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Archive for the ‘Schinderhannes’ Category

Schinderhannes und das Kind – eine Sage aus Nordrhein-Westfalen

Mittwoch, Juli 8th, 2009

 pixelio.de - Schinderhannes und das Kind

Einst trieb sich in der Gegend von Feuersbach ein Mann umher, der Schinderhannes genannt wurde. Er jagte den Bewohnern Angst und Schrecken ein; denn er raubte und mordete. Vor allem hatte er es auf die Reichen abgesehen. Den Armen dagegen tat er nichts zuleide, sondern gab ihnen von dem, was er den Reichen genommen hatte.

Eines Tages ging ein Mädchen durch den Wald auf Feuersbach zu. In seiner Rechten trug es einen Korb. Es hatte große Angst und weinte; denn es fürchtete sich vor dem Schinderhannes, von dem seine Mutter ihm gerade am Tage zuvor erzählt hatte. Als das Kind ängstlich zwischen den hohen Stämmen einherschritt, stand plötzlich ein wild aussehender Mann vor ihm.

Die Kleine wäre am liebsten in den Boden gesunken. Ihr Herz klopfte vor Furcht zum Zerspringen. Der Langbärtige fragte sie mit freundlicher Stimme, warum sie weine. Da antwortete das Mädchen: "Ich habe solch große Angst vor dem Schinderhannes."

Der Mann versuchte dem Kind seine Furcht auszureden und begleitete es bis an den Rand des Waldes. Dabei trug er ihm den schweren Korb. Nach und nach wurde die Kleine zutraulicher; sie hielt nämlich ihren Begleiter für einen Köhler.

Als die beiden den Waldessaum erreicht hatten, stellte der Mann den Korb auf die Erde und sagte: "So, Kind, nun gehe heim! Grüße deine Mutter von mir und sage ihr, dass dir der Schinderhannes den Korb getragen hat."

Darauf verschwand er so ungesehen, wie er gekommen war. Das Kind lief den Berg hinab, dem Elternhaus zu, so schnell es seine Beine zu tragen vermochten.

(Gerhard Schrey)

Verwendetes Bild ist von:
© Jürgen Mees/PIXELIO 
www.pixelio.de

 

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Schinderhannes und seine Gesellen – eine Sage

Freitag, Juni 5th, 2009

pixelio.de - Schinderhannes und seine Gesellen

Auf seinen Streifzügen kam Schinderhannes, der mit seinem richtigen Namen Johannes Bückler hieß, an eine Bauernhütte. Er pochte, und ein altes Weibchen öffnete ihm. In der Stube stand der Mann und macht Fackeln. Im Laufe des Gesprächs fragte Schinderhannes, ob sie sich nicht vor den Räubern fürchteten.

"O nein", erwiederte der Alte, "der Schinderhannes tut den Armen nichts. Aber ich möchte doch eine Sicherheitskarte haben, weil ich seinen Leuten nicht recht traue." Bückler nahm aus seiner Tasche eine Flasche Wein und schenkte sie dem Bauern.

"O Gott", rief plötzlich der Bauer, "da kommen Bewaffnete. Wir sind verloren!" Schinderhannes meinte, es seien Gendarmen, und entfloh in die angrenzende Kammer. Gleich danach wurde die Tür aufgerissen, und vier bis an die Zähne bewaffnete Räuber traten ein. Sie packten den Bauern und sein Weib, warfen sie zu Boden und verlangten Geld.

Zitternd und zähneklappernd nestelte der Bauer den Rest seines kleinen Vermögens – dreizehn Groschen - aus seinem Geldbeutel. Aber die Räuber schrien: "Wenn du Wein saufen kannst, du Kerl, dann hast du auch Geld!"

