Google
Märchen-Suche
Kategorien
Google

Archive for the ‘Sachsen’ Category

Das Weihnachtsgeschenk – eine Sage aus Sachsen

Samstag, Dezember 17th, 2011

 

Wenn man von Budissin nach Görlitz geht, erblickt man unweit des Pfarrdorfes Krischa linker Hand einen mit Nadel- und Laubholz bepflanzten Platz, auf dem vor nun über hundert Jahren noch eine Betsäule stand, die eine nicht mehr lesbare Inschrift trug.

Darüber wird erzählt: Es soll einst an einem Christabend ein armer Bürger aus Budissin nach Görlitz gegangen sein, um dort einiges Geld für von ihm dorthin gelieferte Arbeit zu holen. Allein wie ward ihm, als er dasselbe nicht erhielt und dadurch seine Hoffnung, für seine sechs kleinen Kinder einige Christstollen zu kaufen, in den Born fiel.

pixelio.de - Das Weihnachtsgeschenk

Traurig und mit banger Sorge vor dem kommenden Winter kehrte er in später Abendstunde in seine Vaterstadt zurück; da sah er, dass das rechts bei Krischa liegende Gebüsch mit einer Anzahl heller Lichter erleuchtet war. Er begriff allerdings nicht, was dies sein könne, allein er fasste sich ein Herz und ging mutig auf das Gebüsch los, um zu sehen, was die Lichter zu bedeuten hätten. Da trat ihm am Eingange desselben ein kleines, kaum vier Spannen hohes Männchen entgegen, grüßte ihn und rief ihm zu, er möge nur näher kommen, es sei ihm heute eine große Freude beschert.

Der arme Mann ließ sich dies auch nicht zweimal sagen. Er trat unter die Bäume und sah die kleinen Fichten ganz wie die Lichterbäume in der Stadt mit Äpfeln, Nüssen, Mandeln, Zuckerwerk und Honigkuchen behangen. Das Männchen lud ihn nun ein, sich davon soviel zu nehmen, als er wolle, um seinen Leuten zu Hause eine Weihnachtsfreude zu bereiten, und so füllte er sich denn den Sack, den er zum Tragen der Stollen bestimmt gehabt hatte, mit diesen wunderlichen Weihnachtsgaben an und machte sich auf den Weg nach seiner Heimat, nachdem er noch ausdrücklich die Lichter hatte auslöschen sehen. Je näher er aber auf die Stadt zukam, desto schwerer ward sein Sack, und kaum vermochte er sein Haus zu erreichen; doch hütete er sich wohl, etwas aus jenem wegzuschütten, um sich seiner Bürde zu erleichtern.

pixelio.de - Das WeihnachtsgeschenkAn der Tür kamen ihm schon seine Kleinen entgegen, welche lange schon auf ihn gelauert hatten, weil sie wussten, dass er ihnen einen heiligen Christ hatte mitbringen wollen; schnell warf er nun den Sack von den müden Schultern, allein wir ward ihm, als beim Öffnen statt der Äpfel, Nüsse usw., die er darin zu finden gedachte, eine Masse alter Goldmünzen herauskullerten.

Damit war aber aller ihrer Not ein Ende gemacht. Nun konnte er seinen Kindern nicht bloß Christstollen, sondern überhaupt alles kaufen, was sich sein Herz wünschte. Er wendete aber das Geschenk des kleinen Männchens wohl an; er errichtete zur Erinnerung an jene himmlische Weihnachtsbescherung an jener Stelle eine Betsäule, trieb sein Handwerk – er war ein Strumpfwirker - dermaßen ins Große, dass dasselbe überhaupt in seiner Vaterstadt gehörig in Schwung kam, und ward der Ahnherr einer der angesehensten und wohlhabendsten Familien der Stadt.

(Johann Georg Theodor Grässe, 1814-1885)

Verwendete Bilder sind von:
© Gerd Altmann/www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der Name Bischofswerda – eine Sage aus Sachsen

Montag, November 21st, 2011

 

pixelio.de - Der Name BischofswerdaAls Bischofswerda noch eine neugegründete Stadt war, begehrte einst ein vornehmer Reisender mit seinem Gefolge Einlass. Auf die Frage des Torwarts: "Wer da?" antwortete jener: "Bischof!"

So ergab sich die Bezeichung "Bischofswerda" für den bislang namenlosen Ort.

