Der Spatz, das Mäuslein und der Pfannkuchen – ein russisches Volksmärchen
Sonntag, April 5th, 2009
Am Waldrand lebten einmal drei Gesellen in einem warmen Häuschen. Der gefiederte Spatz, das samtene Mäuslein und der fette Pfannkuchen. Der Spatz war vom Felde hierher geflogen, das Mäuslein war vor der Katze ausgerissen, und der Pfannkuchen war aus der Pfanne gehopst. Jeder machte seine Arbeit und war den anderen behilflich. Der Spatz brachte das Essen: Körner vom Feld, Pilze aus dem Wald und Bohnen aus dem Garten. Das Mäuslein machte Holz klein, und der Pfannkuchen kochte Kohlsuppe und Grütze.
So lebten sie gut miteinander. Wenn der Spatz von der Jagd zurückkam, wusch er sich im Quellwasser und setzte sich auf die Bank, um auszuruhen. Das Mäuslein schleppte Holz herbei, deckte den Tisch und zählte die bunten Löffel. Der Pfannkuchen am Herd, schön gebräunt und prächtig dick, kochte Kohlsuppe, salzte sie kräftig und probierte die Grütze. Dann setzten sich die drei an den Tisch und konnten alles nicht genug loben.
Der Spatz sagte: "Ach, Kohlsuppe bleibt Kohlsuppe, wie gut und fett sie wieder ist!" Und der Pfannkuchen sagte zu ihm: "Ich habe mich in den Topf getaucht und bin wieder herausgekrochen – deshalb ist die Kohlsuppe so schön fett." Und der Spatz aß den Grützebrei und lobte ihn.
Darauf sagte das Mäuslein: "Ich habe auch Holz in Mengen herangeschafft, ich hab’s auch ordentlich kleingenagt, hab viel in den Ofen gesteckt, und mit dem Schwänzchen hab ich das Feuer angefacht." "Ja", sagte der Spatz, "ich bin auch kein Versager, ich habe Pilze gesammelt und Bohnen zusammengeschleppt – damit ihr auch satt werdet!" So lebten sie, lobten einer den anderen und kränkten sich nicht.
Doch einmal wurde der Spatz nachdenklich. Ich – so dachte er – fliege den ganzen Tag im Wald umher, und sie? was tun denn die anderen? Vom Morgen bis zum Abend liegt der Pfannkuchen auf dem Ofen, erst gegen Abend kümmert er sich ums Essen. Und die Maus holt morgens Holz, zernagt es und kriecht dann auch auf den Ofen, dreht sich auf die Seite und schläft bis zur Mahlzeit. Aber ich bin vom Morgen bis in die Nacht hinein auf der Jagd, bei schwerer Arbeit. Nein, so kann das nicht bleiben!

Ganz böse wurde der Spatz. Er trampelte mit den Füßchen, schlug mit den Flügeln und schrie:
"Von Morgen ab tauschen wir mit der Arbeit!" "Schon gut, schon gut!" Der Pfannkuchen und das Mäuslein sahen, dass dagegen nichts zu machen war, und stimmten zu. Am nächsten Tag ging der Pfannkuchen früh auf die Jagd, der Spatz ging Holz zerkleinern, und das Mäuslein wollte Essen kochen. Nun wälzte sich der Pfannkuchen in den Wald. Er rollte den Weg entlang und sang:
"Hopp, hopp, ein Sprung!
Hopp, hopp, ein Sprung!
Meine Seite ist fett und rund,
Bin gut in saurer Sahne geraten,
Bin gut in brauner Butter gebraten!
Hopp, hopp, ein Sprung!
Hopp, hopp, ein Sprung!
Meine Seite ist fett und rund!"
Er lief und lief, und da begegnete ihm Reineke Fuchs. "Wohin willst du denn, Pfannkuchen?" "Auf die Jagd", sagte der Fette. "Und was singst du für ein schönes Lied, kleiner Pfannkuchen?" Der Pfannkuchen hüpfte hoch und sang:
"Hopp, hopp, ein Sprung!
Hopp, hopp, ein Sprung!
Meine Seite ist fett und rund!
Bin gut in saurer Sahne geraten,
Bin gut in brauner Butter gebraten!
Hopp, hopp, ein Sprung!
Hopp, hopp, ein Sprung!
Meine Seite ist fett und rund!"
"Schön singst du", sagte Meister Reineke und kam näher an ihn heran. "So, du bist also in saurer Sahne angerührt?" "Ja", sagte der Pfannkuchen, "in saurer Sahne und mit Zucker." Darauf fragte der Fuchs: "Hopp, hopp, ein Sprung, sagst du?" Ach, wie der Fuchs springt und wie er faucht und – den Pfannkuchen an der fetten Seite packt! Schnapp!
Und der Pfannkuchen schrie: "Fuchs, lass mich los, ich muss im Wald Pilze suchen!" Der Fuchs aber entgegnete: "Nein, jetzt fress ich dich! Ich verschling dich mit deiner sauren Sahne, deiner Butter und deinem Zucker!" Der Pfannkuchen wehrte und sträubte sich und entkam ihm nur mit Mühe. Ein Stückchen von seiner fetten Seite aber hatte Reineke Fuchs gefressen. Und zu Hause, ach, was war da inzwischen geschehen!
Die Maus hatte Kohlsuppe kochen wollen. Sie konnte hineintun, was sie wollte, die Suppe schmeckte nicht. Wie kocht wohl der Pfannkuchen die Suppe? Ach ja, er taucht den Kopf in den Topf, da wird die Kohlsuppe fett. Die Maus nahm allen Mut zusammen und stürzte sich in den Topf. Sie verbrühte sich und konnte nur mit Mühe wieder herausspringen. Jetzt saß sie auf der Bank und vergoss Tränen. Und der Spatz hatte Holz geholt, um es schnell zu zerpicken und in kleine Stücke zu brechen. Er pickte und pickte, bis er sich den Schnabel verbog.
Da setzte er sich auf einen Hügel und weinte. Als der Pfannkuchen nach Hause kam, sah er, dass der Spatz mit verbogenem Schnabel auf dem Erdhügel saß und in Tränen zerfloss. Und als der Pfannkuchen in die Hütte kam, da saß die Maus auf der Bank, mit kahlem Fell und mit zitterndem Schwänzchen.
Als sie nun sahen, dass von dem Pfannkuchen die halbe Seite abgebissen war, weinten sie alle noch mehr. Und der Pfannkuchen sagte: "So geht’s immer, wenn einer seine Arbeit nicht machen will und die anderen Leute schlechtmacht."
Da schämte sich der Spatz und kroch unter die Bank. Sie weinten und krämten sich. Aber dann lebten sie wieder still und friedlich miteinander wie früher. Der Spatz brachte Nahrung, die Maus besorgte das Holz, und der Pfannkuchen kochte Kohlsuppe und Grütze.
Verwendete Bilder sind von:
© Thomas Max Müller/PIXELIO (Bild 1)
© Kurt Bouda/PIXELIO (Bild 2)
© Klicker/PIXELIO (Bild 3)
© Siegfried Bellach/PIXELIO (Bild 4)
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Am nächsten Tag gingen sie wieder auf die Jagd. In einem Tal schossen sie zwei Tauben. Sie brühten, rupften und kochten sie und wollten sie nun teilen. Aber wie? Sie hatten nur zwei Tauben und waren ihrer drei. Schließlich sagte nach langem Hin und Her einer der Bärtigen: 



Die Alte verstummte. Sie gingen weiter und gelangten zu der alten Eiche. Als die Alte den Hecht an dem Baum hängen sah, fiel sie vor Staunen fast in Ohnmacht. 





Schwester der unseren, und die will heiraten. Das ist’s! Darum lasse ich deine Herrin bitten, dass sie eurer Sau erlaubt, zur Hochzeit zu kommen. Sie kann auch 
"Nein, Bruder, du wirst ihn fortfliegen lassen, und es ist ein sehr kostbarer Vogel. Mein Herr ist ein aufbrausender Mensch und wird mir das Fell gerben."