Eben schickten sie sich an, die armen Leute aufs neue zu misshandeln, da erschien Schinderhannes in der Kammertür. Erschrocken ließen die Räuber ihre Opfer los; doch Schinderhannes riss seine Pistole aus dem Gürtel und erschoss den Rädelsführer. Die andern drei ließ er später drei Tage lang krumm schließen und hungern.

pixelio.de Schinderhannes und seine GesellenEinst brachten einige Räuber zu Schinderhannes einen Menschen, der in die Bande aufgenommen sein wollte. Um den Beweis zu liefern, dass er als Räuber zu gebrauchen sei, gab er an, er habe schon verschiedene Meuchelmorde auf dem Gewissen, auch habe er einer Witwe mit fünf Kindern durch falschen Eid das Vermögen abgeschworen.

Schinderhannes aber rief: "So etwas tut ein richtiger Räuber nicht. Wer falsch schwört, verrät auch uns. Kameraden, hängt den Kerl dort an den Eichenbaum!" Der Gauner wurde ergriffen und aufgehängt.

(Carl Rauchhaupt)

Verwendete Bilder sind von:
© Hans Dunker/PIXELIO (Bild 1)
© Huber/PIXELIO (Bild 2)
www.pixelio.de

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Schinderhannes und der Baron – eine Sage

Donnerstag, Januar 29th, 2009

pixelio.de Schinderhannes und der BaronEinen alten Bedienten hörte Schinderhannes über die Misswirtschaft des Barons K. klagen. Der Baron sei der reinste Wüterich; er schlage seine Dienerschaft, verprasse das Geld seiner Frau mit leichtfertigen Frauenzimmern und das arme Weib müsse ihnen bei den wüsten Gelagen auch noch aufwarten; sie sei viel schlimmer daran als eine Dienerin.

Schinderhannes ließ daraufhin das Schloss von seinen Leuten heimlich umzingeln. Er selbst ging in das Zimmer zu dem Baron und stellte sich als Verwandter seiner Frau vor. "Dieses Lumpenvolk kenne ich nicht. Sofort aus meinen Augen, sonst hetze ich Euch die Hunde auf den Hals!" rief der Baron, der mit seinen leichtfertigen Frauen und zwei Freunden gerade tafelte.

Schweigend ging Schinderhannes hinaus. Ein Pfiff, und die Räuber standen vor ihm. Sie drangen in das Zimmer des Barons. Der klingelte erschreckt seinen Kammerdienern, die aber einfach zur Tür hinausgeworfen wurden. Schinderhannes trat vor den Baron und schrie: "Niederträchtiger Tyrann, auf die Knie mit dir! Ich bin der Schinderhannes!" Zitternd fielen alle auf die Erde. Der Baron wurde von den Räubern mit gedrehten Stricken halbtot gehauen, und auch die beiden Stutzer erhielten jämmerliche Prügel.

Hierauf plünderten die Räuber Kisten und Kasten aus, gaben der Baronin ihren Brautschatz zurück und brachten sie wieder zu ihrem Vater. Der hörte zum erstenmal, wie der Schwiegersohn seine Tochter behandelt hatte. Vater und Tochter dankten Schinderhannes für seine Hilfe. Er wehrte jedoch ab; denn heimlich dachte er bei sich: Den schönsten Lohn haben doch die Kameraden in ihren Säcken fortgetragen.

(Carl Rauchhaupt)

Verwendetes Bild ist von:
© Etienne Rheindahlen/PIXELIO
www.pixelio.de

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Wie Schinderhannes einem Brautpaar half – eine Sage über Johannes Bückler

Freitag, November 28th, 2008

pixelio.de Wie Schinderhannes einem Brautpaar halfDie Räuber, die Schinderhannes begleiteten, lagerten im Kreis und sprachen tapfer der Flasche zu. Plötzlich hörten sie in der Nähe drei Menschen schreien, die von einigen Räubern mit Gewehrkolben vorwärtsgetrieben wurden. Als die drei – ein älterer Mann, ein Bursche und ein Mädchen – vor Schinderhannes erschienen, herrschte er die Leute an: "Was gibt’s? Redet und macht nicht solchen Lärm!"