(aus Sächsischer Volksfreund 1880)

Verwendetes Bild ist von:
© Rolf Handke
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Zur Gründung von Annaberg – eine Sage aus Sachsen (Erzgebirge)

Montag, Oktober 10th, 2011

Zur Gründung von Annaberg 

St. Annaberg hat seinen Anfang, nächst Gott, wie bekannt, durch den Bergbau bekommen, und also müssen wir zuerst von dem Aufkommen der hiesigen Bergwerke handeln. Die allgemeine Tradition davon ist folgende:

Es soll nämlich ein Bergmann des Nachts, im Traum, eine göttliche Erscheinung gehabt haben. Dem habe geträumet, es käme ein Engel zu ihm, der sagte, er sollte in den Wald zu einem gewissen Baume gehen, den ihm auch der Engel im Traume benannt und angezeigt, da würde er ein Nest mit güldenen Eiern finden. Darauf sei der Begmann, als es Tag geworden, aufgestanden, und habe den ihm im Traume gezeigten Baum gesucht und auch gefunden.

Als er nun, vermittelst einer Farte, auf solchen Baum gestiegen, so habe er das Nest mit den güldenen Eiern zwar gesucht, aber nichts angetroffen. Da er wieder heruntergestiegen, sei der im Traum ihm vorhero erschienene Engel alsbald zu ihm gekommen, habe ihm befohlen, er solle bei diesem Baume einschlagen, so würde er das Nest mit den güldenen Eiern antreffen. Als der Bergmann diesem Befehle des Engels gefolgt und zu schürfen angefangen, so habe er auch wirklich einen reichen Silbergang entblößt, darauf alsdann hernach der Bergbau allhier angegangen.

Es ist diese ganze Geschichte in hiesiger Haupt-Kirchen zu St. Annen, an dem kleinen Altar, welchen die hiesige Knappschaft des Bergwerks Anno 1521 auf ihre Unkosten weiland erbauen lassen, an dem hintern Teile auf dem Rücken dieses Altars umständlich abgemalt. Auf diesem Gemälde, unter den Füßen dieses Bergmanns, welcher auf solchen Baum gestiegen und hernach unten an der Wurzel desselben geschürft und den Silbergang entdeckt, steht der Name Knappius, welches also zu dieser Mutmaßung Anleitung giebet, dass dieser Bergmann vielleicht Knappe geheißen habe. Etliche meinen dahero, dass also von diesem Erfinder des hiesigen Bergwerks die Bergleute hernach Knappen genannt worden wären.

(Adam Daniel Richter, 1709-1782)

Verwendetes Bild ist von:
Wikipedia (Rückseite des Annaberger Bergaltars, 1522, Annaberg-Buchholz – Hans Hesse – gemeinfrei)

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der schwarze Hund in Kamenz – eine sage aus Sachsen

Dienstag, April 12th, 2011

Der schwarze Hund in Kamenz 

Im Jahre 1570 starb der letzte katholische Bürgermeister zu Kamenz mit Namen Andreas Günther. Seine Seele ist verwünscht worden, und er geht noch immer zu nächtlicher Weile in dem Klosterhof um als ein schwarzer, zottiger Hund und treibt auch als schwarzer Ziegenbock auf dem Hutberge seine Wesen. Selbst am Tage erscheint er bisweilen in dieser Gestalt. Badende Knaben sind von ihm erschreckt und verjagt worden.

Er war sehr reich und wollte doch seinen Reichtum den evangelischen Nachkommen nicht gönnen, sondern vergrub ihn in der St. -Annen-Kirche. Dort liegt dieser Schatz, welcher 24000 oder, wie andere sagen, 80000 Dublonen betragen soll, noch ungehoben bis auf den heutigen Tag. Man weiß wohl, dass eine an dem einen Pfeiler der Kirche befindliche Figur die Stelle andeutet, wo der Schatz liegt; aber gerade der Arm, welcher darauf hinweist, ist abgebrochen, und so hat man ihn nicht auffinden können.

