Google
Märchen-Suche
Kategorien
Google

Archive for the ‘Volksmärchen’ Category

Die zwölf Nonnen und die zwölf Ritter – eine Sage aus Nordwestrussland

Sonntag, Januar 22nd, 2012

 Die zwölf Nonnen und die zwölf Ritter

In Kreuzburg, einer alten Stadt im Kreis Eylau, ließ sich nach dem Schlag der zwölften Stunde jeder Neumondnacht ein merkwürdiger Geisterzug sehen. Es kam nämlich aus der Kirchenstraße, welche aus den Trümmern des alten Ordenshauses auf den Schlossberg führt, ein Zug von vier unbedeckten, sonderbar gebauten Wagen. Die beiden ersten Wagen waren jeder mit vier Schimmeln bespannt, die ruhigen Schrittes gingen. In jedem dieser zwei Wagen saßen sechs Nonnen im weißen Ordenskleid, mit Kreuz und Rosenkranz, aber ohne Kopf. Jeden Wagen lenkte als Kutscher ein weißes Lamm. Die zwei letzten Wagen wurden von Rappen gezogen, die aus Maul und Nase Funken schnoben, und die Kutscher waren schwarze, funkensprühende Ziegenböcke. In jedem dieser Wagen saßen sechs Ritter, die ihre Köpfe, mit Fahnen bedeckt, unter dem Arm trugen.

pixelio.de - Die zwölf Nonnen und die zwölf RitterDreimal machte der Zug die Runde um den alten Markt, aber ohne das mindeste Geräusch, bis er im alten Rathaus verschwand. Aus ihm hörte man nun eine teils wilde, teils lustige Musik, abwechselnd mit rauhen Männerstimmen und zartem weiblichen Gesang, auch Orgeltönen und feierlichen Chorälen. Gegen Ende der Mitternachtsstunde kehrte der Zug aus dem Rathaus in der ersten Ordnung zurück, dreimal um den Markt, und verlor sich auf der Hof- oder Schlossstraße. Bei dieser Rückkehr saßen auf dem Hals der Ritter die verschleierten Nonnenköpfe und auf den Nonnen – die Köpfe der Ritter mit Helm und geschlossenem Visier.

Pfingsten 1818 wurden Rathaus und Markt durch eine Feuersbrunst so verwüstet, dass nur ein altes Gebäude stehenblieb. In der nächsten Neumondnacht erschien der Geisterzug wieder, aber nun trugen Ritter und Nonnen ihre eignen Köpfe. Neunmal rollte der Zug um die noch rauchenden Trümmer des Marktes und kehrte in das stehengebliebene Haus ein. Hier wiederholte sich der frühere Jubel, aber sanfter, bis er nach und nach verhallte.

Nachdem die Zeit auch dieses Haus zerstört hatte, ist der Ritter- und Nonnenzug nicht mehr erschienen; es hat sich aber am ersten Neumond, nachdem der Markt frei geworden, an der Stelle des alten Gebäudes eine sehr liebliche Musik hören lassen, woraus man schließt, dass nun der gespenstische Zug seine Ruhe gefunden habe.

(Widar Ziehnert, 1814-1839)

Bild 1: Wikipedia (Kupferstich von Kreuzburg in Ostpreußen – ca. 1664 – gemeinfrei)
Bild 2: © Dieter Schütz (Ordensritter)/www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die singende Meerjungfrau – eine Sage aus Litauen

Freitag, Januar 20th, 2012

pixelio.de - Die singende Meerjungfrau 

Zu Nidden am Gestade des Kurischen Haffs wohnt in dem Waser eine Jungfrau, die mit süßen Klängen den Wanderer zu sich heranlockt, die Schönheit ihres Aufenthalts rühmt, und ihm, wenn er ihr folge, ein Leben voller Freuden und das Glück der Liebe verheißt.

Wenn nun aber der Gelockte, betört von den Verheißungen und dem zauberischen Gesang sich in die Flut stürzt, um nach dem Eiland, auf dem er die Jungfrau vor sich zu sehen glaubt, hinüberzuschwimmen, so öffnet sich plötzlich der Abgrund und verschlingt den Schwimmer nebst der Insel. Schon viele Opfer hat die Jungfrau so zu sich hinabgezogen.

(Wilhelm Johann Albert von Tettau, 1804-1894 & Heinrich Stahl alias Jodocus Donatus Hubertus Temme, 1798-1881)

Verwendetes Bild ist von:
© Ingo Heemeier/www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die Leichenflugbahn – eine Sage aus Nordwestrussland

Mittwoch, Januar 18th, 2012

pixelio.de - Die Leichenflugbahn 

In Ragnit gab es zwei Gottesäcker, der eine südwestlich von der Stadt gelegene für die deutsche, der andere östlich von der Stadt gelegene für die litauische Gemeinde. Auf dem Strich zwischen beiden Gottesäckern aber – so erzählt man – leidet es weder Baum noch Strauch, weder Haus, noch Mauer, noch Zaun oder Hecke, denn die Toten, die im  Leben miteinander befreundet gewesen sind, besuchen sich in stürmischen Nächten und fliegen in der Luft von einem Gottesacker zum andern. Sie fliegen aber nicht hoch über der Erde, und deshalb leiden sie keinen auch nur wenige Ellen hohen Gegenstand auf ihrem Weg.

Einst baute ein Fremder, ohne die Warnungen der Ragniter zu achten, ein Haus auf der Südseite der Stadt, wo es also im Bereich der Leichenflugbahn lag. Ehe aber das Sparrwerk aufgesetzt wurde, da kam einmal eine stürmische Nacht, und – am Morgen lagen die starken Mauern des neuen Hauses in Trümmern, wo doch etliche armselige und wandelbare Hütten, die wenige Schritte davon, aber den Leichen nicht im Weg standen, den Sturm ohne allen Schaden ausgehalten hatten.

Da ergriff den Bauherrn ein heimliches Grausen, aber er schämte sich, jetzt durch Schaden klug werden zu sollen, nachdem er das viel wohlfeiler durch die Ragniter Warnung hätte werden können, und er versuchte, den Toten zu trotzen. Er ließ also das Haus noch einmal aufbauen, und noch stärker und fester als zuerst; aber – wie es wieder bis an das Dach war, trat eine stürmische Nacht ein, und am Morgen lag das Haus wieder in Trümmern. Nun wich der Bauherr der Macht der Toten und baute sein Haus ein wenig seitab, so dass es nicht mehr in dem Strich zwischen den Gottesäckern lag. Dort hat es viele stürmische Nächte unbeschadet ausgehalten und steht heute noch.

pixelio.de - Die Leichenflugbahn

Es muss aber die Flugbahn der Toten sehr genaue Grenzen haben. Denn einmal wollte ein Bürger von Ragnit eine Scheuer südlich von der Stadt bauen; und da er ein Sonntagskind war und ihm also die Geister sichtbar wurden, so beobachtete er in einer stürmischen Nacht den Flug der Toten genau und steckte sich ein Zeichen ab, damit er mit seinem Bau ihnen nicht in den Weg geriete. Er mochte dabei  aber doch um ein paar Ellen zu knapp gekommen sein, denn als die Scheuer fertig war und in einer Nacht der Sturm tobte, da war am Morgen darauf die Ecke des einen Scheunengiebels morsch weggerissen. Gleich ließ der Besitzer den Giebel einrücken, und nun blieb er unbeschadet. Aber eine kleine Dachspitze der Scheune ragt heute noch in die Flugbahn der Toten, und so oft eine stürmische Nacht ist, reißt es diese herunter, so dass der Besitzer sie wohl hundertmal im Jahr ausbessern lassen muss.

(Widar Ziehnert, 1814-1839)

Verwendete Bilder sind von:
© Korneloni/www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die Frauen und Jungfrauen in Stolp – eine Sage aus Pommern

Samstag, Mai 7th, 2011

Die Frauen und Jungfrauen in Stolp 

Zu einer Zeit waren die Herzöge in Pommern in großer Geldnot, und sie mussten von dem Hochmeister in Preußen eine ansehnliche Summe entlehnen. Dafür ließ der Deutsche Orden sich die Stadt Stolp zum Pfand verschreiben, mit der Bedingung, dass sie ihm für immer verfallen sein sollte, wenn sie nicht binnen Jahr und Tag eingelöst werde. Dieser Termin kam denn nun heran, und die Herzöge konnten nicht bezahlen und waren in großer Sorge deshalb.

Da traten die Stolper zusammen, die bei ihren angestammten Herzögen bleiben und nicht den Deutschen Herren gehören wollten und brachten freudig alles dar, was sie an barem Golde und Silber besaßen. Wie aber das noch nicht ausreichte, da kamen auch die Frauen und Jungfrauen der Stadt Stolp und trugen alle ihre Kleinode und ihren Schmuck herbei und legten dies zu dem Haufen, dass die Summe voll wurde und die Stadt ausgelöst war.

Also wollten die braven Stolper lieber alle arm werden, denn unter einen fremden Herrn geraten.

(Heinrich Stahl alias Jodocus Donatus Hubertus Temme, 1798-1881)

Verwendetes Bild ist von:
Wikipedia (Postkarte, Blücherplatz in Stolp um 1900 (heute: Słupsk), Pommern, Polen – gemeinfrei)

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die Verlockung am Wangeriner See – eine Sage aus Pommern

Mittwoch, Mai 4th, 2011

 Die Verlockung am Wangeriner See

Zwischen Wangerin und Klaushagen (Kr. Regenwalde) liegt ein See. Zu dem ging einst an einem Sonntag vormittag ein Mann, um daselbst Fische zu angeln. Er wählte sich eine günstige Stelle im Schilf aus, und wie er so dastand und ins Wasser sah, hörte er aus dem Seegrunde herauf ein wunderschönes Pfeifen an sein Ohr dringen. Das nahm seine Sinne gefangen und trieb ihn immer weiter in das Wasser hinein. Mit einem Male kam ihm der Gedanke: "Du willst hier sterben und könntest doch so glücklich auf der Erde leben? Hast du denn nicht deine liebe Frau und deine Kinder?" Und wie er das so bei sich bedachte, kam neue Kraft über ihn, er konnte jetzt der Lockung widerstehen und nach Hause eilen.

Denselben Tag ging auch ein Schäfer auf die nämliche Stelle, seinem kranken Sohn Fische zu fangen. Auch er hörte das wunderschöne Pfeifen auf dem Grunde, konnte aber nicht der Lockung widerstehen. Es zog ihn tiefer und tiefer, bis er versank.

(Dr. Ulrich Jahn, 1861-1900)

Verwendetes Bild ist von:
© Dana

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die Räuber Münz und Schwarz – eine Sage aus Pommern

Samstag, Februar 5th, 2011

Die Räuber Münz und Schwarz 

In der Kehrberger Forst, im Kreis Greifenhagen, liegen die Münzberge. Dort trieben einst die berüchtigten Räuber Münz und Schwarz mit ihren Spießgesellen ihr Wesen. Jeden Wanderer, den sein Weg durch den Wald führte, plünderten sie aus, erschlugen ihn und warfen seinen Leichnam in einen kleinen Pfuhl, der noch bis auf den heutigen Tag der Räuberpfuhl heißt. Die geraubten Kostbarkeiten aber bargen sie in ihrer Höhle im Innern des Berges.

Eines Tages hatten die Räuber einem reichen Bauern aus der Umgegend so mitgespielt; doch weil er ein schwerer Mann und der Teich weit entfernt war, so ließen sie seinen nackten Leichnam im Buschwerk liegen. Der Bauer war aber nicht tot, sondern nur betäubt; und als er sich wieder erholt hatte, machte er sich auf den Weg zum Fürsten und zeigte ihm die Untaten der Bande an. Der Fürst ließ sogleich Soldaten rufen, stellte sich selbst an ihre Spitze und zog mit ihnen unter Führung des Bauern in die Kehrberger Forst hinein.

pixelio.de - Die Räuber Münz und Schwarz

In der Nähe der Münzenberge machten sie halt und entwarfen den Schlachtplan. Der Bauer riet, der Fürst solle mit der Mehrzahl der Soldaten am Eingang der Höhle Wache halten, unterdes wolle er mit drei entschlossenen Männern auf der andern Seite des Berges einen Schacht in den Hügel graben und den Räubern in den Rücken fallen. Der Rat gefiel, der Bauer wählte sich drei starke, mutige Leute aus, machte sich mit ihnen auf den Weg und begann den Gang in den Berg zu führen. Als sie eine kurze Zeit gearbeitet hatten, gab das Erdreich nach, und sie stießen auf einen finstern Raum. Plötzlich aber ward es hell um sie her, und ein kleiner Zwerg, mit einem Licht in der Hand, stand vor ihnen und fragte nach ihrem Begehr.

"Wir wollen den Räubern in den Rücken fallen", sagte der Bauer unerschrocken, "aber wer bist du, und wie kommst du hierher?" - "Ich heiße Mans", erwiderte der Unterirdische, "und bin der Schatzhüter der Räuber. Das sind alles gewaltige, starke Gesellen, darum kehrt nur wieder um und seid froh, dass ihr euch nichts mit ihnen zu schaffen machen braucht." Als Mans jedoch sah, dass die Leute sich durch seine Reden nicht einschüchtern ließen, sprach er: "Nun gut, so lauft denn dem Unglück in die Arme; den Weg in die Höhle kann ich euch gerne weisen."

Nachdem er dies gesagt hatte, schritt er mit seiner Leuchte voran, und die andern folgten ihm. Es dauerte nicht lange, so standen sie vor einer schweren Tür. "Öffnet diese Pforte, und ihr seid, wo ihr wollt", rief der Zwerg, und damit verschwand er.

pixelio.de - Die Räuber Münz und Schwarz

Richtig, als der Bauer die Türe aufgeklinkt hatte, schaute er in einen weiten, hell erleuchteten Saal, in welchem Münz und Schwarz mit zwanzig Spießgesellen vor einem langen Tisch saßen und Geld abzählten. In demselben Augenblick stürzte aber auch der Fürst mit seinen Soldaten durch den Haupteingang hinein und fiel über die Räuber her.

Die überraschten Männer wehrten sich heldenmütig; doch ihre Tapferkeit half ihnen zu nichts, denn um sich ihrer Feinde von vorn und im Rücken erwehren zu können, dazu war ihre Zahl zu gering. Sie alle wurden niedergemetzelt, und der Geldhaufen auf dem Tische fiel in die Hände der Sieger. Die unermesslichen Schätze, welche Zwerg Mans zur Bewahrung hatte, erhielten sie aber nicht, denn nirgends war eine Spur von ihrem Lagerort und dem Schatzhüter zu finden. Noch bis auf den heutigen Tag liegen diese Kostbarkeiten in den Münzbergen, und noch immer werden sie von dem Zwerg Mans in sicherer Hut gehalten.

(Dr. Ulrich Jahn/1886, 1861-1900)

Verwendete Bilder sind von:
Wikipedia (Bild 1 – Ausschnitt einer Karte von Pommern von 1905 – gemeinfrei)

© Zaubervogel/PIXELIO (Bild 2)
© Hans-Christian Hein/PIXELIO (Bild 3)
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der Totengraben bei Schlawe – eine Sage aus Pommern

Donnerstag, Februar 3rd, 2011

pixelio.de - Der Totengraben bei Schlawe

Nicht weit von Schlawe ist der Totengraben, an den sich folgende Sage knüpft:

Einst gingen drei Jungfrauen des Nachts über einen kleinen Steg, der über den Graben führt. Sie sprachen davon, dass der Nix dieses Grabens einen Knaben, der auf ihn gescholten, zu sich ins Wasser gezogen habe. Sie lachten und spotteten und forderten den Nix auf, sich doch einmal zu zeigen.

Als sie auf der Mitte des Steges waren, tauchte plötzlich der Nix, der oben Mensch, unten Fisch war, auf und zog sie alle drei zu sich ins Wasser herab. Jede Nacht um zwölf Uhr erscheinen nun drei Gestalten und warnen in schrecklichem Gesange, sich nicht dem grausamen Nix zu nähern, sondern fern von diesem Orte zu bleiben, bis sie der erste Glockenschlag wieder in ihr nasses Grab treibt.

(Otto Knoop, 1853-1931)

Verwendetes Bild ist von:
© Gerd Altmann/www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Dem Mahrt ergeht es übel – eine Sage aus Pommern

Donnerstag, Februar 3rd, 2011

pixelio.de - Dem Mahrt ergeht es übel 

In Klein Massowitz wohnte vor mehr als zwanzig Jahren ein Mann, Schacht geheißen. Er hatte als Soldat in Jülich gestanden und sich dort mit einer reichen Kaufmannstochter versprochen, welcher er vorgeschwindelt hatte, er sei daheim Besitzer zweier großer Güter. Nach Ableistung seiner Militärzeit kam er nach Hause, übernahm die beiden halben Bauernhöfe, die ihm gehörten, und verheiratete sich bald mit einer andern Person.

Von Jülich aus kamen Briefe an ihn, die er aber nicht beantwortete. Nach und nach hörten jedoch die Briefe auf, dafür aber wurde der meineidige Mann unausgesetzt vom Mahrt geplagt, sobald er zu schlafen versuchte. In Folge davon begann er ein wüstes Leben, verbrachte die beiden Grundstücke und musste sich zuletzt mit einer kleinen Stube begnügen, in welcher er mit seiner Familie und einem Dienstmädchen eingepfercht war.

Dies Mädchen erzählte, wie Schacht sofort kläglich zu wimmern begann, wenn er sich hinlegte, und wie ein Rasender um sich schlug, wenn er Luft bekam. Als er sich eines Abends wieder niederlegte und das Drücken begann, ermannte er sich, ergriff einen Knüppel und schlug damit in allen Ecken und Winkeln herum, so dass der bedrängte Mahrt sich schließlich unter die Küchlein versteckte. Doch auch in dieses Versteck sauste der Knüppel, Mahrt und Küchlein zugleich zerschmetternd.

Seit der Zeit hörte die Plage auf.

(Otto Knoop/1885, 1853-1931)

Verwendetes Bild ist von:
© Gerd Altmann/www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der Grenzwächter – eine Sage aus Mecklenburg-Vorpommern/Pommern

Mittwoch, Februar 2nd, 2011

 pixelio.de - Der Grenzwächter

Zu einer Zeit war großer Streit zwischen den Mecklenburgern und Pommern über die rechte Landesgrenze. Man hatte seit Jahren nicht mehr auf sie geachtet, und die ältesten Leute wussten sich nicht zu erinnern, wo sie herging.

Da kam zuletzt ein ganz alter Förster, der zeigte sie an und sagte sonder allem Zweifel: "Hier ist sie gewesen." Man verwunderte sich zwar, woher der Mann das so genau wissen könne; allein man glaubte ihm, nachdem er einen Eid für die Wahrheit seiner Worte geschworen hatte.

Dieser Förster war aber von den Mecklenburgern mit Gelde bestochen, dass er zu ihren Gunsten aussagen musste. Dafür traf ihn denn alsbald die gerechte Strafe. Er verfiel noch desselbigen Tages, da er geschworen, in Wahnsinn und starb eines jämmerlichen Todes. Seitdem muss er nun jede Nacht, wie ein  feuriger Grenzwächter, an der Grenze auf und ab irren.

(Heinrich Stahl alias Jodocus Donatus Hubertus Temme, 1798-1881)

Verwendetes Bild ist von:
© Michael Bührke/www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die vermeintliche Totenhand (2) – eine Sage aus Pommern

Dienstag, Februar 1st, 2011

Einst saßen eines Abends in einer Weinstube zu Stargard etliche Studenten, die unterhielten sich von Spuk- und Geistergeschichten. Einer von ihnen, ein kecker Bursche, prahlte und sprach: "Ich fürchte mich weder vor Toten noch vor Gespenstern und wollte wohl in der Nacht in unsre Johanniskirche gehen, ein Grabgewölbe öffnen und eine Gabel in den nächsten Sarg stoßen."

Das wollten die andern nicht glauben und wetteten mit ihm.

pixelio.de - Die vermeintliche Totenhand

Sogleich machte er sich auf, ging in die Johanniskirche, tappte sich durch bis zum Erbbegräbnis, öffnete es, trat an den nächsten Sarg und stieß die Gabel hinein. Die andern warteten draußen  über eine Stunde auf ihn, aber er kam nicht zurück. Da wurde ihnen die Sache doch bedenklich; sie gingen mit Laternen nach und fanden ihn bewusstlos am Boden liegen.

Er hatte mit der Gabel sein Gewand am Sarge festgesteckt und glaubte nun, dass der Tote ihn gepackt habe und festhalte. Ohnmächtig war er dann neben dem Sarge niedergesunken.

(Otto Knoop/1924, 1853-1931)

Verwendetes Bild ist von:
© korneloni/www.pixelio.de
 

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker