Stallmeister Froben in der Schlacht bei Fehrbellin (1675) – eine Sage aus Brandenburg
In der Schlacht bei Fehrbellin ritt der Große Kurfürst einen Schimmel. Sein Stallmeister Froben bemerkte, dass die Schweden besonders nach diesem Pferde schossen, das vor allen anderen kenntlich war.
Er wusste, dass der Kurfürst, auch wenn man ihn auf die Gefahr aufmerksam machte, weder zurückgeritten wäre noch ein anderes Pferd bestiegen hätte. Deshalb bat er seinen Herrn, ihn den Schimmel reiten zu lassen, da dieser zu wild und scheu wäre, und dagegen seinen ruhigen Fuchs zu besteigen.
Arglos wechselte der Kurfürst mit dem Pferde. Kaum aber hatte Froben einige Minuten auf dem Schimmel gesessen, so raubte eine Kanonenkugel ihm das Leben.
Freudig sagte er im Sterben: "Gott beschütze den Kurfürsten! Ich sterbe gerne für ihn!" Friedrich Wilhelm konnte ihm selber seine Dankbarkeit nicht mehr beweisen; aber er übertrug sie auf die Familie des treuen Dieners, die er mit Gnaden überhäufte.
(August Engelien, 1833-1903)
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© Thomas Stöcker/PIXELIO (Siegessäule zur Schlacht bei Fehrbellin)
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