Der weise Prinz – ein tschechisches Volksmärchen
Dienstag, August 4th, 2009
Es war einmal ein König, der hatte einen Sohn, einen jungen, stattlichen Prinzen. Dieser wollte in die Welt hinausziehen, um irgendeinen Dienst zu suchen und Erfahrungen zu sammeln. Der König erlaubte es ihm, und der Prinz zog von Land zu Land, überall fragte er nach einem Dienst, doch nirgends war eine Stelle frei.
Lange wanderte er so weiter, bis er schließlich in ein Königreich gelangte. Er ging schnurstracks in das Schloss des Königs. Dort sagte man ihm, dass alle Posten vergeben seien, nur zum Schweinehüten sei niemand da. So wurde der Prinz Schweinehirt, er versorgte das Vieh, mistete den Stall aus und versah alle Arbeiten, die es bei den Schweinen zu verrichten gab.

Der Prinz war ein schmucker Jüngling, und so warf jedermann gern einen Blick auf ihn. Eines Sonntags bekam ihn die Prinzessin zu Gesicht, und sie fand Gefallen an ihm. Seit dieser Zeit kam sie immer häufiger auf den Schlosshof, um nachzusehen, was der Schweinehirt trieb, und manchmal folgte sie ihm auf die Weide.
Er tat ihr leid, weil er so eine Arbeit zu verrichten hatte, und sie bat ihren Vater, den Jüngling zu seinem Diener zu erheben. Der König hatte die Prinzessin gern, auch er hatte an dem Jüngling Gefallen gefunden, also nahm er ihn als Diener ins königliche Schloss.
Nach einiger Zeit kam die Prinzessin zum Vater, und abermals bat sie, den jungen Diener zu befördern. Der König willfuhr ihrem Wunsche. Er ernannte den Prinzen zum Beamten, und bald stellte sich heraus, dass der Prinz wirklich etwas von seiner Arbeit verstand und sie tadellos verrichtete.
Als wieder einige Zeit verstrichen war, bat die Prinzessin den Vater, den Beamten in seinen Kronrat zu berufen, und der König vermochte seinem Liebling einfach nichts abzuschlagen. Der Prinz versah sein Amt im Kronrat klug, und bald darauf kam die Prinzessin zum König und bat ihn, ihr den Jüngling zum Gemahl zu geben, denn er gefiele ihr. Diesmal dachte der König lange nach, doch als er die Prinzessin immer und immer wieder weinen sah, war er auch damit einverstanden, und es wurde Hochzeit gefeiert.
Der Prinz hatte niemandem gesagt, wer er sei, er lebte glücklich mit der Prinzessin, doch wenn er in dem oder jenem nicht auf sie hören wollte oder sie ermahnte, hielt ihm die Prinzessin immer vor, dass er Schweinehüter gewesen war. Das ärgerte den Prinzen natürlich, und er nahm sich vor, seiner Frau einen Denkzettel zu geben.
An der Grenze des Königreiches seines Vaters gab es tiefe Wälder, und an der Wegkreuzung stand ein Wirtshaus. Diesem Gastwirt ließ der Prinz einen Brief zukommen, dass er mit seiner Frau zum Vater fahren werde, er möge dreißig Tagelöhner dingen, sie gut entlohnen und ihnen auftragen, den Prinzen und die Prinzessin zum Schein zu überfallen, zu berauben und ihnen sogar die Kleider wegzunehmen.
Der Wirt ließ ihn wissen, dass er alles in die Wege leiten wolle, und eines Tages sagte der Prinz seiner Frau, sie solle ihre besten Kleider anziehen, sie würden auf Reise gehen, damit sie die Welt kennenlerne. Beide zogen ihre schönsten Gewänder an, die Prinzessin nahm ihre kostbarsten Juwelen, sie bestiegen die Kutsche und fuhren los. Als sie jenen Wald erreichten, stürzten plötzlich von rechts und links dreißig Kerle aus dem Dickicht, umzingelten die Kutsche und nahmen der Prinzessin und dem Prinzen alles bis auf den letzten Knopf weg.
Dem Prinzen zogen sie sogar das Wams aus, der Prinzessin ließen sie nur das Hemd und den Rock, den Kutscher jagten sie davon, die Kutsche samt Pferden nahmen sie weg. Dann drohten sie ihnen auch noch und sagten, sie sollten froh sein, dass sie ihnen das Leben geschenkt hatten.
Die Prinzessin jammerte, der Prinz aber schwieg. Als sie aus dem Wald traten, überlegten sie, was sie beginnen sollten. Zum Glück sahen sie einen Hirten, der am Waldesrand eine Kuh hütete. Sie gingen zu ihm und erzählten ihm, was ihnen zugestoßen war. Der Prinz bat den Hirten, er möge seine Frau als Hirtin zu sich nehmen, er selbst wolle weiterziehen, um irgendwo einen Dienst zu suchen.
Der Hirt nahm die Prinzessin als Hirtin auf, weil er gerade jemanden brauchte. Oft schalt er die Prinzessin, weil sie sich so ungeschickt anstellte, auch schien sie ihm bei der Arbeit recht langsam zu sein, und deshalb war er streng zu ihr. Sie war von früh bis spät auf den Beinen. Das Vieh machte ihr schwer zu schaffen, dabei bekam sie das allerschlechteste Essen, nur ein paar Tropfen saure Milch und Fladen aus gröbstem Hafermehl, das sie selbst mit einer Handmühle mahlen musste. Sie war schon drei Monate bei dem Hirten, und während dieser Zeit weilte der Prinz daheim bei seinem Vater im Königsschloss.
Der Vater hatte an seinem Sohn seine Freude, und unverzüglich übergab er ihm das Königreich. Der junge König beriet sich mit seinem Vater, und sie beschlossen, noch einmal Hochzeit mit der Prinzessin zu feiern. Als sie alles vorbereitet hatten, schickte der König einen Boten zu seiner Frau und ließ ihr sagen, dass er im Schloss des Königs Stallbursche sei und dass er seinen besten Freund, den Kutscher, zu ihr schicke, damit er sie hole, er habe für sie einen Dienst erbitten können. Der junge König trug seiner gesamten Dienerschaft streng auf, ihn nicht zu verraten, wenn die Prinzessin einträfe, und alles zu tun, was er befehlen würde.