(Carl Joachim Thomas Haupt, 1829-1882)

Verwendetes Bild ist von:
Wikipedia (St.-Annen-Kirche 1899 – sächsische Landesbibliothek/Staats- und Universitätsbibliothek Dresden – gemeinfrei)

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die wundersame Rettung der Bergleute – eine Sage aus Sachsen

Donnerstag, April 7th, 2011

 Die wundersame Rettung der Bergleute

Den 19. September sind vier Bergheuer auf dem jungen S. Stephan aufn Brande am Goldberge gelegen, in der Grube verfallen und den 23. ejusdem abends um neun Uhr durch sonderbaren Fleiß der damaligen Berg Beamten, so Tag und Nacht zu ihnen räumen lassen, wieder funden worden, drei zwar tot, der vierte aber namens Georg Strobel noch bei Leben, welcher sich in einem kleinen Querschläglein, etwan einer halben Ellen hoch, wunderlich erhalten und fürgegeben, dass er oft einen Schein oder Flamme auf und nieder sehen fahren, davon er erquicket worden, dass ihn nicht gehungert, ob er schon bis an fünften Tag ohne Speise und Trank, auch ohne Wetter oder frische Luft liegen müssen.

Er ist ein einiger Sohn einer armen Witwe gewesen, die er auch aus kindlicher Treue durch seine saure Handarbeit neben drei unerzogenen Geschwistern ernehret. Man hat ihn in Hengeseilen aus der Grube gezogen, weil sich Ohnmachten bei ihm finden wollen, und ist Balthasar Sättler, Geschworner, der hernach Bergmeister geworden, mit einem Steiger und zween Bergheuern neben ihn an der Farte naus gefahren. So bald er an Tag kommen, hat er trinken begehret, da ihm ein Töpflein von Rosenessig gereicht worden, welches er ausgetrunken und gesaget: Ei da kömt Leib und Seele zusammen.

Hernach hat ihm der Stadt Physicus D. Gregor. Heiland etliche medicamenta geordnet, davon er duch Gottes Hülfe sich geschwinde erholet. Soll folgends noch lange gelebet und seiner Arbeit wie zuvor treulich abgewartet haben.

(Andreas Möller, 1598-1660)

Verwendetes Bild ist von:
Wikipedia ( "Die verschiedenen Arten der Fahrung" A: Ein Bergmann, der auf der Fahrt einfährt B: Einer, der auf dem Knebel sitzt C: Einer, der auf dem Leder einfährt D: Auf Stufen, die im Gestein hergestellt sind, Einfahrende, 1556 – Georg Agricola – gemeinfrei)

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der kluge Mönch von Kamenz – eine Sage aus Sachsen

Freitag, April 1st, 2011

 Der kluge Mönch von Kamenz

Wie sich an vielen Orten Sachsens, z.B. auf dem Sonnenstein, in der Ruine der Mönchskirche zu Budissin auf der Ortenburg daselbst, in dem Schulgebäude zu Pirna, in der St.-Johannis-Kirche zu Zittau usw. hin und wieder ein gespentiger Mönch zeigen soll, der durch seine Erscheinung stets der Stadt ein Unglück andeute, so soll auch in Kamenz zuweilen ein Franziskanermönch zu sehen sein, der sogar einmal die Buchstaben C.M.P. (Kamenz wird elendiglich zugrunde gehen) bedeutete.

Viele halten ihn für den Erfinder des Schießpulvers, Berthold Schwarz, dessen angeblicher Grabstein in der St.-Annen-Kirche zu Kamenz eine Kanone ziert und dessen Standbild an der Hausecke der Budissiner Gasse Nr. 91 angeblich zu sehen gewesen sein soll. Dies ist aber unmöglich, denn jene Grabstätte ist die eines Büchsenmeisters, Max Gottmann, der im Jahr 1508 hier verstarb, und jenes Standbild bezeichnet, dass der Besitzer dieses Hauses einst ein gewisser Hans Wagner gewesen sei.

Daher muss jener Mönch wohl der unruhige Geist eines der letzten Mönche des aufgehobenen Franziskanerklosters zu Kamenz, Matthäus Rudolph, sein, der, nachdem er zu Leipzig und Paris besonders Magie und Alchemie studiert, von seiner engen Zelle aus im Kloster St. Anna in Kamenz, wo er von weit und breit Besuche von Armen und Reichen empfing, durch Formeln und Wundersprüche, aber auch mit Wurzeln, Steinen, Kräutern und Pflastern heilte.

Der kluge Mönch von Kamenz

Man suchte ihn jedoch nur in der Not auf, denn es ging von ihm das Gerücht, er habe sich dem Teufel verschrieben.

