Der Dresdner Mönch – eine Sage aus Sachsen
Montag, August 23rd, 2010
Wie die weiße Frau im Schlosse zu Berlin stets durch ihr Erscheinen den Tod eines Fürsten aus dem Hause Hohenzollern verkünden soll, so sollen sich nach der Volkssage auch ähnliche Vorbedeutungen bei einem dem sächsischen Fürstenhaus drohenden Todesfall zeigen. In Dresden soll früher, so oft ein grauer Barfüßermönch, sein abgehauenes Haupt unter dem Arm und eine brennende Laterne in der Hand tragend, auf dem Wall der Dresdner Bastei und an derjenigen nach der Elbe gelegenen Stelle der früheren Festungswerke, welche die Jungfer oder das grüne Haus genannt ward, sich sehen ließ, dies den Tod eines Gliedes der kurfürstlich sächsischen Linie angezeigt habe.
Dieser Mönch war angeblich früher zweimal an dem oberen Sims des Hauptturms der alten Kreuzkirche an den zwei Ecken der nach dem Wall zugehenden Seite in Stein gehauen. Weil aber auf der nach der Seite der Stadt zugewandten Ecke das Bildnis Christi angebracht war, so dachte man sich unter diesen beiden Mönchsgestalten auch den Teufel und seine Großmutter.

Gewöhnlich kam er aus dem sogenannten Mönchsbrunnen auf dem Wilsdruffer Wall heraus, der bis 1726 gestanden hat. Den 22. April 1694 hat er sich auch im königlichen Schloss als Anzeichen eines hohen Todesfalles sehen lassen (Johann Georg IV.). Aber auch am 3. Oktober 1698 hat er die Wachen an den Toren von Altdresden geplagt und erschreckt, so dass sie sich von allen Posten einander zu Hilfe riefen und ein Soldat sich nur dadurch mit Mühe vor dem Herabgeworfenwerden in den Graben schützen konnte, dass er sich am Schilderhaus festhielt.
Den Leutnant, der die Runde getan, hat er ebenfalls attackiert, dieser hat aber die Pike gefällt, worauf das Gespenst unsichtbar ward. Darauf ist ein solcher Lärm entstanden, dass man die Trommel rühren und niemand mehr die Wache verrichten wollte, wie aus den im Regimentshaus an diesem Tag getanen Aussagen hervorgeht.
Das Volk erzählte sich damals, jener Mönch habe einst die beiden Brüder Kurfürst Moritz und August an der Stelle, wo jetzt das Moritzmonument steht (und die davon früher die Horche hieß), behorcht und sei zur Strafe dafür geköpft worden; erscheine aber seitdem als ein der kurfürstlichen Familie Unglück verkündender Spukgeist.
Ja, man dachte sich sogar unter dem Bilde des Gottvater unter dem Architraph dieses 1553 von Kurfürst August auf dem sogenannten Hasenberge errichteten allegorischen Monumentes jenen spukhaften Mönch.
Nach einer anderen Sage wäre aber dieser (graue oder braune) Mönch, der klein von Gestalt und sehr friedsam gewesen, übrigens nur die, so ihn geneckt, bestraft hätte, auch zu andern Gelegenheiten häufig im königlichen Schloss sichtbar gewesen. So habe einst ein Kurfürst einen Diener in ein bestimmtes Zimmer geschickt, um etwas zu holen, da habe dieser den grauen Mönch an einem Tische sitzen und schreiben sehen, erschrocken sei er zurückgeeilt und habe seinem Herrn, was er gesehen, gemeldet.
Der Kurfürst sei schnell ohne Begleitung an denselben Ort gegangen, habe auch den Mönch noch schreibend gefunden und ihn gefragt: "Was machst du hier?" Der aber erwiderte: "Ich schreibe deine Sünden auf." Da antwortete der mutige Fürst: "Hat dir Gott die Macht dazu gegeben, so tue es immerhin", und begab sich, ohne andere Fragen zu stellen, aus dem Zimmer.

Mit diesem Gespenst darf jedoch das sogenannte weiße Gespenst nicht verwechselt werden. Dies war eine lange Frau in weißen Gewändern, welche nach der Volkssage sich früher ebenfalls sehen ließ, wenn ein Todesfall in der kurfürstlichen Familie in der Nähe war. Es zeigte sich besonders auf der Treppe der ersten zur zweiten Etage des ersten Turmes rechts im großen Schlosshof, da wo früher ein geheimes Kabinett und die kurfürstliche Handbibliothek waren. Und so soll dasselbe z.B. den Tod der Gemahlin des Kurfürsten Johann Georgs II., Magdalena Sybilla, im Jahre 1687 angezeigt haben, wie erzählt wird.
Endlich soll es sonst auch noch auf dem vom Schloss aus in die frühere, jetzt weggerissene, am Bärengarten befindliche Hofapotheke führenden Gange umgegangen sein, doch hat man eigentlich nie wirklich etwas gesehen, sondern furchtsame Personen erzählten nur, dass, wenn sie abends diesen Gang betreten, es gerade so sei, als wenn ein großer weißer Ballen hinter ihnen her gewälzt werde. Über das im Winter 1865-66 in den Zimmern über dem Großen Gewölbe gehörte Geräusch und Poltern ist keine Aufklärung erlangt worden.
(Johann Georg Theodor Grässe, 1814-1885)
Verwendete Bilder sind von:
© Wolfgang Colditz/PIXELIO (Bild 1 – Dresdner Zwinger)
© Marco Barnebeck(Telemarco)/PIXELIO (Bild 2 – Dresdner Kreuzkirche + Bild 3 – Dresden)
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Den 3. Januar 1636 wurde zu Mittweida Johann Heiydemann, der Rechte Doktor und Praktikus in Neusorge bei Mittweida, und den 31. Mai 1637 Aegidius Hanickel, Wildmeister und Oberförster, Bürger in der Stadt begraben.
Was tut nun der tolle Barthel? Er ersteigt an einem Sonnabend (den 17. September 1558) um Mitternacht den vor dem Lauentor befindlichen Galgen, nimmt zwei daran befindliche justifizierte Körper, so fast drei Jahre gehangen hatten, davon ab, trägt solche als ein großer und starker Mensch auf seiner Achsel und unter dem einen Arme im Dunkeln über die Viehweide, den heiligen Geistberg und die Seydauer Brücke an die Drahtmühle und lehnt sodann den einen Körper an die Haustüre des obengenannten Schusters, den anderen aber schiebt er dem dasigen Drahtzieher, dessen Tochter ihn auch verspottet haben sollte, zum Fenster hinein.
In den Zeiten der Armut lebte in dem Dorfe Schlettau ein Schneider mit seiner Frau und dem gemeinsamen Töchterchen Minel.
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Er grüßte das Mädchen und rief gar kläglich:
Es soll nämlich der in dem Dorfe 



Daniel erwachte, fühlte sich gestärkt; der Morgen graute, und eilig drang der arme Bergmann in den Wald hinein. Schon war er in dem tiefsten Dickicht, das noch kein Mensch betreten hatte; da steht der Baum, und rasch sind alle Äste bis zum Wipfel durchsucht, aber silberne Eier zeigen sich nirgends. – 