Als die Prinzessin mit dem Boten ins Schloss kam, führte sie der junge König als Stallbursche durch die Pferdeställe, und dann sagte er ihr, im Schloss würde man eine große Hochzeit feiern, er habe durchsetzen können, dass sie in der Küche das Geschirr abwaschen dürfe. "Viele hohe Herren werden sich versammeln", sprach der König zu seiner Frau, "es wird ein großes Festmahl geben, Essen und Trinken wird nach Herzenslust gereicht werden. Denk also an dich und an mich; du weißt doch, auf den Tellern werden viele Speisereste in die Küche zurückkommen, heb alles auf, damit auch wir etwas von der Hochzeit haben. Am besten wäre, wenn du dir ein Töpfchen an den Gürtel bändest, in das kannst du dann schnell hineintun, was du auf den Tellern findest."
Es geschah alles, wie der König befohlen und gewünscht hatte. Im Schloss wurde ein großes Fest gefeiert, die Musikanten spielten, die Gäste vergnügten sich, aßen und tranken, und die Frau des Königs hatte in der Küche mit dem Geschirrwaschen alle Hände voll zu tun. Während sie die Teller abwusch, strich sie alle Reste in das Töpfchen, um auch für sich und für ihren Mann einen guten Bissen zu haben.
Nach dem Essen begannen die Gäste zu tanzen, alles drehte sich im Kreise, niemand durfte stillstehen. Nach einer Weile befahl der König, dass die gesamte Dienerschaft in den großen Festsaal zum Tanzen komme. Das ließen sie sich nicht zweimal sagen, vergnügt tanzten sie den Reigen, doch wer da fehlte, das war die Frau des Königs. Der König ließ sie holen, doch sie war so mit dem Geschirrabwaschen beschäftigt, dass sie nicht kommen wollte. Da befahl der König sie vorzuführen, ob sie nun wolle oder nicht. Man holte sie mitsamt dem Töpfchen am Gürtel, man tanzte mit ihr und drehte sie so im Kreis herum, dass das Töpfchen herunterfiel und die Speisen über den Boden rollten. Die Frau des Königs schämte sich, sie weinte, sie hatte Angst, man würde sie davonjagen, doch da waren auch schon Diener bei ihr, sie säuberten den Boden und führten die Frau des Königs in ein Nebengemach.
Hier warteten schon die Kammerfrauen, sie wuschen und kämmten sie und kleideten sie in jenes herrliche Gewand, das man ihr damals im Wald fortgenommen hatte, als sie mit dem Prinzen auf Reisen gegangen war. Sie wusste nicht, was mit ihr geschah, sie fragte die Kammerfrauen, doch die sagten ihr nur, sie würde bald alles erfahren. Dann hängten sie ihr einen Brautschleier um und führten sie in den Festsaal, geradewegs vor den Thron des jungen Königs.
Die Prinzessin war so verwirrt, dass sie für keinen der Anwesenden Augen hatte, doch plötzlich hob sie den Blick zum Thron und erkannte ihren Gemahl. Da fing sie zu weinen an, doch nun stand der König schon neben ihr, umarmte sie, ließ sie an seiner Seite Platz nehmen und sagte: "Ich bin in die Welt hinausgezogen, ich habe Gutes wie Böses erlebt, und es war mein Wunsch, dass auch du erfährst, was es heißt, in Armut und bei harter Arbeit zu leben. Du hast geglaubt, ich sei ein Schweinehirt, nun siehst du, dass wir einander von Geburt ebenbürtig sind, und deshalb können wir beide zufrieden in unserem Königreich herrschen!"
Dann ordnete der junge König an, dass man einen ganzen Monat lang seine Hochzeit feiere, und er gab ein großes Fest für das Volk, damit sich alle mit ihm und mit der Königin freuten.
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Es war einmal ein Schuster, der litt so bittere Not, dass er nicht mehr wusste, was er tun sollte. Er hatte eine Menge Kinder, niemand wollte ihm helfen, aber er schämte sich, den Bettelstab zu ergreifen. Er war verzweifelt, und so holte er einmal den Strang und ging in den Wald, um sich dort zu erhängen.




Der Müller hatte Geld wie Heu, doch er war sehr geizig, für einen Groschen hätte er sich schier aufs Rad spannen lassen. Er betrog die Leute, die bei ihm mahlen ließen, doch die kamen immer wieder zu ihm, denn es war weit und breit die einzige Mühle, und die Straße dorthin war recht gut.
Der Heger tat, als hätte er den Paten nicht gesehen, er nahm den Hammer, klopfte seiner Frau auf die Schläfe und sagte:
Ein junger Kaufmann reiste sehr oft durchs Land, um seinen Geschäften nachzugehen, und immer, wenn er mit der Post in die Nachbarstadt fuhr, bezahlte er auch gleich die Rückreise. Er ließ sich in seinen Hut sein Bildnis malen und seinen Namen sticken; auf der Rückreise wies er dann nur seinen Hut vor und zahlte nichts.

Ein ausgedienter Soldat ging in die Stadt. Es dämmerte bereits, ein weiter Weg lag noch vor ihm, und deshalb schritt er aus, so schnell er nur konnte. Da begegnete er einem gebeugten Greis und fragte ihn, wohin er denn so spät unterwegs sei. Der Alte klagte:
In der Stadt kehrte er im erstbesten Gasthof ein, in dem noch Licht brannte, und bat den Wirt um ein Nachtlager. Der Wirt war ein freundlicher Mann, er entschuldigte sich:

Endlich hatte der Soldat genug davon, er hörte zu spielen auf und rief: 

Am anderen Morgen saß der Bauer schon in aller Frühe am Fenster. Da kamen die drei Krämer vorbei, verneigten sich tief und zogen die Hüte vor ihm. Dann gingen sie alle drei ihres Weges. Sie hatten aber zuvor verabredet, sich zum Mittagessen in einer Schenke zu treffen. Der Jüngste ging zum Bauern zurück, der wirklich glaubte, die beiden anderen hätten ihn geschickt, und er zählte ihm das Geld auf. Der jüngste Bruder nahm das Geld, das allen dreien gehörte, und machte sich heimlich aus dem Staube.


Der Wirt schwieg eine geraume Zeit und sagte dann: 

aber einen Räucherschinken. Martin brachte Azor in den Wald zum Waldhüter und erzählte ihm, worum es sich handelte. Der Waldhüter wollte sich ausschütten vor Lachen, als er das hörte.
"Ich würde ihm sogar fünfhundert geben, wenn Azor nur bei ihm sprechen lernt", 