Am Sonnabend vor Lätare 1562 kehrte er aus Böhmen von einem Krankenbesuch zurück, da erhob sich auf einmal bei ganz heiterem Himmel ein furchtbares Gewitter, und in diesem kam der Mönch mitten auf der Straße um: Angeblich hatte ihn der Teufel geholt. Den Tag nach seinem Tode kamen aus Kamenz seine drei noch übrigen Ordensbrüder und holten seine Leiche in aller Stille auf einem Düngerwagen ab. Erst nach seinem Tode wagte man ihm den Prozess als Zauberer zu machen, seine Magd und ihr Sohn, die auf der Folter bekannt hatten, dass sie ihm beim Zaubern geholfen hätten, wurden 1564 hingerichtet.

(Johann Georg Theodor Grässe, 1814-1885)

Verwendete Bilder sind von:
Wikipedia
(Bild 1: Kamenz vor 1837 – Museum für saechsische Vaterlandskunde – gemeinfrei)
(Bild 2: Alchimistenküche, Stich – gemeinfrei)

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Wie Meerane ehemals in üblem Rufe gestanden hat – eine Sage aus Sachsen

Dienstag, März 29th, 2011

 

Die Stadt Meerane hat ehemals in ziemlich schlechtem Rufe gestanden.

Eine gedruckte Nachricht von 1788 erzählt: Da das Städtlein Meerane dreierlei Gerichte hatte, so kam es, dass zu Anfang des 18. Jahrhunderts dieser Ort in einem fast bösen Geschrei war, weil sich fremdes liederliches Gesindel da aufgehalten, so bei Visitationen leicht aus einem Gericht oder Amtssprengel ins andere entwischen können. Daher entstand in dieser Gegend ein Sprichwort, dass, wenn man einen schimpfen wollte, man ihn einen Meeraner genannt.

Nachher ist dieses Geschrei durch gute Ordnung der Obrigkeit und redliche Einwohner völlig unterdrückt worden. Es geschah aber, dass der dortige Pastor M. Sigismund Stolze einstmals auf die Leipziger Messe reiste.

Wie Meerane ehemals in üblem Rufe gestanden hat

Als er mit dem Wagen unters Tor zu Leipzig kam, wurde er gefragt, woher er käme und wer er wäre. Als er es beantwortet: "Der Pastor von Meerane!" musste er wieder umkehren, weil man von Meerane niemanden einlassen durfte. Der gute Mann kehrte mit der Kutsche wieder um und fuhr unter einem anderen Namen zu einem anderen Tore hinein. Bei seiner Heimkunft brachte er dies mit Tränen auf der Kanzel vor, ließ auch nicht eher nach, bis seine berüchtigte Gemeinde ein besseres Leben zu führen anfing.

(Johann August Ernst Köhler, 1829-1903)

Verwendetes Bild ist von:
Wikipedia (Messetreiben auf dem Leipziger Markt um 1800 – Kupferstich – gemeinfrei)

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der Ursprung der Stadt Schandau – eine Sage aus Sachsen

Dienstag, März 29th, 2011

Der Ursprung der Stadt Schandau 

Bei einer zwischen dem Böhmenkönig Ottokar und Ritter Witigo von Duba aus dem Geschlecht derer Birken von Duba, welche diese Besitzungen bis um 1490 besessen haben mögen, ausgebrochenen Fehde ist im Kirnitztal eine heiße Schlacht geliefert worden.

In der Nähe der später erst entdeckten Heilquelle, von der das heutige Bad seinen Namen hat, stieß Graf Bernhard von Kamenz, der einen Trupp Ritter und Reisige gegen Duba auf Hohnstein führte, auf den Ritter Raubold von Niemanitz, der zwar ebenfalls eigentlich ein Feind Dubas war, heimlich sich aber mit ihm vereinigt hatte und diese Gelegenheit nutzen wollte, den feindlichen Heerhaufen zu vernichten. Von dem Ritter von Bose aus dem Sattel gehoben, zerschmetterte er dessen Brust mit einem aufgehobenen schweren Stein, worauf ihn aber der Graf von Kamenz niederstieß. Letzterer aber, entrüstet über die Treulosigkeit des Gefallenen, der unter Verwünschungen sein Leben aushauchte, soll ausgerufen haben: "Tod und Schand! Schandaue soll der Ort heißen."

Von dieser Sage mag auch das alte Sprichwort herrühren: ‘Meißnische Ehre und Redlichkeit haben zu Schandau eine Ende.’

(Johann Georg Theodor Grässe, 1814-1885)

Verwendetes Bild ist von:
Wikipedia (Historische Ansicht von Bad Schandau an der Elbe. Stahlstich – etwa 1850 – gemeinfrei)

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die Spukgeister auf dem Königstein – eine Sage aus Sachsen

Montag, März 28th, 2011

 Die Spukgeister auf dem Königstein

Auch auf dem Königstein sollen verschiedene Gespenster umgehen. So will man den am 1. März 1720 in der Nähe der sogenannten Königsnase hingerichteten Baron von Klettenberg, den berüchtigten Goldmacher, zuweilen den Kopf unter dem Arm in der Nähe jenes Ortes herumspazieren gesehen haben, und ebenso soll der den 7. Juni 1610 zwischen der Königsnase und Christiansburg aufgehängte Hauptmann Wolf Friedrich Beon, der als Festungskommandant eine Menge Unterschleife begonnen hatte, dort des Nachts die Wachen erschrecken und zuweilen auch in dem Walde der Festung zu sehen sein.

Damit aber hat eine andere Erscheinung nichts zu schaffen, welche viele beobachtet haben. Wenn man den sogenannten Luisenweg nach der Festung heraufkommt, da sieht man um Mitternacht davor auf dem Plateau einen ungeheuer langen Mann in dunklem Mantel mit einem Schlapphut stehen und sich umsehen. Er zeigt sich auch in der in das Innere führenden Appareille und geht dann oben regelmäßig um die Kirche herum, worauf er verschwindet. Gesprochen hat er aber noch mit niemandem. Beim Anrufen hält er nicht stand, sondern ist plötzlich weg, zeigt sich aber gleich wieder an einer entfernten Stelle.

Endlich erzählte man früher auch, dass in der Kasernenstube Nr. 10 an einem gewissen Tage (9. September) des Jahres des Nachts die dort schlafenden Soldaten von einem gewissen Etwas aus ihren Betten geworfen würden. Als vor einiger Zeit jedoch in dieser Stube am genannten Tag gewacht wurde, hat sich von diesem Spuk nichts gezeigt.

(Johann Georg Theodor Grässe, 1814-1885)

Verwendetes Bild ist von:
Wikipedia (Gemälde von Bernardo Bellotto der Festung Königstein, in der Sächsischen Schweiz – gemeinfrei)

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die Eule in Leipzig – eine Sage aus Sachsen

Donnerstag, Februar 17th, 2011

Die Eule in Leipzig 

Im Hofe eines Hauses auf der Peterstraße zu Leipzig ist in einer kleinen Nische eine steinerne Eule zu sehen, welche das Andenken an eine traurige, dort vorgefallene Begebenheit erhalten soll.

Einst war in jenem Hause ein Pförtner oder Hausmann, der so verschlafen war, dass er niemals aufmachte, es mochte noch so stark an der Tür gepocht werden, was zur Folge hatte, dass die Bewohner des Hauses, wenn sie zu spät nach Hause kamen, nicht hereinkonnten und also bei allem Unwetter draußen stehen bleiben mussten.

Darüber war nun dieser sehr betrübt und sann hin und her, wie er sich sein Brot erhalten wollte. Da trat auf einmal der Teufel in menschlicher Gestalt und nicht furchtbar, wie gewöhnlich, zu ihm und bot ihm an, wenn er mit ihm einen Vertrag über seine Seele machen wolle, dass er ihn nach 10 Jahren holen könne, wolle er in der Nacht unter der Gestalt einer Eule für ihn wachen und ihn wecken, so jemand hereinwolle. Zwar wollte jener anfangs nicht darauf eingehen, allein die Liebe zu einem ruhigen und sorgenfreien Leben veranlasste ihn endlich doch, den Vertrag mit seinem Blute zu unterzeichnen. So trat denn der Teufel als Eule seinen Dienst an, und seit dieser Zeit hatte sich niemand mehr über das Verschlafensein des Hausmanns zu beschweren.

Als aber die 10 Jahre um waren, fand man ihn früh tot in seinem Bette. Der Teufel hatte ihm den Hals umgedreht.

(Johann Georg Theodor Grässe, 1814-1885)

Verwendetes Bild ist von:
Wikipedia (Auerbachs Hof in Leipzig um 1780. Altkolorierter Kupferstich (Guckkastenblatt) – Quelle: Slg. H.-P.Haack, Leipzig – gemeinfrei)

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker