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Archive for the ‘Hessen’ Category

Das Turnier zu Darmstadt – eine Sage aus Hessen

Sonntag, Januar 15th, 2012

 Das Turnier zu Darmstadt

Der Wohlstand, welchen Graf Johann seinem Land, und der Glanz, welchen er seinem Fürstensitz zu Darmstadt gegeben hatte, zog die Fürsten und den Adel der ganzen Rheingegend an seinen Hof; denn so sparsam er auch in seiner Verwaltung war, so prächtig zeigte er sich bei Festen und in seinen Gebäuden. Er verschönerte und erweiterte Darmstadt; baute darin eine neue Kirche und sein Schloss, und wollte, als letzteres vollendet und mit Säulen und kostbaren Gerätschaften geschmückt war, auch darin ein stattliches Fest geben.

Zu dem Ende lud er im Jahr 1408 den deutschen Adel zu einem Turnier ein, wobei sich mehrere hundert Fürsten, Grafen und Ritter einfanden, um die Feierlichkeit durch männlich ritterliche Übungen zu verherrlichen. Das glänzende Schauspiel wurde aber bald ein blutiges Trauerspiel; denn kurz vorher hatten sich einige Ritter aus Franken und Hessen zu Wertheim entzweit, als sie bei vollen Humpen von ritterlichen Taten und dem Adel ihres Geschlechts sprachen. Berauscht vom guten Wein, kamen sie in dem Wirtshause, wo sie übernachteten, durch Worte hintereinander.

Die Franken warfen den Hessen vor, dass sie nur vom Stegreif lebten; die Hessen aber den Franken, dass sie den Glanz ihres Adels durch Wucher und Kaufmannschaft verdunkelten. In diesem Groll ritten sie zum Turnier nach Darmstadt, und jeder Teil machte den erhaltenen Schimpf zur Sache des ganzen Adels ihrer Länder. Die Franken waren mit hundertundzwanzig, die Hessen mit hundertundvierzig Helmen eingeritten; und diese verwandelten jetzt das Turnier in eine förmliche Schlacht. So sehr sich auch Graf Johann und andere Fürsten bemüht hatten, die aufgebrachten Gemüter zu versöhnen, die Ritter stürmten im Kampf wütend aufeinander ein. Die Streiche und Hiebe gingen auf Leben und Tod, die Arm- und Beinschienen sprangen von den Leibern, die Helme von den Köpfen; die Kampfpferde selbst wurden aufeinander angespornt, Blut und Schaum bedeckte Ross und Reiter. Neun Hessen und siebzehn Franken blieben auf dem Platz, ohne die welche verwundet waren.

Das Turnier zu Darmstadt

Unter die Stöße der Trompeten mischte sich jetzt das Geschrei der Zuschauer. Fürsten, Frauen und Fräulein sprangen von ihren Sitzen, sie drangen hier, dort, bittend, drohend, unter die Kämpfenden, um durch harte oder süße Worte die Wütenden auseinander zu bringen. Die Urheber des Streites mussten davonreiten, und die noch übrigen gaben sich Mühe, das Ritterspiel wenigstens mit so viel Anstand zu endigen, dass der gastliche Graf Johann nicht beleidigt werden konnte.

(Niklas Vogt, 1756-1836)

Verwendete Bilder sind von:
Wikipedia
(Bild 1: Darmstadt – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655 – gemeinfrei)
(Bild 2: Ritterturnier um 1500 – Kupferstich von Matthäus Zasinger – gemeinfrei)

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Das harte Gelübde – eine Sage aus Hessen

Donnerstag, Dezember 29th, 2011

 pixelio.de - Das harte Gelübde

Ein Edelknabe, von Dalwigk, hat zwischen Landgraf Heinrich (Vater Ottos des Schützen) und seiner Gemahlin Elisabeth ein großes Unheil angestiftet, indem er seinem Herrn dem Landgrafen beigebracht, als ob seine Gemahlin ihm nicht treu wäre.

Wie der Landgraf dies gehört, wird er sogleich von Zorn und Affekten übermannt und tut ein hartes Gelübde, er wolle sie von nun an nimmermehr berühren.