Der Bursche erwiderte seufzend: "Mit dem Mädchen, der Christel, bin ich schon zwei Jahre heimlich versprochen, und der Vater hier, bei dem ich in Dienst stand und der davon wusste, hatte nie etwas dagegen einzuwenden. Gestern nun fragte ich ihn, ob wir jetzt heiraten dürften. Da lachte er mich aus und sagte, ich sollte mich zum Teufel scheren. Wir hatten nun beschlossen, heimlich davonzugehen und wollten das auch heute morgen ausführen. Der Alte aber setzte uns nach und will jetzt die Christel wieder mit nach Hause nehmen. Als wir noch stritten, wurden wir von Euren Leuten überfallen und hierher gebracht."

Kasi in Ägypten

Während dieser Worte weinte das Mädchen leise vor sich hin. "Was hast du darauf zu entgegnen? Warum willst du die beiden nicht heiraten lassen?" fuhr der Räuberhauptmann den alten Bauern an. "Weil ich keinen Bettler als Schwiegersohn gebrauchen kann!" antwortete der Bauer trotzig. "Ich habe mir schon einen andern ausgesucht!"

pixelio.de Wie Schinderhannes einem Brautpaar half

"Kameraden, nehmt den alten Sünder aufs Korn!" rief Bückler - so war des Schinderhannes eigentlicher Name – und im Nu sah der Bauer ein Dutzend Flintenläufe auf sich gerichtet. "Gnade, Gnade", ächzte er, "ich will ja alles tun, was Ihr verlangt!" "Versprichst du mir, sofort den beiden jungen Leuten deinen Segen zu ihrer Verbindung zu geben, so will ich dich laufen lassen. Aber das sage ich dir: Wenn du dein Wort brichst, soll’s dich gereuen, so wahr ich Schinderhannes heiße!"

Bei diesem furchbaren Namen schrien das Mädchen und der Alte laut auf; im Auge des Burschen aber blitzte ein Hoffnungsstrahl. Zitternd gelobte der Vater, alles zuzugeben.

pixelio.de Wie Schinderhannes einem Brautpaar halfDoch Schinderhannes rief: "Etwas muss für mich auch abfallen!" Dabei umfasste er das Mädchen und drückte ihm einen herzhaften Kuss auf die Lippen.

"So, Leute, jetzt übergebe ich euch die beiden Männer, dass auch ihr eure Freude habt!" Schwiegervater und Schwiegersohn wurden nun von den Räubern ausgeplündert und ihnen sogar Rock, Weste und Stiefel abgenommen. Trotz alledem machten die drei recht vergnügte Gesichter – die beiden Jungen deshalb, weil sie so leicht ihr Ziel erreicht hatten, der Alte aber, weil er so billig davongekommen war.

Beim Abschied gab Schinderhannes dem Burschen ein Kartenblatt, auf dem drei Kreuze waren und die Worte standen: "Merkt’s Johannes durch den Wald."

pixelio.de Wie Schinderhannes einem Brautpaar half

"Hier, nimm diese Sicherheitskarte. Sie gibt dir überall freies Geleit. Und wenn der Alte dir Schwierigkeiten macht, so komm nur zu mir. Ich werde ihn schon zur Ordnung bringen!"

(Carl Rauchhaupt)

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© Robert Babiak/PIXELIO (Bild 1)
© Gerd Altmann (geralt)/PIXELIO (Bild 3)
© creature/PIXELIO (Bild 4)
© Claudia Hautumm/PIXELIO (Bild 5)
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Der Räuberhauptmann und dieTänzerin – eine Sage über Johannes Bückler

Mittwoch, November 19th, 2008

pixelio.de Der Räuberhauptmann und die Tänzerin

Einer aus des Schinderhannes Räuberbande wurde eines Tages nach Kirn geschickt, um Munition zu kaufen. Dort kundschaftete er aus, dass die berühmte Tänzerin Cäcilie Vestris, die von dem Präfekten für das Mainzer Theater engagiert war, auf ihrer Reise von Paris nach Mainz in Kirn abgestiegen sei und am nächsten Tag um zwei Uhr ihre Reise fortzusetzen gedenke. die Bande des Schinderhannes brach zur bestimmten Stunde auf und fasste die Reisenden unweit Kirn ab.

