Google
Märchen-Suche
Kategorien
Google

Archive for the ‘Polen’ Category

Die Frauen und Jungfrauen in Stolp – eine Sage aus Pommern

Samstag, Mai 7th, 2011

Die Frauen und Jungfrauen in Stolp 

Zu einer Zeit waren die Herzöge in Pommern in großer Geldnot, und sie mussten von dem Hochmeister in Preußen eine ansehnliche Summe entlehnen. Dafür ließ der Deutsche Orden sich die Stadt Stolp zum Pfand verschreiben, mit der Bedingung, dass sie ihm für immer verfallen sein sollte, wenn sie nicht binnen Jahr und Tag eingelöst werde. Dieser Termin kam denn nun heran, und die Herzöge konnten nicht bezahlen und waren in großer Sorge deshalb.

Da traten die Stolper zusammen, die bei ihren angestammten Herzögen bleiben und nicht den Deutschen Herren gehören wollten und brachten freudig alles dar, was sie an barem Golde und Silber besaßen. Wie aber das noch nicht ausreichte, da kamen auch die Frauen und Jungfrauen der Stadt Stolp und trugen alle ihre Kleinode und ihren Schmuck herbei und legten dies zu dem Haufen, dass die Summe voll wurde und die Stadt ausgelöst war.

Also wollten die braven Stolper lieber alle arm werden, denn unter einen fremden Herrn geraten.

(Heinrich Stahl alias Jodocus Donatus Hubertus Temme, 1798-1881)

Verwendetes Bild ist von:
Wikipedia (Postkarte, Blücherplatz in Stolp um 1900 (heute: Słupsk), Pommern, Polen – gemeinfrei)

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die Verlockung am Wangeriner See – eine Sage aus Pommern

Mittwoch, Mai 4th, 2011

 Die Verlockung am Wangeriner See

Zwischen Wangerin und Klaushagen (Kr. Regenwalde) liegt ein See. Zu dem ging einst an einem Sonntag vormittag ein Mann, um daselbst Fische zu angeln. Er wählte sich eine günstige Stelle im Schilf aus, und wie er so dastand und ins Wasser sah, hörte er aus dem Seegrunde herauf ein wunderschönes Pfeifen an sein Ohr dringen. Das nahm seine Sinne gefangen und trieb ihn immer weiter in das Wasser hinein. Mit einem Male kam ihm der Gedanke: "Du willst hier sterben und könntest doch so glücklich auf der Erde leben? Hast du denn nicht deine liebe Frau und deine Kinder?" Und wie er das so bei sich bedachte, kam neue Kraft über ihn, er konnte jetzt der Lockung widerstehen und nach Hause eilen.

Denselben Tag ging auch ein Schäfer auf die nämliche Stelle, seinem kranken Sohn Fische zu fangen. Auch er hörte das wunderschöne Pfeifen auf dem Grunde, konnte aber nicht der Lockung widerstehen. Es zog ihn tiefer und tiefer, bis er versank.

(Dr. Ulrich Jahn, 1861-1900)

Verwendetes Bild ist von:
© Dana

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die Räuber Münz und Schwarz – eine Sage aus Pommern

Samstag, Februar 5th, 2011

Die Räuber Münz und Schwarz 

In der Kehrberger Forst, im Kreis Greifenhagen, liegen die Münzberge. Dort trieben einst die berüchtigten Räuber Münz und Schwarz mit ihren Spießgesellen ihr Wesen. Jeden Wanderer, den sein Weg durch den Wald führte, plünderten sie aus, erschlugen ihn und warfen seinen Leichnam in einen kleinen Pfuhl, der noch bis auf den heutigen Tag der Räuberpfuhl heißt. Die geraubten Kostbarkeiten aber bargen sie in ihrer Höhle im Innern des Berges.

Eines Tages hatten die Räuber einem reichen Bauern aus der Umgegend so mitgespielt; doch weil er ein schwerer Mann und der Teich weit entfernt war, so ließen sie seinen nackten Leichnam im Buschwerk liegen. Der Bauer war aber nicht tot, sondern nur betäubt; und als er sich wieder erholt hatte, machte er sich auf den Weg zum Fürsten und zeigte ihm die Untaten der Bande an. Der Fürst ließ sogleich Soldaten rufen, stellte sich selbst an ihre Spitze und zog mit ihnen unter Führung des Bauern in die Kehrberger Forst hinein.

pixelio.de - Die Räuber Münz und Schwarz

In der Nähe der Münzenberge machten sie halt und entwarfen den Schlachtplan. Der Bauer riet, der Fürst solle mit der Mehrzahl der Soldaten am Eingang der Höhle Wache halten, unterdes wolle er mit drei entschlossenen Männern auf der andern Seite des Berges einen Schacht in den Hügel graben und den Räubern in den Rücken fallen. Der Rat gefiel, der Bauer wählte sich drei starke, mutige Leute aus, machte sich mit ihnen auf den Weg und begann den Gang in den Berg zu führen. Als sie eine kurze Zeit gearbeitet hatten, gab das Erdreich nach, und sie stießen auf einen finstern Raum. Plötzlich aber ward es hell um sie her, und ein kleiner Zwerg, mit einem Licht in der Hand, stand vor ihnen und fragte nach ihrem Begehr.

"Wir wollen den Räubern in den Rücken fallen", sagte der Bauer unerschrocken, "aber wer bist du, und wie kommst du hierher?" - "Ich heiße Mans", erwiderte der Unterirdische, "und bin der Schatzhüter der Räuber. Das sind alles gewaltige, starke Gesellen, darum kehrt nur wieder um und seid froh, dass ihr euch nichts mit ihnen zu schaffen machen braucht." Als Mans jedoch sah, dass die Leute sich durch seine Reden nicht einschüchtern ließen, sprach er: "Nun gut, so lauft denn dem Unglück in die Arme; den Weg in die Höhle kann ich euch gerne weisen."

Nachdem er dies gesagt hatte, schritt er mit seiner Leuchte voran, und die andern folgten ihm. Es dauerte nicht lange, so standen sie vor einer schweren Tür. "Öffnet diese Pforte, und ihr seid, wo ihr wollt", rief der Zwerg, und damit verschwand er.

pixelio.de - Die Räuber Münz und Schwarz

Richtig, als der Bauer die Türe aufgeklinkt hatte, schaute er in einen weiten, hell erleuchteten Saal, in welchem Münz und Schwarz mit zwanzig Spießgesellen vor einem langen Tisch saßen und Geld abzählten. In demselben Augenblick stürzte aber auch der Fürst mit seinen Soldaten durch den Haupteingang hinein und fiel über die Räuber her.

Die überraschten Männer wehrten sich heldenmütig; doch ihre Tapferkeit half ihnen zu nichts, denn um sich ihrer Feinde von vorn und im Rücken erwehren zu können, dazu war ihre Zahl zu gering. Sie alle wurden niedergemetzelt, und der Geldhaufen auf dem Tische fiel in die Hände der Sieger. Die unermesslichen Schätze, welche Zwerg Mans zur Bewahrung hatte, erhielten sie aber nicht, denn nirgends war eine Spur von ihrem Lagerort und dem Schatzhüter zu finden. Noch bis auf den heutigen Tag liegen diese Kostbarkeiten in den Münzbergen, und noch immer werden sie von dem Zwerg Mans in sicherer Hut gehalten.

(Dr. Ulrich Jahn/1886, 1861-1900)

Verwendete Bilder sind von:
Wikipedia (Bild 1 – Ausschnitt einer Karte von Pommern von 1905 – gemeinfrei)

© Zaubervogel/PIXELIO (Bild 2)
© Hans-Christian Hein/PIXELIO (Bild 3)
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der Totengraben bei Schlawe – eine Sage aus Pommern

Donnerstag, Februar 3rd, 2011

pixelio.de - Der Totengraben bei Schlawe

Nicht weit von Schlawe ist der Totengraben, an den sich folgende Sage knüpft:

Einst gingen drei Jungfrauen des Nachts über einen kleinen Steg, der über den Graben führt. Sie sprachen davon, dass der Nix dieses Grabens einen Knaben, der auf ihn gescholten, zu sich ins Wasser gezogen habe. Sie lachten und spotteten und forderten den Nix auf, sich doch einmal zu zeigen.