Obzwar hernach ihre Unschuld an den Tag kam und ihn das getane Gelübde reute, wollte er seinen Sinn doch nicht ändern und blieb immer dabei, indem er sich einredete, es müsse ein Fürst sein Wort so rein halten wie das heilige Evangelium.

Einstmals kommt ihm seine Gemahlin, aufs prächtigste geschmückt und mit liebreizender Freundlichkeit, unter die Augen, in der Hoffnung, er würde sie umfangen. Aber er hat ihr gesagt: "Ach Elisabeth, du bist ein schönes Weib, aber um mein Wort wahr zu halten, komme ich nimmermehr an deinen Leib."

Als ihr Bruder Friedrich, Landgraf in Thüringen, solches erfuhr, hat er sie mit ihren Jungfrauen von Kassel nach Eisenach holen lassen und dort ist sie dann im Jahr 1347 gestorben.

(Johann Justus  Winkelmann, 1620-1699)

Verwendetes Bild ist von:
© chocolat01/www.pixelio.de

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Die Sachsenhäuser Brücke zu Frankfurt – eine Sage aus Hessen

Samstag, August 13th, 2011

Die Sachsenhäuser Brücke zu Frankfurt 

In der Mitte der Sachsenhäuser Brücke sind zwei Bogen oben zum Teil nur mit Holz zugelegt, damit dies in Kriegszeiten weggenommen und die Verbindung leicht, ohne etwas zu sprengen, gehemmt werden kann. Davon gibt es folgende Sage:

Der Baumeister hatte sich verbindlich gemacht, die Brücke bis zu einer bestimmten Zeit zu vollenden. Als diese herannahte, sah er, dass es unmöglich war, und wie nur noch zwei Tage übrig waren, rief er in der Angst den Teufel an und bat um seinen Beistand. Der Teufel erschien und erbot sich, die Brücke in der letzten Nacht fertig zu bauen, wenn ihm der Baumeister dafür das erste lebendige Wesen, das darüber ging, überliefern wollte.

Der Vertrag wurde geschlossen, und der Teufel baute in der letzten Nacht, ohne dass ein Menschenauge in der Finsternis sehen konnte, wie es zuging, die Brücke ganz richtig fertig. Als nun der erste Morgen anbrach, kam der Baumeister und trieb einen Hahn über die Brücke vor sich her und überlieferte ihn dem Teufel.

Dieser aber hatte eine menschliche Seele gewollt, und wie er sich also betrogen sah, packte er zornig den Hahn, zerriss ihn und warf ihn durch die Brücke, wovon die zwei Löcher entstanden sind, die bis auf den heutigen Tag nicht können zugemauert werden, weil alles in der Nacht wieder zusammenfällt, was tags daran gearbeitet ist. Ein goldner Hahn auf einer Eisenstange steht aber noch jetzt zum Wahrzeichen auf der Brücke.

(Jacob Grimm, 1785-1863 & Wilhelm Grimm, 1786-1859)

Verwendetes Bild ist von:
Wikipedia (Sachsenhausen zu Anfang des 17. Jahrhunderts. Aquarell von Peter Becker, 1889 – gemeinfrei)

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Peter Lump – eine Sage aus Hessen

Samstag, August 6th, 2011

 Peter Lump

Im Jahre 1471 wurde auf dem Römerberg zu Frankfurt am Main ein Turnier gehalten, dem gar hohe Herrschaften und viele schöne Jungfrauen von den Balkonen aus zusahen.

Die Ritter alle stolzierten heran in reichster Pracht und buntestem Schmuck und ihre blanken Harnische glänzten und funkelten hell im Sonnenschein. Gleich den Fräulein droben, hatte es jeder dem andern zuvorzutun gesucht, in höchster äußerer Pracht zu erscheinen, vielleicht um damit zu ersetzen, was ihnen an Tapferkeit abging.

Nur einer von allen hatte einen ganz unscheinbaren Harnisch, rostig und schmucklos. Aber kämpfen konnt er, wie kein anderer, und seine Lanze rannte die Gegner alle zu Boden. Beifallssturm begrüßte den Tapferen; er aber hörte es kaum und blieb so gleichgültig dabei, als verstünde sich das alles so von selbst. Ruhig und sicher legte er immer wieder frisch seine Lanze ein und blieb Sieger über alle die glänzenden Herren - er war der Held des Tages.

