXELIO
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die Katze und die Maus – ein Lehrgedicht

Dienstag, Juni 23rd, 2009

pixelio.de - Die Katze und die Maus

Einst spielte eine Katze
mit einer kleinen Maus.
"Lauf, Mäuschen!", sagte sie, und warf die scharfe Tatze
liebkosend nach, ließ auf und nieder
sie laufen, fing sie wieder
und sah vergnügt und freundlich aus.
"Ach, liebe Katze!", sprach die Maus,
"ich kenne diese Schmeicheleien
und diese Scherze. Ach! Sie dräuen
mir armem Mäuschen bittern Tod!"

"Was?", sprach die Katze, "das ist Spott!"
Und biss sie tot!

(Johann Wilhelm Ludwig Gleim, 1719-1803)

Verwendetes Bild ist von:
© Kerstin Ziebandt/PIXELIO
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der alte Esel – ein Lehrgedicht

Freitag, Juni 19th, 2009

pixelio.de - Der alte Esel

Ein alter Esel ging, belastet mit dem Mehle
des Müllers, seines Herrn, starrfüßig nach der Stadt,
empfindend, dass es ihm an Jugendkräften fehle.
Sein Herr ging hinter ihm!
"Ich bin", schrie er, "zu matt.
Gebt mir ein wenig Mehl zur Stärkung!"

Derbe Schläge gab ihm sein strenger Herr!
Der allzu schweren Last
erlag das arme Tier und starb auf halbem Wege!
Wie mit dem Esel hier der Müller, also fast
macht’s unser Junker mit dem Bauer!
Er sieht’s! Die Arbeit wird dem alten Dienstmann sauer,
er mindert ihm die Arbeit nicht;
er denkt an keine Menschenpflicht!

(Johann Wilhelm Ludwig Gleim, 1719-1803)

Verwendetes Bild ist von:
© Christoph S./PIXELIO
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Das Glöckchen von Hassloch – ein Gedicht

Freitag, Juni 5th, 2009

 

pixelio.de - Das Glöckchen von Hassloch

Am nahen Berggeländ‘ das Klingen soll ich deuten?
Es ist nicht Glockenton, ’s ist unterirdisch’ Läuten,
das wie geweihter Klang dringt aus der Erde Gründen,
im Lenz dem Winter schon den künft’gen Herbst zu künden.

Einst fuhr ein Mann, den reich der Gott mit Wein gesegnet,
heimwärts die süße Last, als ihm ein Greis begegnet,
der um ein Träublein bat: Er hat es abgeschlagen,
und in den Grund versank der Mann, das Ross, der Wagen. -

Wenn jetzt der Zaubrer Lenz zum Blühen bringt die Reben,
wenn durch den alten Wein zuckt neues Jugendleben,
auch unten regt sich’s dann. Es dringt durch alle Spalten
der starke Geist des Weins, des dort versunknen, alten.
Lebendig wird das Ross, hell klingen seine Schellen,
ein wunderbarer Laut, dass mit des Duftes Wellen
der Töne Strom vereint wogt in den dunklen Reichen. -

Hoch aber lauscht das Volk dem allbekannten Zeichen:
Unlieb ist leis’rer Laut; erklingt es hell und heller,
füllt bald der reichste Herbst Tragkörbe, Kufe, Keller.

(Alexander Kaufmann, 1817-1893)

Verwendetes Bild ist von:
© Joujou/PIXELIO
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der Feuerreiter – ein Lehrgedicht

Mittwoch, April 15th, 2009

pixelio.de Der Feuerreiter

Sehet ihr am Fensterlein
dort die rote Mütze wieder?
Nicht geheuer muss es sein,
denn er geht schon auf und nieder.
Und auf einmal welch Gewühle
bei der Brücke, nach dem Feld!
Horch! Das Feuerglöcklein gellt:
Hinterm Berg,
hinterm Berg
brennt es in der Mühle!

Schaut! Da sprengt er wütend schier
durch das Tor, der Feuerreiter,
auf dem rippendürren Tier,
als auf einer Feuerleiter!
Querfeldein! Durch Qualm und Schwüle
rennt er schon und ist am Ort!
Drüben schallt es fort und fort:
Hinterm Berg,
hinterm Berg
brennt es in der Mühle!

Der so oft den roten Hahn
meilenweit von fern gerochen,
mit des heil’gen Kreuzes Span
freventlich die Glut besprochen -
weh! Dir grinst vom Dachgestühle
dort der Feind im Höllenschein.
Gnade Gott der Seele dein!
Hinterm Berg,
hinterm Berg
rast er in der Mühle!

Keine Stunde hielt es an,
bis die Mühle borst in Trümmer;
doch den kecken Reitersmann
sah man von Stund an nimmer.
Volk und Wagen im Gewühle
kehren heim von all dem Graus;
auch das Glöcklein klingelt aus:
Hinterm Berg,
hinterm Berg
brennt’s! -

Nach der Zeit ein Müller fand
ein Gerippe samt der Mützen
aufrecht an der Kellerwand
auf der beinern’ Mähre sitzen:
Feuerreiter, wie so kühle
reitest du in deinem Grab!
Husch! Da fällt’s in Asche ab.
Ruhe wohl,
ruhe wohl
drunten in der Mühle!

pixelio.de Der Feuerreiter

(Eduard Mörike, 1804 – 1875)

Verwendete Bilder sind von:
© Andreas Kern/PIXELIO (Bild 1)
© Marco Barnebeck (Telemarco)/PIXELIO (Bild 2)
www.pixelio.de

 

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die beraubte Fabel – ein Lehrgedicht von Magnus Gottfried Lichtwer

Montag, September 29th, 2008

Es zog die Göttin aller Dichter,
die Fabel, in ein fremdes Land,
wo eine Rotte Bösewichter
sie einsam auf der Straße fand. 

pixelio.de Die beraubte FabelIhr Beutel, den sie liefern müssen,
befand sich leer; sie soll die Schuld
mit dem Verlust der Kleider büßen,
die Göttin litt es mit Geduld. 

Mehr, als man hoffte, ward gefunden,
man nahm ihr alles; was geschah?
Die Fabel selber war verschwunden,
es stand die bloße Wahrheit da. 

Beschämt fiel hier die Rotte nieder,
vergib uns Göttin das Vergehn,
hier hast du deine Kleider wieder,
wer kann die Wahrheit nackend sehn?

Verwendetes Bild ist von: © Gerd Altmann (geralt)/PIXELIO
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker