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Archive for the ‘Göttersagen’ Category

Elfen und Nixen – eine Göttersage

Freitag, Oktober 16th, 2009

 

pixelio.de - Elfen und NixenDie Lichtalfen, Alben, Elben oder Elfen waren schön und glänzend und lichter als die Sonne. Sie lebten als Geister in Licht und Luft oder in abgelegenen Hügeln. Sie "brauten" oder "spannen" das Wetter, ließen die Halme sprießen und förderten das Wachstum der Pflanzen.

Sie liebten Tanz und Gesang und kamen gern bei Mondenschein auf einsame Waldwiesen und wiegten sich in wunderbaren Reigen. Am Morgen fand man die Spuren des Elfenreigens, die Elfenringel, im tauigen Grase. Gefährlich war es, ihnen zu nahen, wenn sie ihre Spiele trieben. Es war ein Jüngling, der legte sich auf eine Elfenhöhe schlafen. Da lockten ihn die Geister in ihr Reich, und er ward nie wieder gesehen.

Die Elfen waren rasch wie der Wind. Oft hatten sie an den Schultern kleine Flügel, mit denen sie durchs Baumgeäst huschten oder schwebten. Es herrschten Könige über sie; das waren die Elfen- oder Erlkönige.

Auch die Lichtelben liebten es, Menschen und Tiere zu necken, zu plagen, sie vom Weg ab in die Irre zu locken, ihnen plötzlich auf den Rücken zu springen und sich wie Reiter von ihnen tragen zu lassen. Hat jemand einen beängstigenden Traum, so hat er Albdrücken; denn ein Alb reitet auf seiner Brust. Findet der Bauer morgens seine Rosse matt, abgehetzt, mit Schaum vor dem Munde, so weiß er, sie sind vom "Trud" oder "Nachtmahr" geritten.

pixelio.de - Elfen und NixenWie die Elben in Licht und Luft, so lebten im Wasser Neck und Nixe, wunderschöne Wassergeister, die wunderschön sangen und die Menschen zu sich hinablockten.

Um die stille, schwüle Mittagszeit, auch bei Nacht im Mondenschein stiegen die schönen Nixen aus der Flut, wiegten sich auf den Wellen, zeigten spielend der Sonne und dem Monde den Oberleib, kämmten ihr goldenes Haar, sangen zauberische Lieder und lockten die Menschen zu sich hinab in ihr kühles Reich.

Oft mischten sie sich verkleidet unter die Jugend und nahmen teil am Tanz auf dem Tie; doch manchmal verriet sie der nasse Saum ihres Gewandes.

Verwendete Bilder sind von:
© tokamuwi/PIXELIO (Bild 1)
© Thomas Max Müller/PIXELIO (Bild 2)
www.pixelio.de

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Zwerg Allwiss – eine Göttersage

Freitag, Oktober 16th, 2009

 

Es war ein Zwerg, der hieß Allwiss. Der besaß so große Klugheit und Kraft, dass er meinte, selbst der gewaltige Donar müsste sich seinen Wünschen fügen. Eines Tages sprach der Zwerg zu sich: "Ich werde alt und lebe so allein. Die Lust, immer umherzufahren in den neun Welten, vergeht mir allgemach. Ich möchte ein Haus gründen; aber wer wird im Hause meiner harren und warten?"

pixelio.de - Zwerg Allwiss

Da fiel ihm Trud ein, Donars schönes, kleines, mehlweises Töchterlein. Und er beschloss, um sie zu werben.

Es war gerade Nacht und Ausfahrenszeit. Im Nu war er oben. Er erkundete mit seinen weitspähenden Sinnen schnell, wo Donar wäre. Als er ihn im Kampfe mit Riesen am äußersten Ende des Ostens wahrnahm, da freute sich Allwiss und flog hinauf.

Alles war still und ruhig. Die Diener machten die letzten, leisen Gänge des Abends, und Trud sollte eben von ihren Jungfrauen zum Lager geleitet werden. Da klopfte es schnell und hart an die Tür. Wie erstaunten die Diener, als sie einen so hohen Gast so spät eintreten sahen! Schnell wurden die Decken wieder ausgebreitet, die Tische wieder gerückt, die Sessel in Reihe gestellt. Aber Allwiss unterbrach die Diener in ihrer Geschäftigkeit und rief: "Meines Bleibens ist nicht lange. Kündet bei Trud mich an und sagt der jungen Herrin, der um sie werbe und sie heimführen wolle, sei hier."

Die Diener erschraken; denn sie fürchteten den Zwerg und seine Zauberei. Donar aber merkte auch in der Ferne sofort, dass eine Gefahr drohe. Schnell wandte er sich vom Kampfe ab, sauste und brauste durch die Luft, und es glühte und sprühte aus seinen Augen. Als er auf der Mitte der Fahrt war, begegneten ihm die Böcke, die allein mit dem Wagen gekommen waren. Donar setzte sich hinein, und nun krachte es daher, und mit Donnergepolter fuhr es vor, dass alle im Hause erschraken.

Da stand der erhabene Gott dem überraschten Zwerge gegenüber. "Sieh da, du dreistes Bürschlein!" rief Donar. "Bleichnasiger Krüppel! Kommst, dich zu wärmen, mir ins hohe Haus? Ja, ich glaube, euch friert da unten im feuchten Grunde; nichts leuchtet, nichts wärmt euch. Wie seid ihr zu beklagen, ihr armen Wichte!"

Dem Zwerg Allwiss war die Anrede gerade nicht angenehm. "Es ist wahr", sprach er, indem er eine gelassene, vornehme Miene annahm, "dass unsere Säle nicht zur Sonne emporragen. Alt ererbte Feindschaft trennt uns von dem Lichte des Tages. Doch weißt du selber, und alle Götter wissen, welch starkes Volk die Zwerge sind. Und ich zumal! Allwiss ist mein Name, denn alle neun Welten bin ich durchreist; – ich rede die Sprache aller neun Welten und weiß die Dinge aus neun Welten."

Da lachte Donar aus voller Brust. "Ha! Allwiss ist dein Name? Denn alles glaubst du zu wissen? Wie schnell ich dich ertappe! Du meinst, ich gebe dir Trud zur Gattin in dein finstres, enges Haus? Wärst du allwissend, so würdest du wissen, dass ich das nimmer tue."

"Doch, Donar", antwortete der Zwerg, "du wirst nicht wagen, einen vom Stamme der Götterhelfer zu beleidigen. Wer gab euch Waffen und Rüstzeug? Wer Speere und Ring? Wer Eber und Schiff? Wer schmiedete dir den grimmigen Hammer? Es könnte euch übel ergehen, wenn ihr nicht sorgtet, der Zwerge Freundschaft zu wahren."

"Genug des Geschwätzes!" rief Donar. "Habt ihr den Hammer geschmiedet, so wisst ihr auch, dass ich ihn schwinge. Und dir auch sei es gesagt, dass Donar einen Spötter und Lästerer nicht ungestraft lässt."

Als der Zwerg sah, dass Donar so zornig war, sprach er bittend: "Es soll alles in Ordnung geschehen! Habe ich ein Recht, um Trud zu werben, so hast du ein Recht, über Trud zu verfügen. So gib mir denn Antwort auf meine Werbung um Trud."

pixelio.de - Zwerg AllwissDa lachte Donar wiederum. Und nach kurzem Besinnen sprach er: "Wohlan! Gewährt sei die Bitte, wenn sich erweist, dass du die Wahrheit gesprochen. Kannst du beweisen, dass du einer der Allwissenden bist, so werde Vermählung gefeiert zwischen Allwiss und Trud."

Voller Glück, dass ihm der Wunsch sich erfüllen sollte, rief und sang der Zwerg:

"Neun sind der Welten. Ich durchwallete alle.
Ich wallte zu Göttern; ich wallte zu Menschen.
Ich führte nach oben, nach unten den Fuß.
Ich weiß dir die Antwort, was du auch fragst!"

Und Donar begann zu fragen: "Wie heißt die Erde in allen neun Welten?" Und gleich fing Allwiss an zu reden: "Erde bei den Menschen, bei den Asen Flur, bei den Wanen Strandfläche, bei den Thursen Ganzgrün, bei den Alfen Halmfeld, bei den Zwergen Schlupfhöhle." - Er kannte die Namen alle in allen neun Welten.

Und Donar fragte weiter: "Wie heißt der Himmel in allen neun Welten?" Und Allwiss antwortete wieder ohne Besinnen: "Himmel bei den Menschen, bei den Asen Daheim, bei den Wanen Lufthaube, bei den Thursen Urvaters Schädel, bei den Alfen Blaulicht, bei den Zwergen Klettervergnügen."

Und Donar: "Wie heißt die Sonne in allen neun Welten?" Aber Allwiss ohne Besinnen: "Sonne bei den Menschen, bei den Asen Allbeschauer, bei den Wanen Hochauf-Taucher, bei den Thursen Goldglanz, bei den Alfen Liebeslächeln, bei den Zwergen Zwergs-Überlist."

Und Donar sprach: "Fürwahr, viel weißt du. Schon sehe ich voraus, dass auf alle Fragen, die ich dir vorlegen mag, dir die Antwort geläufig sein wird." "Frage nur weiter!" fiel Allwiss ihm ins Wort; "du sollst erfahren, dass ich nicht prahlte und log."

Und Donar fuhr fort zu fragen nach Mond und Wolke, Wind und Luft, Saat und Wald, und immer wusste Allwiss ohne Besinnen die Antwort. Endlich sprach Donar: "Genug, nun sei es! Mit einem nur will ich dein Wissen noch prüfen. Wie heißt, was die Wesen trinken, in allen neun Welten?"

Und wieder begann Allwiss singend und lachend zu reden:

"Bei den Menschen heißt’s Bier, bei den Asen Met,
Bei den Wanen Ael, bei den Thursen Flut,
Bei – - – -"

Warum verstummte Allwiss so plötzlich? Er stand regungslos da. Kein Wort mehr entschlüpfte seinen Lippen. Das arme Gezwerg! Er hatte sich selbst in den Tod geredet. Die Sonne, "der Zwerge Überlist", war aufgestiegen. Der Morgenstrahl war vom Tiefrande der Welten emporgeschossen, hatte die Wolke berührt, war durch die Tür des Palastes gedrungen und hatte den Zwerg getroffen. Da stand er, ein lebloser Stein; das Wort war ihm im Munde erstarrt.

pixelio.de - Zwerg Allwiss

Mit mitleidigem Seufzen sprach Donar: "So viel Wissen und Weisheit aus eines Munde habe ich nie vernommen. Doch sich selber betrog der Tropf. Er merkte den Strahl nicht, der ihn zu Stein verwandelte."

(nach Werner Hahn)

Verwendete Bilder sind von:
© rotmabe/PIXELIO (Bild 1)
© Claudia Brefeld/PIXELIO (Bild 2)
© Harry Hautumm/PIXELIO (Bild 3)
www.pixelio.de

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Balders Tod – eine Göttersage

Samstag, August 8th, 2009

pixelio.de - Balders Tod 

Einst ängstigten Balder bange Träume, und trübe Ahnungen erfüllten die Götter. Wodan sandte seine Raben aus, nachzuforschen, was die Zukunft bringen würde. Vergebens! So machte er sich denn selbst auf, Kunde zu holen aus dem Reiche Hels.

Sein achtfüßiges Ross Sleipnir trug ihn durch Schluchten und Schlünde den Helweg entlang zu Helas düstrer Halle. Funkelnden Auges und heulend sprang der grimmige Garm ihm entgegen; doch furchtlos wanderte Wodan weiter, und die Erde erdröhnte unter seinen Tritte.

In Helas Reich war Wala, eine Seherin, der Zukunft kundig. Mit dem Zauberstabe in der Hand, dessen eingeritzte Runen auch die Toten zur Antwort zwangen, beschwor Wodan dreimal die Schlafende. Unwillig erschien sie und fragte mit hohler Stimme: "Wer bist du, dass du mich im Schlafe störst?" "Ein Wanderer bin ich, Wegwalt heiß’ ich, bin Walwalts Sohn", antwortete Wodan. "Sage mir, weise Wala, wer wird in Helas Reiche erwartet?"

Sie antwortete: "Bald wird Baldur, der Beste, bei uns sein im Banne des Todes. Schon gebraut ist sein Met und bestreut mit Golde sein Sitz. Hödur, sein eigener Bruder bringt ihn zu Tode. So, nun gehe und störe nicht länger die Ruhe der Wala!"

Traurig kehrte Wodan nach Walhall zurück. "Wie wollen das drohende Unheil wir wenden?" So fragten die Asen. Da sprach Frigg, Balders Mutter: "Von allen Wesen lass’ ich mir schwören, dass keines dem Gütigen und Geliebten jemals will schaden."

pixelio.de - Balders TodUnd sie nahm von allen Tieren, Pflanzen und Steinen, von Feuer und Wasser, von Gift und Krankheiten den Eid. Nur einer kleinen Mistel nahm die Göttin das Gelübde nicht ab. Zu unbedeutend schien ihr der Zweig. Kaum erfuhr das der arglistige Loki, so eilte er hin und pflückte die Mistel und nahm sie mit sich in den Saal der Götter.

Da waren alle Götter zu einem Feste versammelt, und groß war die Freude; denn die Sorgen um Balder waren verschwunden. Balder selbst stand inmitten der Fröhlichen in strahlender Schönheit. Unter Scherzen warf man nach ihm mit Steinen und schoss scharfe Speere und Pfeile – aber kein Geschoss berührte den guten Gott, da ja alle geschworen hatten, ihm kein Leid zu tun.

Abseits von dem lustigen Getümmel allein saß der blinde Hödur, der starke Bruder Balders. Ihm nahte sich Loki und fragte: "Warum nimmst du nicht auch teil am heiteren Kampfspiel?" "Ich bin blind und habe keine Waffe!" antwortete Hödur. Tückisch versetzte Loki: "Nimm dieses Geschoss hier!"

Damit drückte er ihm in die Hand den Mistelzweig, der zum scharfen Pfeil gespitzt war. "Deinen Arm will ich lenken", sprach Loki, und mit gewaltiger Kraft fuhr jetzt aus Hödurs Hand der Zweig, und – Balder sank entseelt zu Boden. Was die weise Wala geweissagt, war Wahrheit geworden. Starr vor Entsetzen und sprachlos vor Schmerz umstanden die Götter den Leichnam. Doch Loki, der Listige, war schnell entflohen.

Wodan befahl, für den Erschlagenen den Scheiterhaufen zu errichten. Der höchsten Ehre sollte der treue Tote teilhaftig werden. An der Bucht des blauen Meeres lag Ringhorn, Balders Schiff. Ein besseres gab es nicht. Dort wurden die Hölzer zum Scheiterhaufen geschichtet. Götter, Göttinnen und Riesen begleiteten den Leichnam und legten ihn auf den Holzstoß. Wodan gab dem Toten seinen Goldreif Tröpfler mit und raunte ihm das Wort "Auferstehung" ins Ohr.

Nanna, die Gemahlin Baldurs, stand dabei, und als man sie von dem geliebten Toten trennen wollte, brach ihr vor Weh das Herz, und leblos sank sie nieder. Da ward sie von den Göttern zu Balder auf den Scheiterhaufen gelegt. Eine riesige Welle stieß das Schiff mit solcher Kraft in die wogende See hinaus, dass es durch die Reibung in Brand geriet. Prasselnd schlugen die Flammen zusammen und verzehrten die teuern Toten, und trauernd gingen die Götter heim.

pixelio.de - Balders Tod

Unsagbarer Schmerz beherrschte lange die Asen. Nur Frigg, Balders Mutter, weinte nicht mehr. Neue Hoffnung erhellte ihr Herz. "Wer von den mutigen Asensöhnen", sprach sie, "will meine Huld gewinnen? Wer will es wagen, Hel zu bewegen, dass sie Balder nach Asgard zurücksende?"

Hermod, Balders Bruder, war bereit. Er bestieg den schnellen Sleipnir und ritt neuen Nächte hindurch, bis er endlich in Helheim ankam.

Neben Hel saßen trüb und traurig Baldur und Nanna. Die Tränen traten Hermod ins Auge, als er die beiden bleichen Schattenbilder erblickte. "Alle Lebenden klagen um Balder; gib ihm und Nanna das Leben wieder und lass sie mit mir nach Asgard." So flehte Hermod zu Hel. Hel antwortete: "Verkünde den Göttern: wenn alle Wesen Balders Tod beweinen, mag er zum Leben wiederkehren; ist aber ein Auge ohne Tränen, so bleibt er ewig in Helheims Saal. Wähle, du hast nicht andere Wahl!"

Alle Wesen weinten, Menschen und Tiere, von den Bäumen und Blümlein tropften die Tränen, ja selbst die harten Steine hatten Erbarmen und wurden von Tränen nass. Nur Loki weinte nicht.

Als Riesenweib saß er gefühllos in dunkler Höhle. Keine Träne trat in seine Augen, und die trauernde Mutter sah den geliebten Sohn nicht wieder.

Verwendete Bilder sind von:
© Stefanie Junker/PIXELIO (Bild 1)
© Günter Havlena/PIXELIO (Bild 2)
© Alexander Bartl/PIXELIO (Bild 3 )
www.pixelio.de

 

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Balder – Baldur – eine Göttersage

Freitag, August 7th, 2009

 

Balder, ein Sohn Wodans und der erhabenen Frigg, war der schönste und gütigste Gott. Sein klares Antlitz leuchtete hell wie Sonnenglanz. Seiner Weisheit verdankten die Menschen Gesetze und Recht. Friedlich lebte er in seinem Saal Breitblick.

Da gab es kein Scheltwort, kein Schwertklingen. Niemand war ihm gram; seiner weisen Rede freute sich jeder. Seine Gattin war Nanna, sein Sohn Forseti, der Richter und Schlichter des Streits.

In Balder verehrten unsere Vorfahren das aufsteigende Licht des Jahres. Wenn er nahte, wurde es Frühling. Wenn aber das Jahr sich neigt, die Tage nicht mehr wuchsen, also zur Zeit der Sommersonnenwende, dann musste Balder sterben.

pixelio.de - Balder - Baldur

Die Sonnenwendfeuer, die am Johannistag in vielen Gegenden Deutschlands entzündet werden, erinnern noch heute an den Scheiterhaufen, auf dem nach altgermanischem Brauche die Leiche Balders verbrannt wurde. An die Stelle des Baldurfestes ist zu christlicher Zeit das Fest Johannis des Täufers getreten.

Verwendetes Bild ist von:
© Maria Lanznaster/PIXELIO

 

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Hel – eine Göttersage

Sonntag, Juli 19th, 2009

pixelio.de - Hel

Hel war die unerbittliche Beherrscherin der Unterwelt. Helheim war ihr Reich; das lag tief unten im Schoß der Erde. Dort saß sie als Totengöttin. Sie "hehlte" oder verhüllte die Toten.

"Ein Thron in dunkler Höhlung prangt unter dem Gestein,
Der war von Menschenknochen und Schädeln erbaut allein.
Drauf sah man Hellia drohen, halb weißlich und halb grau,
Ihr Antlitz aber blutig und von Verwesung blau."

Hunger war ihr Brot, Durst ihr Trank, Faulmann ihr Knecht und Langsam ihre Magd. Ihr Saal hieß Elend, Hunger ihre Schüssel, ihr Messer Gier, ihre Schwelle Einsturz, ihr Bett Kummer, ihr Vorhang drohendes Verderben.

Der Weg zu ihr ging durch schaurige, tiefe und dunkle Täler. Ein rauschender Fluss trennte die Welt der Lebendigen von der Welt des Todes. Da hörte man nur Seufzer und Gestöhn; denn schreckliche Strafen mussten an diesem Orte alle diejenigen erdulden, die auf Erden ruchlos gewesen.

Heute noch nennen wir Hels Reich die "Hölle". Aber auch alle, die nicht den ruhmvollen Tod in blutiger Schlacht gefunden, sondern durch Krankheit auf dem Bette den "Strohtod" starben, stiegen hinab in Hels düsteres Reich.

Daher suchten die alten Deutschen mit Freuden den Tod im Kampfe, oder die Greise gaben sich wohl selbst den Tod mit dem Schwerte. Wer durch die Waffe gestorben, sollte ja eingehen zu Wodans himmlischen Freuden.

Den Eingang nach Helheim bewahrte Garm, der Höllenhund, mit grimmig aufgesperrtem Rachen.

Verwendetes Bild ist von:
© S. Hofschlaeger/PIXELIO
www.pixelio.de

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Fro – Freyr – eine Göttersage

Freitag, Juli 17th, 2009

pixelio.de - Fro - Freyr 

Er war der frohe, liebreiche und wunderschöne Gott des Lichts. Da er den milden Sonnenschein verleihen sollte, so bat man ihn um das Gedeihen der Früchte und rief ihn um stillen Frieden an. Sein Zeichen war das Rad, das Bild des Sonnenwagens.

Ihm zu Ehren flammten zur Zeit der Wintersonnenwende, wenn die Sonne wieder mehr Macht gewinnt, Feuer im Haus und im Freien auf. In jenen Tagen, da wir unsere Weihnachtslichter anzünden, hatten unsere Vorfahren ihre Sonnenwendfeuer.

pixelio.de - Fro - FreyrFreyr schützte das Vieh. Brachen Viehseuchen aus, so nahm man ein Wagenrad und ließ es schnell um seine Achse rollen, so lange, bis Funken hervorsprangen; an denen zündete man Feuer an, das "wilde Feuer" oder Notfeuer. Die bedrohten Tiere wurden alsdann durch die Flamme hindurchgejagt, und Fro vertrieb die Krankheit. Das ist ein Brauch, von dem noch manche alte Leute auf dem Land zu zu erzählen wissen.

Wie Freyr das Vieh schützte, so bewahrte er auch die Früchte des Feldes vor Schaden. Er ritt auf dem schnellfüßigen Eber Goldborst, den der kunstfertige Zwerg Sindri geschmiedet. Des Ebers goldene Borsten leuchteten in hellem Flammenschein. Wenn die Ähren im Winde wogten, ritt Fro mit seinem Goldeber segnend über die Felder.

Fros Schwester war Frouwa. Von ihrem Namen stammt das Wort "Frau".

Verwendete Bilder sind von:
© knipseline/PIXELIO (Bild 1)
© 2009 Bernd Boscolo / pixelio.de (Bild 2)

 

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Ziu wird einhändig – eine Göttersage

Dienstag, Juli 14th, 2009

 

pixelio.de - Ziu wird einhändigAus dem Geschlecht Lokis und der Riesen war der entsetzliche Fenriswolf hervorgegangen. Er war in der Götterburg Asgard genährt und großgezogen, bedrohte dann aber die Götter mit Verderben. Trotzdem das Tier von Tag zu Tag gefährlicher wurde, wollten die Asen es doch nicht töten, damit nicht die heilige Himmelshalle durch das Blut des Wolfes entheiligt würde.

Darum fassten die Götter den Entschluss, das Ungetüm mit schweren Ketten zu binden. Doch alle Fesseln, die ihm angelegt wurden, zerriss es wie Zwirnsfäden. Da bestellte Allvater bei klugen Zwergen ein unzerreißbares Zauberband.

Die kunstfertigen Männlein nahmen den Schall der Katzentritte, die Sehnen der Bären, den Speichel der Vögel, die Stimme der Fische, den Bart der Weiber und die Wurzeln der Berge und schmiedeten aus diesen sechs geheimen Dingen eine Fessel, die war so dünn und weich wie ein Seidenband, aber trotzdem unzerreißbar.