Der Pfalzgraf, der das Turnier angeordnet hatte, ärgerte sich, dass ein solch schwarzer Unbekannter vor all seinen Rittern und Edlen den Preis und Dank allein davontrug, und fragte: "Wer ist nur der Lump, der also tapfer ficht und sticht?" - "Peter Marpurg zum Paradies!" war die Antwort.

Und der rostige Ritter, der des Pfalzgrafen Wort gehört, grüßte höflich zum Balkon hinauf, als danke er für die ganz besondere Auszeichnung und nannte sich fernerhin: Ritter Peter, der Lump – welchen Zunamen auch sein Sohn beibehielt.

(Karl Enslin, 1819-1875)

Verwendetes Bild ist von:
Wikipedia (Römerberg um 1840 – gemeinfrei)

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Teures Salz – eine Sage aus Hessen

Freitag, August 5th, 2011

pixelio.de - Teures Salz

Mehrere Kaufleute kamen auf die Frankfurter Messe, kehrten in einem Wirtshaus ein und ließen sich die Mahlzeit wohlschmecken. Der Wirt aber hatte aus Versehen kein Salz auf den Tisch gestellt, und deshalb wollten die Kaufleute, nach altem Gebrauch, nichts bezahlen als sie fortgingen.

Der Wirt ließ es auch geschehen und war noch besonders höflich dabei, indem er ihnen sein Gasthaus für die Zukunft empfahl. Wirklich kehrten dieselben Kaufleute später wieder in demselben Wirtshaus ein; der Wirt aber stellte bei der Mahlzeit nun jedem von ihnen ein absonderlich Salzfass vor, und jeder der Esser musste einen Taler bezahlen – viel Geld für ein Mittagessen im 17. Jahrhundert.

(Karl Enslin, 1819-1875)

Verwendetes Bild ist von:
© M. Großmann/www.pixelio.de

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Der Frohnhof – eine Sage aus Hessen

Freitag, August 5th, 2011

 

Nicht weit von Frankfurt am Main liegt der Badeort Soden, der früher zu Frankfurt am Main gehörte und dessen Namen von Salzsieden herstammt. Dort ist ein Hügel, welcher das Nadelkissen heißt, und auf dem vor alten Zeiten ein Kloster gestanden hat.

In diesem Kloster lebte einst ein heilige Frau, die nicht nur beten, sondern auch waschen konnte. Ihre Wäsche aber hing sie nicht, gleich andern Waschweibern auf ein Seil zum Trocknen, sondern in die Luft, in die pure, leere Luft.

Die Sodener Luft aber ist sehr gut und sehr gesund, nicht nur für Brustleidende, sondern auch für Weißzeug, das an zu großer Nässe leidet. Und die Luft heilte auch allemal die Bleichsucht der heiligen Frau und trocknete ihre Wäsche.

Wenn die Sodener dies sahen, dann kamen sie heraus vor die Haustüren und konnten sich nicht satt sehen an dem blauen Wunder. Auch solls ein Vorzeichen von schönem Wetter gewesen sein.

Endlich aber musste wohl die heilige Frau nichts mehr zu waschen und zu bleichen haben oder war gar selbst verblichen; denn lange sahen die Sodener nichts mehr in der Luft schweben als blauen Dust und düstre Wolken. Die Klostermauern aber fingen an, wacklig zu werden und einzustürzen.

Da hieß es denn, die weiße Frau sei erlöst, ohne dass man wusste, wer das Erlösungswerk vollbracht. Die Bauern wollten nun das Kloster vollständig abreißen und ein neues an die Stelle bauen. Aber so oft sie auch begannen, alles fiel immer wieder ein. Da ward ihnen der Befehl, die verwünschten Steine unentgeltlich nach Frankfurt zu fahren; dort mussten sie den heute noch unvergessenen Frohnhof bauen, von dem die Frohnhofstraße den Namen hat.

(Karl Enslin, 1819-1875)

Verwendetes Bild ist von:
© dixiland/www.pixelio.de

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Der Nachtwächter von Melsungen – eine Sage aus Hessen

Dienstag, Juli 12th, 2011

 Der Nachtwächter von Melsungen

Im Herbst, wo es gar mancherlei zu schaffen gibt in Feld und Wiese, kann man es wohl auch einem Nachtwächter nicht verdenken, wenn er lieber schläft, als die Runde macht. So hatte denn einst der Nachtwächter von Melsungen des ganzen Tages Last und Hitze getragen und musste doch um zehn Uhr abends wieder auf den Beinen sein, weil ihn sein Amt dazu trieb.

Es wurde also die zehnte Stunde in gewohnter Weise abgerufen, auch der Stadt Bestes nach allen Seiten hin gewahrt. Als er jedoch wieder nach Hause wollte, sah er auf dem Markt vor dem Wirtshause zum goldnen Löwen eine Kutsche stehen, die war ausgespannt und bot ein bequemes Plätzchen, um eine Stunde darin zu verträumen.

Du könntest dich hinsetzen, dachte der Nachtwächter, so wärest du um elf gleich bei der Hand und spartest den weiten Weg zu deiner Wohnung. Und ehe er sich’s versah, saß er in dem Wagen und legte sein Horn neben sich.

Die Luft war so angenehm, die Polster und Kissen in der Chaise so weich, dass er sich’s nicht besser wünschen konnte. Er schlief schon lange, ehe er es wollte, und schlief so fest, dass er nichts von allem hörte, was um ihn her geschah. Denn kaum war ein Viertelstündchen vergangen, dass er sich’s im Wagen bequem gemacht, so spannte der Kutscher die Pferde vor und fuhr nach Kassel zu, das er gegen Morgen erreichen musste.

Das Schaukeln des Wagens beförderte noch den sanften Schlaf des Nachtwächters und die ganze Strecke hindurch störte nichts seinen Schlummer. Doch als man gegen drei Uhr nach Waldau kam, hielt der Kutscher vor der Schenke, um seine Pferde etwas ruhen zu lassen. Darüber erwachte nun der Nachtwächter, der in der Meinung, es möchte jetzt elf Uhr sein, schnell aus dem Wagen sprang, in sein Horn stieß und die Zeit abrief, wie es seines Amtes war.

Der Nachtwächter von Melsungen

Das schallte so wunderbar durch die stille Nacht, dass die Waldauer aufschraken, der dortige Nachtwächter aber besonders nicht wusste, was das bedeuten solle, da er soeben dem Dorf den Morgen verkündet hatte. Er eilte also rasch und zornig herbei, und es dauerte lange, bis man sich verständigte und der Melsunger Nachtwächter sich endlich überzeugte, wo er denn eigentlich sei.

Seit der Zeit hat er sich gehütet, jemals die Stunden wieder in einer leeren Kutsche zu verträumen und konnte überhaupt von Glück sagen, dass er diesmal mit blauem Auge davonkam.

(Philipp Hoffmeister, 1804-1874)

Verwendete Bilder sind von:
Wikipedia
Bild 1: Melsungen – aus Daniel Meisner’s Schatzkästlein – 17. Jahrhundert – gemeinfrei
Bild 2: Nachtwächter aus Erbach im Odenwald – 1901 – Wilhelm Trübner – gemeinfrei

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Heinz von Lüder – eine Sage aus Hessen

Mittwoch, Mai 25th, 2011

Heinz von Lüder 

Die Stadt Ziegenhain war früher eine starke Festung, denn sie war rings mit dicken Mauern, hohen Wällen und breiten Wassergräben umschlossen. Darum sagt man noch jetzt in Hessen, wenn man etwas Sicheres bezeichnen will: "So fest wie Ziegenhain!"

Landgraf Philipp der Großmütige befestigte die Stadt noch stärker. Kaiser Karl V. ließ den Landgrafen im Jahre 1547 gefangennehmen. Dann schickte er den Grafen Reinhard von Solms zu Lich nebst 100 geharnischten Reitern nach Hessen mit dem Befehl, alle Festungen des Landes zu schleifen. Die Mauern und Wälle der Hauptstadt Kassel wurden nun zerstört und die Kanonen nach Frankfurt am Main gebracht. Dasselbe geschah mit Spangenberg.