Als sie auf der Mitte des Steges waren, tauchte plötzlich der Nix, der oben Mensch, unten Fisch war, auf und zog sie alle drei zu sich ins Wasser herab. Jede Nacht um zwölf Uhr erscheinen nun drei Gestalten und warnen in schrecklichem Gesange, sich nicht dem grausamen Nix zu nähern, sondern fern von diesem Orte zu bleiben, bis sie der erste Glockenschlag wieder in ihr nasses Grab treibt.

(Otto Knoop, 1853-1931)

Verwendetes Bild ist von:
© Gerd Altmann/www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Dem Mahrt ergeht es übel – eine Sage aus Pommern

Donnerstag, Februar 3rd, 2011

pixelio.de - Dem Mahrt ergeht es übel 

In Klein Massowitz wohnte vor mehr als zwanzig Jahren ein Mann, Schacht geheißen. Er hatte als Soldat in Jülich gestanden und sich dort mit einer reichen Kaufmannstochter versprochen, welcher er vorgeschwindelt hatte, er sei daheim Besitzer zweier großer Güter. Nach Ableistung seiner Militärzeit kam er nach Hause, übernahm die beiden halben Bauernhöfe, die ihm gehörten, und verheiratete sich bald mit einer andern Person.

Von Jülich aus kamen Briefe an ihn, die er aber nicht beantwortete. Nach und nach hörten jedoch die Briefe auf, dafür aber wurde der meineidige Mann unausgesetzt vom Mahrt geplagt, sobald er zu schlafen versuchte. In Folge davon begann er ein wüstes Leben, verbrachte die beiden Grundstücke und musste sich zuletzt mit einer kleinen Stube begnügen, in welcher er mit seiner Familie und einem Dienstmädchen eingepfercht war.

Dies Mädchen erzählte, wie Schacht sofort kläglich zu wimmern begann, wenn er sich hinlegte, und wie ein Rasender um sich schlug, wenn er Luft bekam. Als er sich eines Abends wieder niederlegte und das Drücken begann, ermannte er sich, ergriff einen Knüppel und schlug damit in allen Ecken und Winkeln herum, so dass der bedrängte Mahrt sich schließlich unter die Küchlein versteckte. Doch auch in dieses Versteck sauste der Knüppel, Mahrt und Küchlein zugleich zerschmetternd.

Seit der Zeit hörte die Plage auf.

(Otto Knoop/1885, 1853-1931)

Verwendetes Bild ist von:
© Gerd Altmann/www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der Grenzwächter – eine Sage aus Mecklenburg-Vorpommern/Pommern

Mittwoch, Februar 2nd, 2011

 pixelio.de - Der Grenzwächter

Zu einer Zeit war großer Streit zwischen den Mecklenburgern und Pommern über die rechte Landesgrenze. Man hatte seit Jahren nicht mehr auf sie geachtet, und die ältesten Leute wussten sich nicht zu erinnern, wo sie herging.

Da kam zuletzt ein ganz alter Förster, der zeigte sie an und sagte sonder allem Zweifel: "Hier ist sie gewesen." Man verwunderte sich zwar, woher der Mann das so genau wissen könne; allein man glaubte ihm, nachdem er einen Eid für die Wahrheit seiner Worte geschworen hatte.

Dieser Förster war aber von den Mecklenburgern mit Gelde bestochen, dass er zu ihren Gunsten aussagen musste. Dafür traf ihn denn alsbald die gerechte Strafe. Er verfiel noch desselbigen Tages, da er geschworen, in Wahnsinn und starb eines jämmerlichen Todes. Seitdem muss er nun jede Nacht, wie ein  feuriger Grenzwächter, an der Grenze auf und ab irren.

(Heinrich Stahl alias Jodocus Donatus Hubertus Temme, 1798-1881)

Verwendetes Bild ist von:
© Michael Bührke/www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die vermeintliche Totenhand (2) – eine Sage aus Pommern

Dienstag, Februar 1st, 2011

Einst saßen eines Abends in einer Weinstube zu Stargard etliche Studenten, die unterhielten sich von Spuk- und Geistergeschichten. Einer von ihnen, ein kecker Bursche, prahlte und sprach: "Ich fürchte mich weder vor Toten noch vor Gespenstern und wollte wohl in der Nacht in unsre Johanniskirche gehen, ein Grabgewölbe öffnen und eine Gabel in den nächsten Sarg stoßen."