Der Wolf witterte jedoch den Zaubertrug und wollte sich das Band (Gleipnir) nicht anlegen lassen. Um ihn zu fangen, sprachen die Götter: "Wir binden dich sogleich wieder los." "Nun gut", versetzte der Wolf, "wenn einer von euch als Unterpfand der Wahrheit seine rechte Hand in meinen Rachen stecken will, lasse ich mich binden."

Darüber erschraken die Himmlischen, und der Fenriswolf wäre gewiss ungebändigt geblieben, hätte nicht Ziu seine Rechte dargeboten. Vergeblich reckte und streckte sich das Ungetüm, als ihm die Fessel angelegt war; sie hielt nur immer fester. Vor Wut heulte der Gebändigte laut auf und riss Ziu die rechte Hand ab. Das Ende der Fessel wurde unlösbar fest an Felsen geschmiedet und dem Wolfe ein scharfes Schwert, hoch aufgerichtet, zwischen die Kiefern gezwängt.

Geifer rann aus seinem Rachen und bildete einen ganzen Fluss. So musste er liegen bis zur Götterdämmerung. Dann sollte die Kette brechen.

Verwendetes Bild ist von:
© Alexander Bartl/PIXELIO
www.pixelio.de

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Ziu – Tyr – eine Göttersage

Dienstag, Juli 14th, 2009

pixelio.de - Ziu - ErZiu oder Er war, wie Donar, ein Sohn Wodans. Einst galt er als der höchste und herrlichste der Götter, und sein Tag, der Dienstag (Ziustag, Ziestag), kam noch vor dem Wodanstage, gleich nach Sonn- und Montag. Er war der glänzende Gott des Tages oder des Himmels.

Nachdem aber Kampf und Kriegsfahrt überhand genommen, war er der Gott des frohen und begeisterten Kampfmutes, der schwerttragende, furchtlose Kriegsgott. Er stürzte sich selbst in das Gewühl der Schlachten, ohne dass die Menschen ihn bemerkten. Er drückte den Kriegern das Schwert in die Hand und verlieh ihnen Mut und Begeisterung.

Seine Rune, die Siegrune, brannten oder ritzten sie in das Schwert. Seinen Feinden brachte er Verderben, seinen Freunden fröhlichen Sieg. Ihn riefen daher die Kämpfer in der Schlacht um Beistand an. Nach der Schlacht sangen sie zu seinen Ehren Kriegs- und Siegesgesänge und zogen zu seinem Altar und brachten Dank und Opfer. Dann tanzten Jünglinge nackend kunstvolle Tänze zwischen Schwertspitzen.

Ziu war der einzige unter den germanischen Göttern, dem Menschenopfer gebracht wurden: kriegsgefangene Feinde mussten ihr Leben auf seinem Altar lassen. Auch das ist ein Zeichen dafür, dass Ziu in älteren Zeiträumen als erster und höchster Gott verehrt wurde.

Ziu war einhändig, wie er auch nur einer Partei den Sieg verleihen konnte. Er hieß auch Heru (Kampf ), und nach ihm nannten sich einst die Cherusker und die Heruler. Die Sachsen nannten ihn Saxnot (Schwertgenoss). Sachs oder Sahs ist ein kurzes Schwert. In Süddeutschland hieß er Er; daher heißt der Dienstag in manchen Gegenden Ertag.

In dem Wort "Zetergeschrei" ist auch noch eine Erinnerung an Ziu vorhanden; denn "zetern" heißt ursprünglich bei drohender Gefahr den Ziu anrufen. Die Erinnerung daran steckt auch noch in dem Ausdruck: "Zeter und Mordio schreien."

Verwendetes Bild ist von:
© Michael Andre May/PIXELIO
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Donars Reise ins Reich der Riesen – eine Göttersage

Montag, Juli 13th, 2009

 

Eines Tages machte Donar sich auf zur Reise gen Utgard, ins Reich der Riesen. Daselbst herrschte Utgardloki in seiner Riesenburg. Ihn wollte Donar besuchen. Mit ihm gingen drei Gesellen, darunter auch Loki. Als es Abend ward und sie müde in einen Wald kamen, fanden sie eine Höhle und legten sich nieder zum Schlafen.

pixelio.de - Donars Reise ins Reich der Riesen

Um Mitternacht erhob sich ein gewaltiges Getöse. Die Erde erbebte, und die Höhle drohte einzufallen. Schnell kroch Loki, der bei all seiner Bosheit sehr feige war, mit den beiden anderen in eine kleine Nebenhöhle. Der mutige Donar aber stellte sich an den Eingang und hielt Wache.

Endlich graute der Tag. Da sah Donar einen ungeheuren Riesen auf der Erde liegen, der schlief da und schnarchte so, dass die Erde bebte. "Ei", dachte Donar, "dich will ich mit ewigem Schlafe beschenken", und ergriff seinen Hammer. Aber der Riese erwachte und erkannte den Gott und sprach spöttisch: "Kleiner Donar, was tatest du denn mit meinem Handschuh?"

"Was redest du?" fuhr Donar ärgerlich heraus. "Nur gemach!" knurrte der Riese, "sieh doch selber zu!" Da bemerkte Donar, dass die Höhle, in der sie geschlafen, des Riesen Handschuh war. Der Däumling war die Nebenkammer. Als der Riese den Handschuh aufhob, polterten die Gefährten Donars wie Spielzeug aus dem Däumling heraus.

Der Riese hieß Skrymir oder Prahler und sprach: "Ich will mit euch ziehen." Daran war Donar wenig gelegen; aber er musste es leiden. Am Abend war sich Skrymir unter einer alten Eiche nieder und sprach: "Ich bin müde, nehmt nur den Sack und esst, während ich schlafe." So sehr sich aber Donar auch mühte, den Sack zu öffnen, es wollte ihm nicht gelingen. Dazu schnarchte der Riese wieder so laut, dass Wald und Berge widerhallten.

pixelio.de - Donars Reise ins Reich der RiesenUnd Donar konnte nicht davor schlafen und ward zornig und nahm seinen Hammer und schlug den Riesen auf den Kopf. Der wachte auf und fragte gemütlich: "Ist mir vielleicht ein Blatt auf den Kopf gefallen?" Dann schlief er wieder ein und schnarchte weiter, dass die Bäume zitterten.

Donar lag und konnte vor Hunger und Schnarchen keinen Schlaf finden. Es war Mitternacht. Da trat Donar zum zweiten Male an den Riesen heran und führte nun einen so gewaltigen Schlag nach der Stirn, dass er dachte, der Schädel müsse gespalten sein. Der Schläfer aber tat die Augen auf, rieb sich etwas die Stirn und meinte: "Mir ist wohl eine Eichel auf den Kopf gefallen?"

Bald schlief und schnarchte der Gewaltige wieder ebenso wie vorher. Noch einen letzten Streich wollte Donar versuchen. Mit beiden Händen ergriff er den schweren Hammer und schleuderte ihn mit so furchtbarer Gewalt gegen die Stirn des Riesen, dass der Hammer bis an den Stiel in die Schläfe drang. Ruhig erhob sich der Riese, schaute den Baum hinauf und sagte: "Viel Lästiges hat doch das Schlafen im Walde. Ich glaube, die Vögel haben mir etwas Moos auf den Kopf geworfen."

Dann wandte sich Skrymir zu Donar und prahlte: "Ich muss nun einen anderen Weg einschlagen, will euch aber einen guten Rat geben. Lasst eure Reise lieber sein. In Utgard gibt es noch größere Männer; und es möchte euch kleinen Burschen da schlecht ergehen." Damit nahm Skrymir seinen Sack auf den Rücken und ging von dannen.

pixelio.de - Donars Reise ins Reich der Riesen

Donar wollte sich nicht warnen lassen und langte mit seinen Gesellen gegen Mittag vor der Riesenburg an. Die Tore waren fest verschlossen. Da kroch Donar mit seinen Genossen zwischen den Stäben des Gitters hindurch, und bald stand er vor dem Throne des Riesenfürsten Utgardloki.

Aber der fing an laut zu lachen und sprach: "Bist du Kleiner wirklich der große Ase Donar? Ich stellte mir den gewaltigen Gott doch größer vor." Donar erwiderte: "Nicht ist der Längste immer der Stärkste; wenn es dich gelüstet, so kannst du es bald erfahren." "Nun", sprach Utgardloki, "so zeige im Wettkampf mit meinen Dienern, wer Meister ist."

pixelio.de - Donars Reise ins Reich der Riesen"Gut", sprach Donar: "Am liebsten trinke ich mit einem um die Wette." Sogleich wurde ein Trinkhorn herbeigebracht. Das war sehr lang, doch nur dünn, und Donar glaubte, es leicht leeren zu können. "In drei Zügen leert dieses Horn jeder in meinem Reiche", sagte Utgardloki. Donar war sehr durstig von der Reise, tat einen tüchtigen Zug und glaubte, das Horn müsste beinah leer sein. Als er nun absetzte und hineinschaute, bemerkte er zu seiner Verwunderung, dass des Trankes kaum weniger geworden war. Zweimal noch setzte er an und trank und trank, dass ihm fast der Atem verging. Aber als er das Horn zurückgab, hatte sich der Trank wiederum nur um ein ganz Geringes vermindert.

Trinken mochte Donar nicht mehr. Er erbot sich nun, seine Stärke zu zeigen, und hoffte, damit besser zu bestehen. "Deine Macht scheint mir doch nicht so groß, als wir dachten", sagte spottend der Riesenfürst, "ich glaube, du kannst nicht einmal meine Katze vom Boden aufheben." Da lief eine große graue Katze durch die Halle. Donar dachte, das Tier in die Luft zu schleudern. Er griff zu und hob; aber das Tier krümmte kaum den Rücken; beim zweiten wohl etwas mehr, und beim dritten Male nur so weit, dass die Katze die eine Vorderpfote aufhob.