Hierauf kam der kaiserliche Gesandte auch vor Ziegenhain und verlangte, ihn einzulassen. Der Befehlshaber der Stadt, Heinz von Lüder, weigerte sich aber, die Feste zu übergeben. Er sagte: "Der freie Landgraf hat mir diese Festung anvertraut, und dem freien Landgrafen werde ich sie überantworten."

Heinz von Lüder

Er ließ ihn nicht ein, und die Festung war gerettet. Heinz hatte ganz recht gehandelt, denn es war ausgemacht worden, Ziegenhain sollte dem Landgrafen erhalten werden.

Als der Landgraf fünf Jahre lang in der Gefangenschaft gesessen hatte, kam er wieder frei. Doch musste er dem Kaiser das Versprechen geben, den ungehorsamen Heinz von Lüder am Tor der Feste Ziegenhain in Ketten aufzuhängen. Und der edle Fürst hielt Wort. Als er nach Ziegenhain kam und am Tor hielt, schlang er dem braven Heinz eine goldene Kette unter den Armen hindurch um die Brust und ließ ihn daran ein wenig in die Höhe ziehen. Dann aber küsste er ihn und schenkte ihm die Kette zur Belohnung für seine Tapferkeit und Treue.

Das kostbare Kleinod ist bei dem Lüderschen Geschlecht in Ehren aufbewahrt worden und nach Erlöschen des Mannesstammes an das adlige Haus Schenk zu Wilmerode gekommen.

(Emil Schneider, 1821-1908)

Verwendete Bilder sind von:
Wikipedia
(Bild 1 – Ziegenhain (rechts) und Weichaus (links) – 1655 – Matthäus Merian – gemeinfrei)
(Bild 2 – Grundriss der Festung Ziegenhain – 1655 – Matthäus Merian – gemeinfrei)

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Der Pfarrer zu Arnsbach – eine Sage aus Hessen

Dienstag, Mai 24th, 2011

 pixelio.de - Der Pfarrer zu Arnsbach

Auf der Hundsburg bei Arnsbach wohnte ein Herr von Hund, der ließ einst seinem Pfarrer zu Kleinenglis sagen, er möchte kommen und ein paar junge Hunde taufen. Der Geistliche wies das Ansinnen mit Entrüstung zurück, als eine Entweihung der Sakramente und seines Amtes.

Darauf sandte der Ritter die gleiche Botschaft an den Pfarrer von Arnsbach und dieser, klüger als sein Amtsbruder zu Kleinenglis, sagte bereitwillig zu, kam und taufte freilich keine jungen Hunde, aber die Zwillingssöhne des Ritters, mit denen die gnädige Frau niedergekommen war. Für diesen Dienst erhielt der Prediger zu Arnsbach fünfzig Acker Land, welche er noch immer zu seinen Einkünften zählt.

(Philipp Hoffmeister, 1804-1874)

Verwendetes Bild ist von:
© Sandra Melicchio www.pixelio.de

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Der Liebenbach – eine Sage aus Hessen

Dienstag, Mai 24th, 2011

Der Liebenbach

Die Stadt Spangenberg in Hessen erhält ihr Trinkwasser durch einen Bach, welcher die gute Quelle des gegenüberliegenden Berges herbeileitet. Von der Entstehung dieses Bachs wird folgendes erzählt:

Ein Jüngling und ein Mädchen in der Stadt  liebten sich herzlich, aber die Eltern wollten lange nicht zu ihrer Verheiratung einwilligen. Endlich gaben sie nach unter der Bedingung, dass die Hochzeit erst dann solle gefeiert werden, wenn die zwei Liebenden die gute, frische Quelle von dem gegenüberliegenden Berge ganz allein herübergeleitet hätten; dadurch würde die Stadt Trinkwasser erhalten, woran sie bisher Mangel gelitten. Da fingen beide an, den Bach zu graben, und arbeiteten ohne Unterlass.

So haben sie vierzig Jahre gegraben; als sie aber fertig waren, starben sie beide in demselben Augenblick.

(Jacob Grimm, 1785-1863 & Wilhelm Grimm, 1786-1859)

Verwendetes Bild ist von:
Wikipedia (Burg und Stadt Spangenberg -Matthäus Merian – 1655 – gemeinfrei)

 

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