Schinderhannes setzte sich zu der Tänzerin und ihrer Kammerfrau in den Wagen. Ein Räuber kutschierte, und fort ging’s direkt nach Kallenfels. Der Kutscher der Tänzerin wurde zu Fuss von den übrigen Räubern ebenfalls dorthin geführt.

In Kallenfels fanden die vor Schreck fast gelähmten Frauen ein reichliches Essen und spanischen Wein vor. Schinderhannes erklärte der Tänzerin, sie möge ihm den "Scherz" nicht übelnehmen. Er wolle nur dem Präfekten in Mainz, der sein erbitterter Feind sei, beweisen, dass auf dem Hunsrück allein der Räuberhauptmann Schinderhannes zu befehlen habe. Es freute ihn, dass er noch vor seinem Rivalen das Vergnügen gehabt habe, die berühmte Tänzerin zu empfangen.

pixelio.de Der Räuberhauptmann und die Tänzerin

Als Cäsilie Vestris sah, dass ihr nichts zuleide getan wurde, fand sie sich bald in ihr Schicksal. Von der allgemeinen Heiterkeit wurde sie mit fortgerissen, so dass sie auf Bitten des Räubers sogar eine Probe ihrer Tanzkunst ablegte. Am andern Tag ließ Schinderhannes die Tänzerin und ihre Kammerfrau wieder ziehen, nachdem er Cäcilie eine goldene Kette aufgenötigt hatte, die, wie er sagte, "ehrlich erworben" sei.

(Carl Rauchhaupt)

Verwendete Bilder sind von:
© Katharina Hopp/PIXELIO (Bild 1)
© Angela Parszyk/PIXELIO (Bild 2)
www.pixelio.de

 

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Schinderhannes und der Zöllner – eine Sage über Johannes Bückler

Dienstag, November 18th, 2008

pixelio.de Geburtstag Ralf

Lieber Ralf, für Dich lasse ich ab heute den Schinderhannes in Aktion treten, eine Geburtstagssage habe ich leider nicht gefunden. Alles Gute zum 50!

pixelio.de Geburtstag Ralfpixelio.de Geburtstag Ralf

 

 

 

 

 

:-)    :-)    :-)

pixelio.de Schinderhannes und der ZöllnerZur Zeit des Räuberhauptmanns Johannes Bückler - genannt Schinderhannes - wurde an den Grenzstationen viel Unfug getrieben. Die Schmuggelei stand in voller Blüte, und die Zollbeamten, die recht oft wechselten, nahmen an Gebühren, was sie gerade bekommen konnten.

Schinderhannes kam mit zwei Mitgliedern seiner Bande als umherziehender Krämer an eine solche Grenzstation. Die Pässe wurden für richtig befunden, und die Waren sollten verzollt werden.

Der Zöllner verlangte eine ungewöhnlich hohe Gebühr. Schinderhannes machte ein schiefes Gesicht dazu, bezahlte aber schließlich, was gefordert wurde. Dann zog er die Brieftasche, schrieb einige Worte auf ein leeres Blatt Papier und klebte es zusammen. Dem Beamten gab er danach den Auftrag, es seinem Vorgesetzten zu überreichen.

Der Zöllner dachte: Wenn es den Dienst betrifft, so ist es ja kein Geheimnis, und wenn es Privatsache ist, so wird’s ja so wichtig nicht sein. Ich lese das Schreiben erst selbst. Zu seinem Erstaunen enthielt der Zettel die folgenden Worte:

"Herr Hauptzöllner, soeben fährt unterzeichneter über den Rhein, Sie haben also nichts mehr von ihm zu befürchten. Als guter Freund aber rat’ ich ihm, seine Leute besser zu beaufsichtigen, damit sie nicht mehr Mautgebühr verlangen, als ihnen zukommt, sonst kommt der und fordert Rechenschaft von Ihnen, der da heißet Schinderhannes."

pixelio.de Schinderhannes und der Zöllner

(Carl Rauchhaupt)

Verwendete Bilder sind von:
© Gerd Altmann (geralt)/PIXELIO (Bild 1 – 3)
© Barney O Fair/PIXELIO (Bild 4)
© RS/PIXELIO (Bild 5)
www.pixelio.de

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