Da zuckten Blitze aus den Augen des Donnerers; sein roter Bart flammte wie Feuer, und zornig rief er: "Nun will ich ringen mit dem Stärksten! Wer wagt es mit mir?" "Versuche nur erst einmal hier meine alte Amme Elli zu zwingen!" Mit den Worten wies Utgardloki auf ein altes Weib hin. In diesem Kampfe hoffte Donar wenigstens zu siegen. Er strengte alle seine Kräfte an, aber die Alte stand wie ein Fels, ja drückte ihn zuletzt mit so unwiderstehlicher Kraft nieder, dass er ins Knie sank.

Beschämt stand der Donnerer da. Da gebot der Riesenkönig dem Kampfe Einhalt und hieß Donar samt seinen Begleitern bewirten und für die Nacht ein Lager anweisen.

Am andern Morgen begleitete der Riesenkönig den heimkehrenden Donar noch eine Strecke. Beim Abschiede sprach er: "Nimmer möge dein Fuß, o Donnerer, mein Reich wieder betreten; denn deine Kraft ist unermesslich, und wir haben dich durch Zauberei getäuscht, sonst wären wir verloren gewsen. Höre! Der Riese Skrymir war ich selbst. Den Sack mit Speisen hatte ich durch Eisenbande so fest verschnürt, dass er nicht zu öffnen war. Du meinst, mich mit deinem Hammer getroffen zu haben, aber bist auch da geblendet. Ich zauberte jedesmal einen Berg vor, in den deine Schläge fuhren. Auch bei dem Wettkampfe bist du betrogen. Das Trinkhorn stand mit dem Weltmeer in Verbindung, und deine drei Züge ließen das Wasser vom Ufer zurücktreten und erzeugten Ebbe. Die Katze, die du nicht losreißen konntest, war in Wirklichkeit die Midgardschlange. Du hast sie fast bis zum Himmel erhoben, und wir befürchteten schon, dass sie losgerissen würde. Meine Amme Elli aber war das Alter, dem auch die Götter unterliegen müssen."

Als Donar das vernommen, griff er zornig nach seiner Waffe, den Feind zu zerschmettern. Der Riese war jedoch plötzlich verschwunden, und Donar kehrte mit seinem Gefolge gen Asgard zurück.

Verwendete Bilder sind von:
© Adolf Riess/PIXELIO (Bild 1)
© Rike/PIXELIO (Bild 2)
© Benno Buschmann/PIXELIO (Bild 3)
© Templermeister/PIXELIO (Bild 4)
www.pixelio.de

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Donar angelt die Midgardschlange – eine Göttersage

Samstag, April 18th, 2009

pixelio.de Donar angelt die MidgardschlangeAls Donar noch ein Jüngling war, zog er einst aus, um die Midgardschlange zu angeln. Da er nicht genau wusste, wo sie sich aufhielt, ging er zu dem Riesen Hymir und bat: "Rudere mit mir hinaus aufs Meer, um zu fischen!"

Der Riese spottete: "Für Jünglinge ist es besser, zu Hause zu bleiben; draußen auf der eisigen See friert dich ja doch nur." Endlich gab der Riese Donars Bitten nach, sprach aber barsch zu ihm: "Gib mir einen Köder für meine Angelrute!" Kurz entschlossen riss Donar dem größten Ochsen aus des Riesen Herde den Kopf ab und steckte ihn an des Riesen Angel.

Jetzt stieg Donar mit seinem Begleiter zu Schiffe und ruderte hinaus auf die hohe See. Weiter und weiter fuhr er gen Norden. Da sprach der Riese: "Hüte dich Donar; hier droht die Midgardschlange!" Donar lachte und warf die Angelschnur ins Meer. Es dauerte nicht lange, da zuckte es so gewaltig an der Schnur, dass Donar fast über Bord gerissen wäre. Er stemmte jedoch seine Füße mit solcher Kraft gegen den Boden des Schiffes, dass er hindurchtrat und auf den Boden des Meeres zu stehen kam.

Aus der Flut tauchte vor ihm das entsetzliche Haupt der Schlange auf. Drohend riss sie den ungeheuren Rachen auf, und Gift und Geifer flossen heraus. Donar aber stand furchtlos mit blitzenden Augen da. Schon hob er den tötenden Hammer - da zerschnitt der Riese schnell die Schnur, und das Ungetüm sank in die Meerestiefe zurück.

Voll Zorn wandte sich der Donnerer um und gab dem Riesen eine solche Ohrfeige, dass dieser kopfüber ins Meer stürzte.

pixelio.de Donar angelt die Midgardschlange

Verwendete Bilder sind von:
© Gerd Altmann (geralt)/PIXELIO
www.pixelio.de

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