Das wollten die andern nicht glauben und wetteten mit ihm.

pixelio.de - Die vermeintliche Totenhand

Sogleich machte er sich auf, ging in die Johanniskirche, tappte sich durch bis zum Erbbegräbnis, öffnete es, trat an den nächsten Sarg und stieß die Gabel hinein. Die andern warteten draußen  über eine Stunde auf ihn, aber er kam nicht zurück. Da wurde ihnen die Sache doch bedenklich; sie gingen mit Laternen nach und fanden ihn bewusstlos am Boden liegen.

Er hatte mit der Gabel sein Gewand am Sarge festgesteckt und glaubte nun, dass der Tote ihn gepackt habe und festhalte. Ohnmächtig war er dann neben dem Sarge niedergesunken.

(Otto Knoop/1924, 1853-1931)

Verwendetes Bild ist von:
© korneloni/www.pixelio.de
 

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die vermeintliche Totenhand (1) – eine Sage aus Pommern

Dienstag, Februar 1st, 2011

 

In einer Schneiderstube zu Priemhausen erzählten sich die jungen Mädchen allerhand grauliche Geschichten von Gespenstern, wiedererscheinenden Toten, Kirchhofsspuk und spukenden Tieren.

pixelio.de - Die vermeintliche Totenhand

Eins der Mädchen berichtete: "Auf unserm Kichhof ist ein Grabhügel, aus dem sieht in der Spukstunde zwischen elf und zwölf Uhr eine Hand hervor, und wer von der Hand erfasst wird, der wird mit in das Grab hinabgezogen."

Darauf meinte eine andre: "Wenn das wahr ist, wird es ja so leicht niemand wagen, um Mitternacht auf den Kirchhof zu gehen." Ein drittes Mädchen aber lachte herzlich über diese Furchtsamkeit und erbot sich, in der nächsten Mitternachtsstunde auf den Kirchhof zu gehen und von dem näher bezeichneten Grabhügel eine Blume abzupflücken.

In der folgenden Nacht führte sie ihre Absicht auch wirklich aus. Als sie sich nun niederbeugte, um die Blume abzupflücken, verwickelte sie sich in dem Brombeergesträuch, welches das Grab umrankte, und als sie sich hochrichtete, wurden ihre Kleider so völlig festgehalten, dass sie nicht von der Stelle konnte.

pixelio.de - Die vermeintliche TotenhandDa wurde das sonst so mutige Mädchen von einer furchtbaren Angst erfasst, sie meinte, es sei die Totenhand, die sie festhalte und mit sich unter die Erde ziehen wolle. Sie sank wie vom Schlage getroffen zu Boden und hauchte ihr Leben aus.

Als sie über Erwarten lange ausblieb, gingen die andern Mädchen mit Laternen auf den Kirchhof, um sie zu suchen, und fanden dann auch den entseelten Körper ihrer Freundin. Sie wurde an derselben Stelle beerdigt, wo sie niedergesunken war.

Der Brombeerstrauch aber wächst noch heute auf dem Kirchhof.

(Otto Knoop/1925, 1853-1931)

Verwendete Bilder sind von:
© meltis/PIXELIO (Bild 1)
© Nicole Köster/PIXELIO (Bild 2)
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Der Adamstanz bei Virchow – eine Sage aus Pommern

Sonntag, Januar 30th, 2011

 

Es war vor vielen hundert Jahren, und die Bewohner des Dorfes Virchow feierten das heilige Pfingstfest. Die Alten gingen zur Predigt ins Gotteshaus, wie sie es seit jeher gewohnt waren. Die Jugend aber tollte herum und tanzte am liebsten. Wenn die Burschen und Mädchen so richtig dahinter waren, tanzten sie wohl drei Tage und Nächte hintereinander fort, vom Sonnabend über den Sonntag hinweg bis in den hellen Montag hinein.

Und jetzt mussten sie wieder tanzen, trotzdem die Alten mahnten, dass es heiliger Pfingsttag sei. Um aus dem Wege zu kommen, hatten sie sich auf einer Waldblöße mit sammetweichem Rasen in den Wolfsbrüchen nach Sabin zu einen Tanzplatz hergerichtet. Dahin ging es: achtzehn Paare und drei Musikanten mit Geige, Klarinette und Brummbass.

pixelio.de - Der Adamstanz bei VirchowDie Glocken läuteten hell und feierlich, aber die Burschen und Mädchen hörten nichts. In die lustigen Weisen der Musik mischte sich das johlende Gesinge der tanzenden Paare. Aber es war schwül und wurde noch schwüler, je näher der Abend kam. Die Tänzer schwitzten, aber um so toller ging es im Kreise herum, und die Burschen schwenkten die Mädchen, so dass die leichten Füße kaum den Boden berührten. So ging es beim Mondenschein bis in die Nacht.

Schon waren die Oberkleider beiseite geworfen. Der selbstgebraute Met tat seine Wirkung, und die Schwüle benahm die Sinne. Da rief ein Bursche etwas in den Kreis. Die Mädchen kreischten laut auf, aber im Nu warf alles die Kleider fort, und nun ging’s nackt weiter. Da – plötzlich – setzte ein Orkan mit mächtigem Donnerrollen ein, und die Erde zitterte und bebte. Dann finstre Nacht und tiefe Stille!

Als die Alten am andern Morgen nach ihren Kindern sehen wollten, fanden sie einen Kreis von Steinen auf der Waldblöße, achtzehn an der Zahl, zu Paaren gereiht, zwei in der Mitte und drei abseits stehend, an denen man noch Geige, Klarinette und Brummbass zu erkennen glaubte. Still und in sich gekehrt gingen die Alten zurück. Die Jugend aber mied hinfort diesen Platz, tanzte nicht mehr so viel und änderte in schicklicher Art ihre Gesinnung.

pixelio.de - Der Adamstanz bei Virchow

Der Steingruppe aber gab man in späterer Zeit den Namen "Adamstanz" oder "Steintanz".

(Otto Knoop, 1853-1931)

Verwendete Bilder sind von:
© Thomas Max Müller/PIXELIO (Bild 1)
© Gerd Altmann/PIXELIO (Bild 2)
© Dieter Schütz/PIXELIO (Bild3)
www.pixelio.de

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker

Die Raubmönche zu Stettin – eine Sage aus Pommern

Sonntag, Januar 30th, 2011

 Die Raubmönche zu Stettin

In der Stadt Stettin war vor Zeiten ein Kloster, dessen Mönche sich viel damit abgaben, dass sie Menschen raubten. Neben dem Kloster wohnte ein Bäcker, der für das Kloster backte. Der hatte eine schöne Tochter, für welche ein vornehmer, reicher Herr den Mönchen viel Geld geboten hatte, wenn sie sie ihm verschafften.

Wie nun das Mädchen eines Tages wie gewöhnlich den Mönchen das Brot an das Klostergitter brachte, lockten sie dieselbe in das Innere des Klosters und sperrten sie in ein unterirdisches Gewölbe, bis der vornehme Herr sie abholen würde. Kein Mensch konnte sich denken, wo das Mädchen geblieben wäre, die bei hellem Tage verschwunden war; ihre Eltern grämten sich fast tot um sie.

Um dieselbe Zeit saß in dem Gewölbe des Klosters ein Knabe gefangen, den die Mönche auch gestohlen hatten. Dem glückte es, durch die Klosterkirche zu entkommen, und da er auch das geraubte Mädchen gesehen hatte, so ging er zu dem Bäcker und zeigte ihm an, wo seine Tochter wäre. Anfangs wollte man dem Knaben nicht glauben; als er sich aber erbot, die Leute zu dem Mädchen hinzuführen, da beschloss das Gericht, dem auch Anzeige gemacht war, Nachsuchung zu halten, und sie fanden nun das arme Mädchen und befreiten sie.

Das Haus des Bäckers wird noch jetzt in der Königsstraße zu Stettin gezeigt.

(Heinrich Stahl alias Jodocus Donatus Hubertus Temme/1840, 1798-1881)

Verwendetes Bild ist von:
Wikipedia (Stettin um 1640 -  Matthäus Merian – gemeinfrei)

Soziale Netzwerke:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • De.lirio.us
  • E-mail this story to a friend!
  • LinkArena
  • Live
  • MisterWong.DE
  • Print this article!
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Book.mark.hu
  • HealthRanker